Tauchen in Kroatien - Kornaten Inselgruppe

Tauchen in Kroatien

Tauchen in Kroatien – Als Ziel für einen Tauchurlaub in Europa steht Kroatien ganz oben auf der Liste. Zumal bekannt ist, dass das Land insgesamt ein großartiges Ziel für einen Aktivurlaub ist. Die Naturreservate und die Berge bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren. Aber das für Taucher Entscheidende: Das Land ist unter Wasser ein Juwel! Besonders die Korallenriffe, Wracks und Höhlen an der gesamten, fast 1.800 Kilometer langen Adriaküste, sind einzigartig in Europa. Tauchen in Kroatien ist auch deshalb so beliebt, weil es eins der besten Tauchgebiete in unserer Nähe ist, das man mit dem Auto bequem an einem Tag erreichen kann. Aus Österreich aus auch sogar in einem halben Tag. Klar, es gibt viele weitere Tauchziele in Europa und Nordafrika, die man mit dem Flieger genauso schnell oder schneller erreichen kann. Gerade für Höhlentaucher und Wracktaucher, die meistens mit viel Ausrüstung reisen, ist eine Autoreise in den Tauchurlaub nach Kroatien aber ein unschlagbarer Vorteil gegenüber einer Flugreise. Und wer sich jetzt fragt, wo man am besten in Kroatien tauchen kann, der wird seine Antwort selber suchen müssen.

Höhlentauchen in Kroatien an der Adriaküste

Besonders die Region Dalmatien liegt auf Karstböden. Auch oberhalb der Wasseroberfläche an Land gibt es deswegen zahlreiche Höhlen und Karstsysteme, wie etwa die Plitvicer Seen. Aber auch an der Wasseroberfläche der Meeresküste macht der Karstboden nicht halt. Weit über tausend Höhlen und Kavernen unter dem Meeresspiegel wurden bisher bereits entdeckt. Auf den vielen unbewohnten Inseln vor der kroatischen Küste dürften aber immer noch weitere Höhlen und Kavernen auf ihre Entdeckung warten. Erfahrene Taucher suchen daher im Tauchurlaub in Kroatien gerne nach Höhlen unter Wasser. In der Nähe von Milna, unweit der Insel Brac, gibt es mehrere schöne Plätze zum Höhlentauchen in Kroatien. Die Höhle von Lučice ist spektakulär. Bereits in 4 Metern Wassertiefe befindet sich der Eingang in die Unterwassergrotte und durch das so ausreichend einfallende Tageslicht kann man in der ganzen Höhle immer etwas sehen. Trotzdem sollte man natürlich eine gute lichtstarke Tauchlampe mit sich führen, am besten auch noch eine Backuplampe. Die Höhle hat 2 Kammern, eine geht bis auf 34 Meter Tiefe, die andere bis auf 39 Meter Tiefe. Wie dunkel es in der Lucice-Höhle werden kann, seht ihr in dem folgenden Video:

Wracktauchen in Kroatien

Neben Höhlen und Kavernen gibt es aber in der kroatischen Adria eine Unmenge an Schiffswracks, für welche die Adriaküste und die Gewässer um Kroatien herum bei Tauchern weltweit bekannt sind. Von den Resten versunkener römischer Galeeren bis hin zu Kriegsschiffen und Flugzeugwracks aus dem 2. Weltkrieg. Als Taucher kann man die mit der Schiffahrt und dem Seehandel verbundene Geschichte des Landes unter Wasser hautnah erleben. Da das Meer bereist zur Zeit der Griechen und Römer ein wichtiger Handelsweg war und seitdem der Schauplatz zahlreicher Kriege und Seeschlachten, gingen vor der kroatischen Küste viele Schiffe unter. Besonders der Meeresboden im Istrien, der touristisch am besten erschlossene Teil Kroatiens, ist mit Schiffswracks geradezu übersät. Allein an der Nordadriatischen Küste gibt es daher eine Auswahl von mehr als vierzig Wracks von Rang und Namen, die regelmäßig betaucht werden. Da nicht alle gleich gut zugänglich sind, ist sowohl für Anfänger beim Wracktauchen als auch für erfahrene technische Taucher etwas dabei. Dabei sind einige Wracks allein wegen ihrer Größe definitiv mehr als einen Besuch wert. Ohne eines der Wracks gesehen zu haben, ist Tauchen in Kroatien also fast gar nicht möglich.

Das Wrack der Numidia

In der Nähe von Rovinj liegt das größte Wrack Kroatiens, die Numidia. Ein ehemaliger Frachter, der mit Zement und Wachs beladen war, bevor er (vermutlich im 2. Weltkrieg) versank. Das Wrack der Numidia ist 120 Meter land und liegt in einer Tiefe von ca. 28-42 Metern. Nitroxtauchen ist hier also von Vorteil. Das Wrack liegt außerdem mehr als 15 Seemeilen vor der Küste und ist, wegen fehlender Bojen und Strömung, eher etwas für erfahrene Taucher.

Tauchen in Kroatien – Das Wrack der Baron Gautsch

Unweit der Numidia, zwischen Rovinj und Pula, liegt das Wrack der Baron Gautsch. Das wohl bei Tauchern beliebteste Schiffswrack in Nordkroatien war früher ein Passagierschiff und ist rund 85 m lang und knapp 12 m breit. Das Passagierschiff wurde von der österreichischen Marine genutzt und unter anderem als Truppentransporter genutzt. Es sank im 1. Weltkrieg im Jahr 1914, weil es auf dem Rückweg aus Dalmatien mit Zivilisten (Flüchtlingen) besetzt tragischerweise auf eine Seemine vor den Brionischen Inseln fuhr. Ironie des Schicksals, die Minen hatten kurz zuvor die Österreicher selber dort verlegt. Das Wrack ist immer noch in gutem Zustand und trotz Bewuchs sind die Konturen noch sehr gut erkennbar. Es gibt viele Gelegenheiten, das Schiff sicher zu penetrieren und das Innere zu erkunden.

