Die Tauchmaske ist eine dicht abschließende Sichtmaske, die einen Luftraum vor Augen und Nase einschließt und dem Taucher dadurch scharfes Sehen unter Wasser ermöglicht. Sie gehört mit Schnorchel und Flossen zur ABC-Ausrüstung. Umgangssprachlich heißt sie oft Taucherbrille — technisch ist das falsch, denn eine Brille schließt die Nase gerade nicht ein.
Warum die Maske die Nase einschließen muss
Das menschliche Auge kann nur scharf sehen, wenn Licht aus Luft auf die Hornhaut trifft. Unter Wasser fällt dieser Brechungsunterschied fast weg, das Bild wird unscharf. Die Maske stellt den Luftraum wieder her — und schafft damit ein neues Problem: Dieser Luftraum ist ein abgeschlossenes Gasvolumen, das beim Abtauchen unter Druck gerät.
Mit zunehmender Tiefe drückt das Wasser die Maske gegen das Gesicht. Ohne Gegenmaßnahme entsteht ein Unterdruck im Maskeninnenraum, der Gewebe und Blutgefäße nach außen zieht — das Maskenbarotrauma, das sich als Einblutung in Augenlider und Bindehaut zeigt. Deshalb muss Luft in die Maske nachgegeben werden, und zwar durch die Nase. Genau dafür schließt jede Tauchmaske die Nase mit ein und hat einen flexiblen Nasenerker, durch den sich die Nase zum Ohrendruckausgleich auch zudrücken lässt. Eine Schwimmbrille leistet beides nicht und ist zum Abtauchen ungeeignet.
Maskenformen
Unterschieden werden Tauchmasken vor allem nach der Form und Zahl der Sichtscheiben.
Zweiglasmaske
Die klassische und im Sporttauchen verbreitetste Bauform. Zwei getrennte Scheiben lassen sich näher an die Augen setzen, was das Innenvolumen klein hält. Für Fehlsichtige ist sie die praktischste Lösung, weil sich für jedes Auge eine eigene optische Scheibe einsetzen lässt.
Panoramamaske
Eine Weiterentwicklung der Zweiglasmaske mit seitlich erweiterten oder zusätzlichen Scheiben im Bereich der Augenwinkel. Das vergrößert das Sichtfeld nach außen — daher der Name. Der Preis dafür ist ein etwas größeres Innenvolumen.
Einglasmaske
Ohne Steg zwischen den Scheiben, das Sichtfeld ist eine durchgehende Fläche. Der Vorteil liegt im Nahbereich, wo kein Steg die Sicht teilt; der Nachteil im meist höheren Innenvolumen. Optische Scheiben lassen sich hier nicht ohne Weiteres nachrüsten.
Rundglasmaske
Die Bauform der Pionierzeit, gelegentlich spöttisch „Gurkenglas“ genannt. Im Sporttauchen ist sie verschwunden, in der Unterwasserfotografie hält sie sich: Das runde Glas gibt vom Gesicht des Porträtierten mehr preis als eine flache Scheibe mit Rahmen.
Vollgesichtsmaske
Sie bedeckt das gesamte Gesicht und nimmt die zweite Stufe des Atemreglers auf, sodass durch Mund und Nase geatmet wird. Ursprünglich Berufstauchern vorbehalten, wird sie heute auch im anspruchsvollen Sporttauchen eingesetzt. Ihre Vorteile liegen im Kaltwasser, wo sie das Gesicht schützt, und in der Möglichkeit, Sprechverbindungen einzubauen. Sie verlangt allerdings eigene Einweisung — Ausblasen und Notfallabläufe funktionieren anders als bei der gewöhnlichen Maske.
Innenvolumen: die Größe, auf die es ankommt
Ein kleines Innenvolumen ist bei jeder Bauform der zentrale Vorteil, und zwar aus zwei Gründen. Erstens muss beim Abtauchen weniger Luft aus der Lunge zum Druckausgleich nachgegeben werden — beim Apnoetauchen zählt jeder Milliliter, der stattdessen zum Atmen zur Verfügung steht. Zweitens lässt sich eine kleine Maske schneller und mit weniger Luft ausblasen, wenn Wasser eingedrungen ist. Deshalb sind Freitaucherbrillen besonders flach gebaut.
Passform, Material und Norm
Die Passform entscheidet über alles andere. Der übliche Test im Fachhandel: Maske ohne Band ans Gesicht legen, durch die Nase einatmen, loslassen — hält sie von allein, passt die Dichtlippe zur Gesichtsform. Wer eine Maske nach Bild bestellt, kauft auf gut Glück.
Für Tauchmasken gilt die europäische Norm DIN EN 16805. Der TÜV-Verband beschreibt ihren Umfang: Sie erfasst Sichtscheibe, Kopfband mit Schnalle und die Gesichtsabdichtung. Bei der Scheibe empfiehlt der Verband gehärtetes Sicherheitsglas, erkennbar an der Aufschrift „Tempered Glass“ oder einem „T“. Solches Glas ist nicht unzerbrechlich, aber es hält mehr aus und zerfällt im Schadensfall in stumpfkantige Krümel statt in Splitter. Dichtungen sollen aus weichem, elastischem Material bestehen, geruchsfrei und ohne scharfe Kanten sein; als zusätzliche Orientierung nennt der Verband das GS-Zeichen.
Körper und Dichtlippe werden heute überwiegend aus Silikon gefertigt, ebenso das Maskenband. Silikon bleibt auch bei Kälte weich und altert langsamer als Gummi.
Beschlagen verhindern
Neue Masken beschlagen fast immer, und zwar aus einem herstellungsbedingten Grund: Auf den Scheiben liegt ein feiner Trennmittelfilm aus der Produktion, an dem sich Kondenswasser niederschlägt. Er muss vor dem ersten Einsatz entfernt werden — wie das geht, steht ausführlich unter Tauchmaske reinigen. Danach genügt vor jedem Tauchgang ein Antibeschlagmittel oder der alte Trick mit Speichel.
Quellen
- TÜV-Verband: Darauf kommt es bei Tauchmaske und Schnorchel an — Norm DIN EN 16805, Anforderungen an Sichtscheibe, Kopfband und Gesichtsabdichtung, Kennzeichnung gehärteten Glases, GS-Zeichen
