Die SSI-Anerkennungskarten sind Stufen, die man nicht in einem Kurs erwirbt, sondern durch eine Kombination aus abgeschlossenen Specialty-Programmen und geloggten Tauchgängen. Es gibt drei davon: Specialty Diver, Advanced Specialty Diver und Master Diver. Sie werden ausgestellt, sobald die Voraussetzungen im MySSI-Profil erfüllt sind.
Warum dieser Beitrag früher „SSI AOWD“ hieß
Bis Juni 2026 trug die mittlere dieser drei Stufen den Namen Advanced Open Water Diver. Genau daher stammt die Aussage, die man im deutschsprachigen Netz noch überall findet — auch hier stand sie: Der SSI AOWD sei „kein Kurs, sondern eine Erfahrungsanerkennung“.
Das stimmt so nicht mehr. Zum 8. Juni 2026 haben die SSI Scuba Training Standards zwei Dinge gleichzeitig geändert: Der frühere Kurs Advanced Adventurer heißt seither Advanced Open Water Diver, und die Anerkennungskarte, die vorher so hieß, wurde in Advanced Specialty Diver umbenannt. Im Änderungsprotokoll steht es wörtlich: „Im Kapitel zu den Credits wurde die Anerkennungskarte Advanced Open Water Diver in Advanced Specialty Diver geändert.“
Die Zahlen dahinter sind unverändert geblieben. Nur der Name ist ein anderer — und der Name „Advanced Open Water Diver“ bezeichnet jetzt etwas anderes, nämlich einen richtigen Kurs mit fünf Ausbildungstauchgängen. Wer beides verwechselt, redet aneinander vorbei.
Die drei Stufen im Überblick
| Anerkennungskarte | Voraussetzung | Geloggte Tauchgänge | Programme |
|---|---|---|---|
| SSI Specialty Diver | Open Water Diver | 12 | zwei Sporttauch-Specialty- oder Extended-Range-Programme |
| SSI Advanced Specialty Diver | Specialty Diver | 24 | vier Sporttauch-Specialty- oder Extended-Range-Programme |
| SSI Master Diver | Advanced Specialty Diver | 50 | Deep Diving und Diver Stress & Rescue plus drei weitere |
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens bauen die Stufen seit der Neufassung strikt aufeinander auf: Jede Karte setzt die vorherige voraus. Man springt also nicht direkt zum Master Diver, auch wenn man die Zahlen zusammenhätte.
Zweitens ist der Master Diver die einzige Stufe, die bestimmte Programme namentlich verlangt. Deep Diving und Diver Stress & Rescue sind Pflicht, die drei weiteren sind frei wählbar. Das ist eine sinnvolle Setzung: Die eine Ausbildung erweitert den Tiefenbereich, die andere befasst sich damit, was zu tun ist, wenn etwas schiefgeht.
Was angerechnet werden kann
Wer von einer anderen Ausbildungsorganisation kommt, verliert seine Ausbildung nicht. Für den Specialty Diver kann ein Specialty einer anderen anerkannten Organisation angerechnet werden, für die beiden höheren Stufen jeweils zwei. Voraussetzung ist, dass das SSI Training Center die fremden Zertifizierungen in MySSI einträgt — ohne diesen Schritt zählen sie nicht.
Für die Tauchgänge selbst gilt: Es gibt kein Zeitlimit für die Anrechnung. Tauchgänge aus dem Urlaub vor zehn Jahren zählen genauso wie die von letzter Woche, sofern sie protokolliert und bestätigt sind. Und wer den Advanced-Open-Water-Diver-Kurs gemacht hat, kann jeden einzelnen seiner dortigen Ausbildungstauchgänge auf das entsprechende Specialty-Programm anrechnen lassen — der Kurs zahlt also direkt auf die Anerkennungsstufen ein.
Was eine Anerkennungskarte nicht ist
Eine Anerkennungskarte erweitert für sich genommen keine Tiefengrenze und keine Berechtigung. Sie fasst zusammen, was man ohnehin schon hat. Wer als Advanced Specialty Diver auf dreißig Meter möchte, braucht dafür das Deep-Diving-Specialty oder den Advanced-Open-Water-Diver-Kurs — nicht die Karte. Die Befähigung hängt am Inhalt der absolvierten Programme, nicht am Status.
Das ist in der Praxis wichtig, weil Tauchbasen und Safari-Anbieter beim Einchecken auf die Tiefenfreigabe schauen. Eine Karte, die „Advanced“ im Namen trägt, beantwortet diese Frage nicht automatisch.
Was ich Tauchern rate
Ich halte diese Stufen für das ehrlichere Fortschrittsmaß, weil sie Tauchgänge verlangen und nicht nur Kurstage. Zwölf, vierundzwanzig, fünfzig geloggte Tauchgänge — das ist Erfahrung, die man nicht an einem verlängerten Wochenende sammelt.
Wer darauf hinarbeitet, sollte trotzdem nicht die Karte zum Ziel machen, sondern die Programme danach auswählen, wo er tatsächlich taucht. Für heimische Seen bringen Perfect Buoyancy, Navigation und Night & Limited Visibility mehr als jedes Tropenthema. Und wer ohnehin Richtung Master Diver denkt, macht Diver Stress & Rescue am besten früh — nicht als Sammelpunkt, sondern weil es der einzige Kurs ist, der einem den Ernstfall beibringt, bevor er eintritt.
Häufige Fragen
Siehe auch: SSI Advanced Open Water Diver: der Kurs · PADI AOWD und SSI AOWD im Vergleich · SSI Specialty Navigation
Quellen
- SSI: Scuba Training Standards und Verfahren. Nicht frei im Netz abrufbar, Bezug über SSI
- Scuba Schools International — Programmübersicht und MySSI

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