Die Tauchlampe ist eine batterie- oder akkubetriebene Leuchte in einem wasserdichten, druckfesten Gehäuse, die beim Tauchen als Lichtquelle dient. Gleichbedeutend wird sie auch Taucherlampe genannt.
Warum unter Wasser Licht fehlt
Wasser schluckt Licht, und es tut das nicht gleichmäßig: Die langwelligen Anteile des Sonnenlichts – Rot, Orange, Gelb – werden zuerst absorbiert, während Blau am weitesten vordringt. Deshalb wirkt jede Aufnahme ohne Kunstlicht ab wenigen Metern blaustichig, und deshalb sind Rottöne die ersten, die verschwinden.
Wie schnell das geht, beschreiben Heidi Sosik und Sönke Johnsen vom Woods Hole Oceanographic Institution anschaulich: Blicke eine Taucherin schon wenige Meter unter der Oberfläche in einen Spiegel, so erschienen ihr die eigenen roten Lippen schwarz. In etwa 200 Metern Tiefe bleibt nach ihrer Beschreibung nur noch ein intensives, fast laserartiges Blau übrig; unterhalb von rund 1.000 Metern nimmt das menschliche Auge kein Sonnenlicht mehr wahr.
Eine Tauchlampe bringt das fehlende Spektrum zurück. Was im Tageslicht grau und blaustichig aussieht – Schwämme, Weichkorallen, die Flanke eines Fisches – zeigt im Lampenlicht seine tatsächliche Farbe. Das ist der Grund, warum auch Tagtaucher eine Lampe mitführen, obwohl sie zum Sehen keine bräuchten.
Wozu die Lampe gebraucht wird
Der offensichtliche Fall ist der Nachttauchgang. Ebenso zwingend ist Licht dort, wo kein Tageslicht hinreicht: beim Höhlentauchen und beim Wracktauchen, wo die Lampe nicht Zubehör, sondern Ausrüstungsgegenstand ist.
Am Tag kommen weitere Anwendungen dazu: das Ausleuchten von Spalten und Überhängen, in denen sich die interessanten Tiere aufhalten, die Farbwiedergabe für Unterwasserfotografie und -film, und die Verständigung mit dem Tauchpartner über Lichtsignale.
Bauformen
Handlampe
Alle Bauteile – Lampenkopf, Batterien oder Akkus – stecken in einem Gehäuse. Die Handlampe ist die verbreitetste Form, weil sie ohne Zubehör auskommt und schnell einsatzbereit ist. Ihre Brenndauer ist bei gleicher Leistung kürzer als die einer Tanklampe, weil der Akku in das handliche Gehäuse passen muss.
Tanklampe
Aus dem technischen Tauchen stammend, mit getrennten Bauteilen: Der Lampenkopf sitzt am Unterarm oder wird über einen Goodman-Handschuh in der Hand geführt, der Akkutank hängt an Tarierweste, Flasche oder Wing, verbunden durch ein wasserdichtes Kabel. Der Vorteil liegt in der Brenndauer und darin, dass die Hand frei bleibt – wer am Führungsseil arbeitet oder Ventile bedient, braucht beide Hände.
Stirnlampe
An Tauchmaske oder Tauchhelm befestigt. Unter Sporttauchern wenig verbreitet, bei Wrack- und Höhlentauchern dagegen üblich, weil das Licht immer dorthin fällt, wohin der Kopf zeigt.
Siehe auch: Taucherlampe · Nachttauchgang · Höhlentauchen
Quellen und weiterführende Links
- Heidi M. Sosik, Sönke Johnsen (2004): Shedding Light on Light in the Ocean, Oceanus, Woods Hole Oceanographic Institution – Absorption nach Wellenlänge, das Bild von den schwarz erscheinenden Lippen, die Verhältnisse in 200 und 1.000 Metern
- NOAA Ocean Service: How far does light travel in the ocean? – Lichteindringtiefe und die Einteilung in euphotische, dysphotische und aphotische Zone
