Jonas und die Tiefe – der Auftakt zur Reihe „Mein erster …“

Vier Taucher in Neoprenanzügen mit Maske und Schnorchel warten an der Wasseroberfläche auf das Zeichen zum Abtauchen
Der Moment vor dem Abtauchen – für jeden ersten Tauchgang derselbe. Foto: Robert So / Pexels

Dieser Beitrag ist der Auftakt zu unserer Reihe „Mein erster Tauchgang“. Darin erzählt Jonas, wie seine ersten Tauchgänge in den jeweiligen Disziplinen abgelaufen sind – nicht als Lehrbuchkapitel, sondern so, wie man es einem Kumpel am Beckenrand erzählen würde.

Es gibt zwei Arten, Tauchen zu erklären. Die eine steht in den Kursunterlagen: Verfahren, Grenzwerte, Reihenfolgen. Die andere beantwortet die Frage, die Einsteiger tatsächlich stellen – nämlich: Wie fühlt sich das an? Die Reihe „Mein erster …“ ist der Versuch, die zweite Frage zu beantworten, ohne dabei die erste zu ignorieren.


Wie das angefangen hat

Jonas ist nicht als Taucher zur Welt gekommen. Sein Sport war jahrelang ein anderer – erst der Fußballplatz, später das Rennrad. Was beide gemeinsam haben: Man wird schneller, stärker, ausdauernder, und man misst das. Tauchen funktioniert andersherum. Wer schnell ist, macht etwas falsch.

Der Anstoß kam von einem Freund, der schon länger tauchte und irgendwann nicht mehr lockerließ. Ein Schnuppertauchgang, mehr sollte es nicht werden. Es wurde bekanntlich mehr.

Was danach kam, ist ein Weg, den viele in Deutschland so oder ähnlich gehen: Pool, Theorie, die ersten Freiwassertauchgänge im heimischen See. Kein Karibikblau, sondern grünes Wasser, Neopren und die Erkenntnis, dass die Ausrüstung an Land ziemlich schwer ist und im Wasser gar nichts mehr wiegt.


Worum es in der Reihe geht

Jede Folge nimmt sich eine Disziplin vor und erzählt den ersten Tauchgang darin. Nicht den besten, nicht den spektakulärsten – den ersten, mit allem, was beim ersten Mal schiefgeht, überrascht oder anders ist als erwartet.

Dabei kommt regelmäßig etwas vor, das in Erlebnisberichten sonst gern weggelassen wird: die Voraussetzungen. Der Trockentauchanzug braucht einen Kurs. Das Innere eines Wracks braucht einen Kurs. Unter Eis braucht es einen Kurs und drei Leute an der Oberfläche. Das ist kein Kleingedrucktes, das man dazuschreibt, damit nichts passiert – es ist der Grund, warum diese Tauchgänge überhaupt zu einer schönen Geschichte geworden sind statt zu einer anderen.


Die Folgen

Mein erster Tieftauchgang – der Tauchgang, an dem sich die Wahrnehmung ändert: weniger Licht, weniger Farbe, weniger Zeit. Und die Erfahrung, dass Tiefe nichts ist, was man nebenbei macht.

Mein erster Nachttauchgang – wie ein vertrauter See nach Sonnenuntergang zu einem völlig anderen Ort wird, und was passiert, wenn man die Lampe für einen Moment ausschaltet.

Mein erster Trockentauchgang – der Umstieg auf den Trocki, die neue Tarierung und das ungewohnte Gefühl, im kalten Wasser trocken zu bleiben.

Mein erster Strömungstauchgang – der Tauchgang, bei dem man aufhören muss zu schwimmen. Über den Negativeinstieg, das Loslassen und die Boje, die das Boot findet.

Mein erster Wracktauchgang – warum die erste Runde außen herumging und was der Wreck-Kurs später daran geändert hat.

Mein erster Eistauchgang – zwanzig Minuten unter einer geschlossenen Decke, und der ganze Aufwand, der oben dafür nötig ist.


Für wen das gedacht ist

Vor allem für alle, die kurz vor einem dieser ersten Male stehen und wissen wollen, was sie erwartet. Die Reihe ersetzt keinen Kurs und will es auch nicht – sie nimmt die Nervosität davor ein Stück weit heraus, weil man ungefähr weiß, wie der Tag ablaufen wird.

Und für alle, die schon länger tauchen und sich beim Lesen an ihr eigenes erstes Mal erinnern. Erfahrungsgemäß ist das die zweite große Lesergruppe. Wer eine Folge liest und denkt „bei mir war das ganz anders“, hat vermutlich recht – und darf uns das gern in den Kommentaren erzählen. Genau dafür haben wir sie.

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