Hypothermie ist die medizinische Bezeichnung für die Unterkühlung: eine Körperkerntemperatur unter 35 °C. Im Tauchsport steht das Wort für dieselbe Sache wie Unterkühlung, aber für eine andere Perspektive — nämlich die klinische Einteilung nach Schweregraden, mit der Ärzte und Rettungsdienste arbeiten.
Das MSD Manual definiert die Hypothermie als „eine Körperkerntemperatur von < 35 °C“ und unterscheidet nach den Kriterien der Wilderness Medical Society drei Schweregrade: mild bei 32 bis 35 °C, moderat bei 28 bis 32 °C und schwer unter 28 °C. Wichtig für die Einschätzung am Wasser ist das Zittern: Es tritt zunächst intensiv auf und hört dann allmählich auf — danach fällt die Kerntemperatur schneller. Das Nachlassen des Zitterns ist also kein gutes Zeichen, sondern ein schlechtes.
Wie kurz der Weg dorthin ist, macht eine Zahl von DAN Europe deutlich: Wasser leitet Wärme 20- bis 27-mal schneller als Luft. Was aus einer erkannten Unterkühlung folgt, steht unter Wiedererwärmung.
Dieser Eintrag erklärt einen Fachbegriff. Er ersetzt keine tauchmedizinische Beratung und keine Behandlung. Bei Verdacht auf eine Unterkühlung gehört die betroffene Person in ärztliche Obhut.
Quellen
- MSD Manual, Profi-Ausgabe: Hypothermie — Definition unter 35 °C, Gradeinteilung, Verlauf des Zitterns.
- Alert Diver (DAN Europe): Hypothermia — Wärmeleitung des Wassers gegenüber Luft.
Zur Quellenlage: Die Gradeinteilung gibt das MSD Manual als Kriterien der Wilderness Medical Society wieder; deren Originalleitlinie liegt diesem Eintrag nicht zugrunde. Eine deutschsprachige tauchmedizinische Fundstelle, die dieselben Grenzen für den Tauchsport übernimmt, ist hier nicht belegt.
