Die ABC-Ausrüstung ist die tauchsportliche Grundausrüstung aus Tauchmaske, Schnorchel und Flossen. Sie ist das Minimum, mit dem sich unter Wasser sehen, an der Oberfläche atmen und im Wasser vorankommen lässt — und zugleich die Ausrüstung, die auch der Gerätetaucher unter allem anderen trägt.
Woher der Name kommt — und was daran ungesichert ist
Hier ist Vorsicht angebracht: Wer die Bezeichnung eingeführt hat, ist nicht überliefert. Im Umlauf sind zwei Deutungen, die beide als Vermutung gekennzeichnet sind. Die eine liest „ABC“ als Wortspiel mit den ersten Buchstaben des Alphabets: So wie der Schulanfänger ein Minimum an Buchstaben braucht, braucht der Taucher ein Minimum an Ausrüstung. Die andere führt die Buchstaben auf die Form der drei Teile zurück — Flosse als A, Maske mit zwei Gläsern als B, der gebogene Schnorchel als C.
Belegen lässt sich keine der beiden. Wer eine feste Zuordnung von Buchstabe zu Ausrüstungsteil liest, sollte sie deshalb nicht für gesichert halten; verschiedene Quellen ordnen unterschiedlich zu.
Was das Set leistet — und wo seine Grenze liegt
Die drei Teile lösen drei verschiedene Probleme, die alle gleichzeitig auftreten. Ohne Luftraum vor den Augen sieht das menschliche Auge unter Wasser nur unscharf; das leistet die Maske. Ohne Schnorchel muss der Kopf zum Atmen aus dem Wasser gedreht werden, was das Beobachten unterbricht. Und ohne Flossen ist die Fläche, mit der der Fuß Wasser verdrängt, zu klein für nennenswerten Vortrieb.
Für sich allein reicht die ABC-Ausrüstung zum Schnorcheln an der Oberfläche und für kurze Apnoetauchgänge. Die Grenze ist die Atemluft: Wer länger unten bleiben will, braucht ein Drucklufttauchgerät. Der umgekehrte Schluss gilt aber nicht — Gerätetauchen ohne ABC-Ausrüstung gibt es nicht, sie ist Bestandteil jeder Tauchausrüstung.
Für viele Wassersportler bleibt es dennoch bei diesen drei Teilen, und das aus einem sachlichen Grund: Riffe im Mittelmeer, in den Tropen und Subtropen liegen häufig in wenigen Metern Wassertiefe, wo das Licht noch alle Farben trägt. In größerer Tiefe verschwinden die langwelligen Farben zuerst — was mit dem Auge zu sehen ist, ist oben oft mehr als unten.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Die entscheidende Größe ist die Passform, nicht die Ausstattung. Eine Maske, die nicht auf das Gesicht passt, wird durch kein Material besser; Flossen, die drücken, machen jede Strecke zur Qual. Das ist der Grund, warum ABC-Ausrüstung im Fachhandel anprobiert und nicht nach Bild bestellt wird.
Für die Sicherheit gibt es zusätzlich zwei europäische Normen. Der TÜV-Verband nennt sie ausdrücklich:
- DIN EN 16805 für Tauchmasken — sie erfasst Sichtscheibe, Kopfband mit Schnalle und die Gesichtsabdichtung.
- DIN EN 1972 für Schnorchel — sie regelt Länge und Innendurchmesser, damit sicher geatmet werden kann. Der Abstand zwischen Mundstück und Lufteinlass ist auf höchstens 38 Zentimeter für Erwachsene und höchstens 35 Zentimeter für Kinder begrenzt.
Beim Maskenglas empfiehlt der TÜV-Verband gehärtetes Sicherheitsglas, erkennbar an der Aufschrift „Tempered Glass“ oder einem „T“ auf der Scheibe. Dichtungen und Mundstücke sollen aus weichem, elastischem Material bestehen, geruchsfrei und ohne scharfe Kanten sein. Als Orientierung nennt der Verband außerdem das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.
ABC-Ausrüstung beim Gerätetauchen
Beim Tauchen mit Gerät ändert sich die Rolle der drei Teile. Die Maske bleibt unverändert wichtig — sie muss die Nase mit einschließen, weil sonst der Druckausgleich im Maskeninnenraum nicht möglich ist. Die Flossen werden meist größer und steifer gewählt als beim Schnorcheln, weil gegen den Widerstand der Ausrüstung anzukommen ist.
Der Schnorchel dagegen ist der einzige Teil, über dessen Mitnahme unter Gerätetauchern gestritten wird: Er hilft beim Schwimmen an der Oberfläche und spart Flaschenluft, kann sich aber in Höhlen, Wracks und an Leinen verfangen. Viele technische Taucher nehmen ihn deshalb gar nicht oder nur in einer zusammenrollbaren Ausführung in der Beintasche mit.
Quellen
- TÜV-Verband: Darauf kommt es bei Tauchmaske und Schnorchel an — Normen DIN EN 16805 und DIN EN 1972, Längengrenzen für Schnorchel, Anforderungen an Sichtscheibe und Dichtungen, GS-Zeichen
- Aquanaut: Woher kommt der Name „ABC-Ausrüstung“? — die beiden kursierenden Deutungen des Namens, ausdrücklich als Vermutung gekennzeichnet
