Flossen

Flossen - mit Tauchflossen aus dem Boot
Flossen - mit Tauchflossen aus dem Boot

Flossen ist der Sammelbegriff für alle an den Füßen getragenen Schwimmhilfen, die die Vortriebsfläche der Beine vergrößern. Gemeint sein können damit Schwimmflossen ebenso wie Taucherflossen — und in der Biologie etwas ganz anderes: die Flossen der Fische.

Warum die Kurzform im Tauchsport ungenau ist

Im Alltag sagt jeder „Flossen“, und niemand versteht es falsch. Im Tauchsport ist die Kurzform trotzdem unscharf, weil sich hinter den beiden Untergruppen unterschiedliche Konstruktionen verbergen.

Der Unterschied ist nicht bloß eine Frage der Bezeichnung. Er steckt in der Bauart: Taucherflossen haben größere, meist steifere Blätter und werden überwiegend mit offener Ferse über Füßlingen getragen; Schwimmflossen sind kürzer, weicher und meist geschlossen. Wer mit Schwimmflossen im Kaltwasser gerätetaucht, friert an den Füßen, und wer mit langen Taucherflossen Bahnentraining macht, trainiert einen Beinschlag, den er ohne Flossen nicht wiederfindet.

Deshalb führt dieses Lexikon beide als eigene Einträge — mit einer Ausnahme, die den Begriff wieder zusammenführt: Beim Schnorcheln mit ABC-Ausrüstung und beim Apnoetauchen lassen sich grundsätzlich alle Flossenarten verwenden. Erst mit steigendem Anspruch trennen sich die Wege.

Die Bestandteile

Jede Flosse besteht aus zwei Teilen: dem Fußteil, das die Kraft überträgt, und dem Flossenblatt, das sie ins Wasser bringt. Aus der Form des Fußteils ergibt sich die Grundunterscheidung zwischen geschlossenen Flossen und Geräteflossen mit Fersenband, aus Länge und Steifigkeit des Blattes alles Weitere.

Flosse — das hat auch der Fisch

In der Zoologie bezeichnet Flosse das Bewegungs- und Steuerorgan der Fische, und von dorther kommt das Wort. Fischflossen bestehen aus einem Gerüst aus Flossenstrahlen, das von einer Hautfalte, der Flossenhaut, überspannt wird. Bei Knochenfischen sind die Strahlen verknöchert, bei Knorpelfischen bestehen sie aus hornartigem Material. Verankert sind sie über Flossenstrahlträger in der Muskulatur.

Unterschieden werden unpaare Flossen — Rücken-, After- und Schwanzflosse — von den paarigen Brust- und Bauchflossen. Einige Arten tragen zusätzlich eine Fettflosse, die ohne stützende Strahlen auskommt. Welche Flossen vorhanden sind und wie sie aussehen, ist von Art zu Art verschieden und für die Bestimmung oft entscheidend.

Für Taucher ist das mehr als eine Wortherkunft: Die Schwanzflosse ist das, was einen Fisch antreibt, die paarigen Flossen sind es, mit denen er steuert und bremst. Wer beobachtet, welche Flosse ein Tier bewegt, sieht, ob es flieht, steht oder sich nur ausrichtet.

Siehe auch: Taucherflossen · Schwimmflossen · ABC-Ausrüstung

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