Taucher an einer Abstiegsleine fuehrt beim Abtauchen den Druckausgleich durch und haelt sich dabei die Nase zu.

Abtauchgeschwindigkeit

Die Abtauchgeschwindigkeit ist die Rate, mit der ein Taucher beim Abstieg Tiefe gewinnt, üblicherweise in Metern pro Minute angegeben. Anders als bei der Aufstiegsgeschwindigkeit steht dahinter keine einheitliche Verbandszahl: Begrenzt wird der Abstieg vom Druckausgleich, […]

Aufstiegsgeschwindigkeit

Aufstiegsgeschwindigkeit

Die Aufstiegsgeschwindigkeit ist die Rate, mit der ein Taucher am Ende eines Tauchgangs Tiefe abbaut, angegeben in Metern pro Minute. Sie bestimmt, wie schnell der Umgebungsdruck fällt, und entscheidet damit mit darüber, ob gelöstes Inertgas […]

Display eines Tauchcomputers mit der Balkendarstellung der geschätzten Gassättigung in den einzelnen Gewebekompartimenten während des Aufstiegs.

Bühlmann-Algorithmus

Der Bühlmann-Algorithmus ist ein Dekompressionsmodell, das Aufnahme und Abgabe von Inertgas im Körper über eine Reihe gedachter Kompartimente berechnet und daraus Nullzeiten, Aufstiegsvorgaben und Dekompressionsstopps ableitet. Entwickelt hat ihn der Schweizer Mediziner Albert A. Bühlmann […]

DCS

DCS steht für Decompression Sickness und ist die international übliche Abkürzung für die Dekompressionskrankheit. Sie begegnet Tauchern überall dort, wo der deutsche Begriff zu lang oder die Umgebung englischsprachig ist – in Kursunterlagen, in Tauchcomputer-Menüs, […]

Zwei schematische Aufstiegsprofile mit gleicher Gesamtstoppzeit: links liegt die Stoppzeit überwiegend tief, rechts überwiegend flach

Deep Stop

Ein Deep Stop, deutsch Tiefenstopp, ist ein zusätzlicher kurzer Halt im tiefen Abschnitt des Aufstiegs, üblicherweise etwa auf halbem Weg zwischen der größten Tiefe und dem ersten regulären Stopp. Er ist damit das Gegenstück zum […]

Taucher hält an der Aufstiegsleine einen Dekompressionsstopp und führt eine zusätzliche Stageflasche seitlich am Harness.

Deko-Gas

Ein Deko-Gas ist ein Atemgas, das ein Taucher nicht für den Aufenthalt in der Zieltiefe mitnimmt, sondern allein für die Dekompression auf dem Weg nach oben. Es enthält deutlich mehr Sauerstoff als das Bodengas und […]

Taucher beim Aufstieg unter einem Tauchboot, die letzten Meter vor dem Sicherheitsstopp

Dekompression

Dekompression bezeichnet die kontrollierte Verringerung des Umgebungsdrucks am Ende eines Tauchgangs. Sie ist kein zusätzlicher Handgriff, sondern die zwangsläufige Kehrseite des Abtauchens: Wer den Druck aufgebaut hat, muss ihn auch wieder abbauen — langsam genug, […]

Display eines Tauchcomputers mit der Balkendarstellung der geschaetzten Gassaettigung in den Gewebekompartimenten nach abgeschlossener Dekompression.

Dekompressionsalgorithmus

Ein Dekompressionsalgorithmus ist das Rechenverfahren, mit dem ein Tauchcomputer oder eine Planungssoftware aus Tiefe, Zeit und Atemgas ableitet, wie lange ein Taucher bleiben und wie er aufsteigen darf. Er bildet die Aufnahme und Abgabe von […]

Eine Druckkammer, wie sie zur Behandlung von Dekompressionsunfaellen und fuer experimentelle Tauchgaenge eingesetzt wird.

Dekompressionskrankheit

Die Dekompressionskrankheit ist eine Erkrankung, die entsteht, wenn zuvor im Gewebe gelöstes Inertgas beim Abfall des Umgebungsdrucks als freie Blase ausfällt. Die Blasen verlegen kleine Gefäße, schädigen Gewebe und lösen Entzündungsreaktionen aus. Sie ist neben […]

Dekompressionsstopp

Ein Dekompressionsstopp ist ein vorgeschriebener Halt in festgelegter Tiefe während des Aufstiegs, der so lange dauert, bis der Körper genug Inertgas abgeatmet hat, um weiter aufsteigen zu dürfen. Anders als der freiwillige Sicherheitsstopp ist er […]

Schematisches Tauchprofil: Abstieg auf 40 Meter, Grundzeit, danach Aufstieg mit Zwischenstopps auf 12, 9, 6 und 3 Metern Tiefe, wobei die flacheren Stufen länger dauern.

