Der Schnorchel ist ein Atemrohr, mit dem sich atmen lässt, während das Gesicht im Wasser bleibt. Er gehört neben Tauchmaske und Flossen zur ABC-Ausrüstung und löst ein einziges, aber lästiges Problem: Ohne ihn muss der Kopf zum Luftholen aus dem Wasser gedreht werden, und jedes Mal reißt die Beobachtung ab.
Aufbau: Mundstück und Atemrohr
Ein Schnorchel besteht aus einem Mundstück aus weichem Gummi oder Silikon und dem daran befestigten Atemrohr. Das Mundstück sitzt an einer Krümmung des Rohrs, damit es bequem seitlich im Mund liegt. Früher war es häufig über einen Faltenschlauch mit dem Rohr verbunden — diese Bauform ist heute selten geworden, lebt aber in den Modellen mit abknickbarem Unterteil weiter, die sich beim Gerätetauchen aus dem Weg klappen lassen.
Verbreitet sind außerdem ein Spritzschutz am oberen Ende und ein Ausblasventil am tiefsten Punkt der Krümmung. Sogenannte Trockenschnorchel verschließen das Rohr beim Abtauchen zusätzlich mit einem Schwimmerventil.
Warum die Länge begrenzt ist
Ein Schnorchel darf nicht beliebig lang sein, und dafür gibt es zwei voneinander unabhängige Gründe.
Der erste ist der Totraum. Die Luft im Atemrohr nimmt am Gasaustausch in der Lunge nicht teil: Beim Ausatmen bleibt sie im Rohr stehen, beim nächsten Einatmen wird sie als erstes wieder eingeatmet — kohlendioxidreich und sauerstoffärmer als frische Luft. Je länger und weiter das Rohr, desto größer dieser Anteil. Zur Größenordnung: Ein Rohr von 38 Zentimetern Länge und 2,8 Zentimetern Innendurchmesser fasst rund 0,23 Liter, ein durchschnittlicher Atemzug in Ruhe liegt bei etwa einem halben Liter. Wer bei so einem Rohr flach atmet, tauscht kaum noch Luft aus — der Effekt entspricht dem Atmen in eine Tüte.
Der zweite Grund ist der Wasserdruck. Je tiefer das Gesicht unter der Oberfläche liegt, desto stärker drückt das Wasser auf den Brustkorb, während am oberen Rohrende weiterhin nur der Luftdruck der Atmosphäre ansteht. Die Atemmuskulatur muss diese Differenz überwinden, und sie wird schon in geringer Tiefe erheblich.
Die europäische Norm zieht daraus die Konsequenz. Nach DIN EN 1972 ist der Abstand zwischen Mundstück und Lufteinlass auf höchstens 38 Zentimeter für Erwachsene und höchstens 35 Zentimeter für Kinder begrenzt; die Norm regelt zugleich den Innendurchmesser. Der TÜV-Verband nennt beide Werte und empfiehlt darüber hinaus, auf weiche, geruchsfreie Mundstücke ohne scharfe Kanten und auf das GS-Zeichen zu achten.
Befestigung am Maskenband
Der Schnorchel wird an einer Seite der Tauchmaske getragen, damit das Mundstück seitlich in den Mund geführt werden kann. Dafür gibt es Clips und Halterungen; ebenso gut hält er unter das Maskenband geklemmt — dort sitzt er fest, bis die Maske abgenommen wird. Welche Seite gewählt wird, ist beim Schnorcheln Geschmackssache; beim Gerätetauchen wird meist die linke Seite frei gehalten, weil dort die zweite Stufe und ihr Schlauch verlaufen.
Den Schnorchel ausblasen
Taucht der Schnorchler ab, verdrängt Wasser die Luft im Rohr. Nach dem Auftauchen muss dieses Wasser heraus, bevor wieder geatmet werden kann. Das gelingt mit einem kräftigen Atemstoß: Das Wasser schießt als Fontäne aus dem Rohr — der Vorgang heißt Ausblasen. Wer ein Ausblasventil am Schnorchel hat, muss weniger Kraft aufwenden, weil das Restwasser am tiefsten Punkt entweichen kann.
Für den ersten Atemzug danach gilt eine einfache Vorsichtsregel: langsam und vorsichtig einatmen, bereit, sofort wieder auszublasen. Wer nach dem Auftauchen kräftig durchatmet und dabei Restwasser mitzieht, verschluckt sich in genau dem Moment, in dem der Kopf wieder unter Wasser geraten kann.
Quellen
- TÜV-Verband: Darauf kommt es bei Tauchmaske und Schnorchel an — DIN EN 1972, Längengrenzen von 38 beziehungsweise 35 Zentimetern, Anforderungen an Mundstück und Dichtungen, GS-Zeichen
