Taucherflossen

Flossen - mit Tauchflossen aus dem Boot
Flossen - mit Tauchflossen aus dem Boot

Taucherflossen sind die für das Tauchen gebauten Flossen: größere und steifere Blätter als beim Schwimmen, ausgelegt auf kräftigen Vortrieb bei niedriger Schlagfrequenz und auf das Tragen über Füßlingen. Gebräuchlich ist auch die Kurzform Tauchflossen; die Bauformen fürs Schwimmen heißen Schwimmflossen.

Geräteflosse oder geschlossene Flosse

Die wichtigste Unterscheidung betrifft das Fußteil.

Die Geräteflosse — auch offene Flosse oder Fersenbandflosse — hat eine offene Ferse und ein verstellbares Band aus Gummi oder eine Edelstahl-Feder. Sie wird über Neoprenfüßlingen, Rockboots oder den angeformten Füßlingen eines Trockentauchanzugs getragen. Das ist die übliche Bauform beim Gerätetauchen, aus zwei Gründen: Der Füßling hält den Fuß warm, und die Flosse lässt sich mit klammen Fingern anziehen, weil das Band aufgeklappt wird statt den Fuß hineinzuzwängen.

Die geschlossene Flosse hat den Füßling gewissermaßen eingebaut. Sie ist leichter und sitzt direkter, taugt aber nur für warmes Wasser, weil kein Kälteschutz dazwischenpasst. Zum Gerätetauchen in tropischen Gewässern wird sie durchaus verwendet.

Bauformen des Blattes

Paddelflosse

Das durchgehende, klassische Blatt. Es überträgt viel Kraft und erlaubt die im Tauchsport wichtigen Beintechniken, bei denen nicht aus der Hüfte geschlagen, sondern aus dem Knie gestoßen wird — etwa den Frog Kick, mit dem sich in Wracks und Höhlen bewegen lässt, ohne Sediment aufzuwirbeln.

Jet Fin

Eine Geräteflosse aus vulkanisiertem Naturkautschuk mit Durchlässen im Blatt, die Wasser hindurchführen. Erfunden hat sie Georges Beuchat; der Hersteller nennt als Jahr der Einführung 1964 und bezeichnet sie als erste Tauchflosse mit solchen Kanälen. Sie hat kaum Eigenauftrieb, weshalb weniger Blei nötig ist, und wird bis heute besonders im Trockentauchen verwendet — eine Bauform, die sechs Jahrzehnte überdauert hat.

Split Fin

Ein längs geteiltes Blatt. Die Hersteller beschreiben die Bewegung als kraftsparender: Der Vortrieb entstehe bei geringerem Widerstand, weshalb schneller, aber weniger kraftvoll geschlagen werde.

Ob Split Fins tatsächlich effizienter sind als durchgehende Blätter, ist in der Fachliteratur umstritten, und wir haben dazu keine belastbare Untersuchung gefunden, die wir hier zitieren könnten. Unstrittig ist die praktische Kehrseite: Für Beintechniken, die auf einen Stoß aus dem Knie setzen — Frog Kick, Rückwärtsflossen —, sind geteilte Blätter schlecht geeignet.

Force Fin

Eine stark verbreiterte, elastische Geräteflosse mit verändertem Fußteil, die durch die Blattform mehr Vortrieb erzeugen soll.

Apnoeflosse

Lang, schmal und weich, für langsame Schläge mit hohem Wirkungsgrad. Sie gehört zum Apnoetauchen, wo jede unnötige Muskelarbeit Sauerstoff kostet, und ist zum Gerätetauchen wegen ihrer Länge unhandlich.

Material und Härte

Gefertigt wird aus Gummi, Polyurethan, PVC und anderen Kunststoffen; für steifere Blätter kommen zunehmend glasfaser- oder kohlenstofffaserverstärkte Verbundwerkstoffe zum Einsatz.

Die Härte ist keine Frage der Qualität, sondern der Beinkraft. Ein steifes Blatt liefert bei gleicher Bewegung mehr Schub, überfordert aber untrainierte Sprunggelenke und führt zu Wadenkrämpfen — im Kaltwasser der häufigste Grund für einen abgebrochenen Tauchgang. Wer selten taucht, fährt mit einem mittelharten Blatt besser als mit dem härtesten am Markt.

Siehe auch: Schwimmflossen · Flossen · ABC-Ausrüstung

Quellen und weiterführende Links

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