Der Minensucher Coriolanus

Ein weiteres beliebtes Wrack für Taucher in Kroatien ist der ehemalige Minensucher HMS Coreolanus (ca. 46 Meter lang und etwa 8,5 Meter breit). Das Wrack liegt in einer Tiefe von nur 11 – 25 Metern. Daher ist das Wrack manchmal, bei stiller See, von der Wasseroberfläche aus sichtbar und somit natürlich auch für weniger erfahrene (Wrack-)Taucher zugänglich. Auch ohne Nitrox kann man hier eine schöne Grundzeit erreichen, die eine etwas ausgiebigere Erforschung des Wracks und einen Wiederholungstauchgang möglich macht.

Amphoren vor Dubrovnik

Viele werden jetzt die anderen bekannten Wracks der Nordadria vermissen, wie die Hans Schmidt oder auch das Torpedoboot Giuseppe Dezza. Da dies hier aber kein Artikel über das Wracktauchen in Kroatien werden soll, muss jetzt Schluss sein. Hier gibt es jedenfalls eine schöne Übersichtskarte der Wracks vor Rovinj. Zum Schluss nur noch die Empfehlung für Taucher in der südlichen Adria: In der Nähe von Dubrovnik findet sich ein Wrack eines versunkenen römischen Schiffs, welches tausende Amphoren geladen hatte. Es ging im 3. Jahrhundert unter und die Fundstätte wurde mit Hilfe des Kultusministeriums der Republik Kroatien konserviert und mit einem Metallgitter umgeben. Vom Wrack ist fast nichts mehr zu sehen, aber auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern sind über tausend Amphoren zu sehen, die wohl größte Ansammlung solcher Amphoren im Mittelmeer.

Auch Anfänger tauchen sicher und entspannt

Tauchanfänger sind an der kroatischen Adria gut aufgehoben. Es gibt eine große Auswahl an Tauchschulen, etwa 200 Tauchzentren sind entlang der Küste verstreut. Man kann also praktisch von jedem Urlaubsort in Kroatien aus eine Tauchschule erreichen. Daher ist Tauchen in Kroatien gerade bei Anfängern sehr beliebt. Auch für Taucheinsteiger ist Istrien eine gute Wahl, zumal es eine lange Hochsaison hat. In Dalmatien ist die Auswahl an (spektakulären) Tauchplätzen wohl etwas geringer, aber daher ist der Tauchtourismus hier etwas ruhiger organisiert und das ist für Tauchschüler bekanntlich eher ein Segen, als ein Fluch.

Beste Jahreszeit zum Tauchen in Kroatien

Die beste Zeit zum Tauchen in Istrien ist der September, weil die großen Touristenmassen dann schon weg sind, aber das Wasser und das Klima noch angenehm. In Dalmatien ist auch der Oktober klimatisch noch akzeptabel, obwohl die Wassertemperatur hier nicht nennenswert höher liegt als in der Nordadria. Auch im Frühjahr kann man bereits vor der Saison ab April einen schönen Tauchurlaub haben, auch wenn dann Kaltwassertauchen angesagt ist.

Tauchen in den Kornaten

Der Nationalpark der Kornaten (Kornaten-Inseln) in Kroatien besteht aus 140 Inseln. Die Inseln sind von zahlreichen Korallenriffen umgeben und es gibt neben Höhlen und vereinzelten Wracks auch hier viel zu sehen für den Taucher. Die Kornaten sind ein wunderschönes Gebiet zum Tauchen in Kroatien. Von Split aoder Zadar aus erreicht man die Inseln in kürzester Zeit. Die Inseln befinden sich vorgelagert vor dem festland von Dalmatien, Vodice liegt etwa in der Mitte und ist eine Touristenhochburg in Dalmatien. Auch von dort kann man Tagesausflüge in die Kornaten machen. Der ganze Reiz eines Tauchurlaubs auf den Kornaten zeigt sich dann, wenn man ihn mit einer Bootscharter verbindet. Dafür braucht man natürlich einen Buddy und einen Sportbootführerschein, sowie ausreichend eigene Tauchausrüstung. Dann kann man aber theoretisch wochenlang (einen eigenen Kompressor oder Zwischenstopps an Tauchbasen vorausgesetzt) die Kornaten autark betauchen. Ein Paradies für Abenteurer und Entdecker!

Weitere Empfehlungen fürs Tauchen in Kroatien

Haben wir was vergessen? Bestimmt! Ach so klar, Schnorcheln kann man natürlich auch als Nichttaucher an der gesamten Küste von Kroatien, auch wenn man beim Einstieg ins Wasser und in den flachen Uferbereichen natürlich auf Seeigel achten muss. Und die zahlreichen Ausflugsmöglicheiten für Kinder wissen viele Taucher auch zu schätzen, da man doch enstpannter tauchen kann, wenn man weiss, dass die Familie auch ohne den Taucherpapa oder die Tauchermama jede Menge Spaß und Abwechslung hat oder eine Kinderbetreuung beim Tauchen in Kroatien gesichert ist. Wenn euch noch etwas zu einer Tauchreise nach Kroatien einfällt, dann benutzt doch einfach die Kommentarfunktion und lasst uns an eurem Wissen teilhaben!

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