Lungenautomat

Atemregler Lungenautomat
Atemregler Lungenautomat

Lungenautomat ist die ältere deutsche Bezeichnung für den Atemregler — jenes Gerät, das dem Taucher Atemgas aus der Flasche mit Umgebungsdruck bereitstellt. Der Wortbestandteil „-automat“ beschreibt dabei das Entscheidende: Das Gerät gibt Gas nicht dauernd ab, sondern selbsttätig genau dann, wenn der Taucher einatmet.

Im Englischen heißt die zweite Stufe deshalb auch demand valve, Bedarfsventil. Beide Begriffe — Lungenautomat und Atemregler — meinen dieselbe Sache; im heutigen Sprachgebrauch der Tauchbasen und Hersteller hat sich „Atemregler“ weitgehend durchgesetzt, während „Lungenautomat“ vor allem in älterer Literatur und in Vereinen mit langer Tradition weiterlebt.

Die erste Stufe als Verteiler der Ausrüstung

Wer den Lungenautomaten nur als Mundstück denkt, übersieht seine zweite Rolle: Die erste Stufe am Flaschenventil ist der Punkt, an dem die gesamte gasführende Ausrüstung zusammenläuft. Sie besitzt mehrere Abgänge, deren Zahl und Anordnung sich von Modell zu Modell unterscheidet.

Die Hochdruckabgänge geben Gas mit dem vollen Flaschendruck ab. An sie kommt das Finimeter, das den verbleibenden Flaschendruck anzeigt, oder der Sender eines Tauchcomputers mit drahtloser Druckübertragung.

Die Niederdruckabgänge liefern Gas mit dem Zwischendruck, im Deutschen meist Mitteldruck genannt. An sie werden angeschlossen: die zweite Stufe, der Oktopus als zweiter Automat für den Tauchpartner, der Inflator des Tarierjackets und — beim Trockentauchen — der Anzugsinflator. Wie viele Abgänge welcher Art vorhanden sind, entscheidet damit darüber, welche Ausrüstungsvarianten sich überhaupt aufbauen lassen. Für Trockentaucher und für Konfigurationen mit langem Schlauch ist das ein Auswahlkriterium beim Kauf.

Warum die Bauart der ersten Stufe eine Rolle spielt

Erste Stufen werden in unterschiedlichen Bauarten gefertigt, üblich sind kolben- und membrangesteuerte Ausführungen. Für den Anwender interessanter als die Mechanik ist die Unterscheidung nach der Abdichtung gegen das Umgebungswasser: Bei umgebungsdruckdicht ausgeführten Modellen kommt das Wasser nicht mit dem Steuermechanismus in Berührung, was für kaltes und schwebstoffreiches Wasser vorteilhaft ist.

Hier ist Vorsicht angebracht: Welche konkrete Bauart in welchem Einsatzbereich vorzuziehen ist, beantworten Hersteller und Tauchverbände nicht einheitlich. Maßgeblich für die Kaltwassereignung ist nicht die Bauart, sondern die bestandene Prüfung nach der Norm und die entsprechende Kennzeichnung.

Lungenautomat für sauerstoffreiche Gemische

Beim Atmen von Nitrox oder reinem Sauerstoff gelten eigene Anforderungen an das Gerät. Bei hohen Sauerstoffpartialdrücken können Bestandteile im Inneren des Automaten brennbar werden — Fette und Dichtungen müssen deshalb sauerstoffverträglich sein, und die Bauteile werden vor der Freigabe gereinigt. Scubapro nennt für seine Nitrox-Modelle die Normen EN 13949 und EN 144-3 und gibt an, dass diese Geräte für Sauerstoffkonzentrationen von 22 bis 100 Prozent bei maximal 200 beziehungsweise 300 bar zugelassen sind.

Ein Detail aus derselben Quelle, das leicht übersehen wird: Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass Titankomponenten nicht mit Sauerstoffanteilen über 40 Prozent verträglich sind. Ein leichter Titanautomat ist damit nicht automatisch der bessere für den Nitroxeinsatz.

Quellen

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