Dekompressionsstufe

Dekompressionsstufe bezeichnet eine der festen Tiefen, auf denen ein dekompressionspflichtiger Aufstieg unterbrochen wird – im metrischen Raster üblicherweise 3, 6, 9 und 12 Meter. Der Begriff meint die Tiefenstufe; der Halt auf ihr heißt Dekompressionsstopp. […]

Schematische Skala des Dekompressionsstresses mit zwei Marken: links der Doppler-Endpunkt messbarer venöser Gasblasen, rechts der klassische Endpunkt der aufgetretenen Dekompressionskrankheit; der Abstand dazwischen ist als Reserve der Doppler-Tabellen ausgewiesen

Doppler-Nullzeitgrenzen

Doppler-Nullzeitgrenzen sind Nullzeiten, die nicht aus Krankheitsfällen abgeleitet wurden, sondern aus dem Nachweis venöser Gasblasen per Ultraschall. Sie fallen kürzer aus als die älteren Grenzwerte der US Navy und liegen den Tabellen mehrerer Ausbildungsverbände zugrunde. […]

Taucher hält auf einem flachen Stopp an der Aufstiegsleine seine Position, während Blasen langsam an ihm vorbei zur Oberfläche steigen.

Entsättigung

Entsättigung bezeichnet die Abgabe des in Blut und Gewebe gelösten Inertgases, sobald der Umgebungsdruck sinkt. Sie ist der Gegenvorgang zur Sättigung und läuft nach demselben Gefälleprinzip, nur in die andere Richtung. Der Unterschied liegt nicht […]

Blick aus einem Flugzeugfenster über eine Riffküste, im Vordergrund eine Tauchmaske auf dem Klapptischchen.

Fliegen nach dem Tauchen

Fliegen nach dem Tauchen bezeichnet den Flug in einer Kabine, deren Druck unter dem Druck auf Meereshöhe liegt, während im Körper noch Reststickstoff aus dem Tauchgang gelöst ist. Der Druckabfall beim Steigflug setzt die Entsättigung […]

Blick aus dem Fenster eines Verkehrsflugzeugs über die Tragfläche auf eine geschlossene Wolkendecke

Flugverbot nach dem Tauchen

Das Flugverbot nach dem Tauchen ist die Wartezeit, die zwischen dem letzten Tauchgang und dem Aufenthalt bei geringerem Umgebungsdruck liegen soll – in der Praxis vor allem vor dem Rückflug. Es soll verhindern, dass der […]

Blick aus dem Fenster eines Verkehrsflugzeugs über die Tragfläche auf eine geschlossene Wolkendecke

Flugverbotszeit

Flugverbotszeit ist die im deutschen Sprachgebrauch übliche Bezeichnung für die Wartezeit zwischen dem letzten Tauchgang und dem Antritt eines Fluges. Englischsprachig und auf dem Display vieler Tauchcomputer heißt sie „No Fly Time“. Der Sache nach […]

Schematisches Diagramm: Eine Linie markiert den M-Wert als rechnerische Obergrenze des Gasüberdrucks im Gewebe. Darunter verläuft gestrichelt die Linie zwischen GF Low beim ersten tiefen Stopp und GF High beim Auftauchen an die Oberfläche.

Gradientenfaktoren

Gradientenfaktoren sind zwei Prozentwerte, mit denen die Grenzwerte eines nach Bühlmann rechnenden Tauchcomputers abgesenkt werden: GF Low gilt für den tiefsten Dekompressionsstopp, GF High für das Auftauchen an die Oberfläche. Sie verändern nicht das Modell […]

Taucher bewegt sich in gleichbleibender Tiefe an einer Riffwand entlang.

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit — im Dekompressionsmodell auch Halbsättigungszeit genannt — gibt an, wie lange ein Gewebekompartiment braucht, um die Hälfte des Weges zwischen seinem eigenen Inertgasdruck und dem gerade anliegenden zurückzulegen. Sie ist die Größe, die […]

Taucher an einer senkrecht ins Dunkle abfallenden Steilwand in großer Tiefe

Isobare Gegendiffusion

Die isobare Gegendiffusion bezeichnet die gegenläufige Ein- und Ausdiffusion zweier Inertgase bei gleichbleibendem Umgebungsdruck. Sie kann dazu führen, dass die Menge gelösten Gases im Gewebe steigt und Blasen entstehen, obwohl der Taucher weder aufsteigt noch […]

Taucher steigt über flachem Sandgrund auf, mehrere getrennte Blasenketten im Wasser deuten vorangegangene Auf- und Abstiege an.

Jo-Jo-Tauchgang

Ein Jo-Jo-Tauchgang ist ein Tauchgang mit mehrfachen, schnellen Tiefenwechseln – einer Folge von Abstiegen und Beinahe-Aufstiegen innerhalb desselben Tauchgangs. Der Begriff ist das deutsche Wort für dieses Profil und wird von der Gesellschaft für Tauch- […]

Blick aus dem Fenster eines Verkehrsflugzeugs über die Tragfläche auf eine geschlossene Wolkendecke

Kabinenhöhe

Die Kabinenhöhe ist die Höhe über dem Meer, deren Luftdruck in der Druckkabine eines Flugzeugs herrscht. Sie ist nicht die Flughöhe: Während das Flugzeug in elf Kilometern fliegt, entspricht der Druck in der Kabine einer […]

Oberflächenpause an Deck: Zwei Taucher sitzen von hinten gesehen auf der Bank, dahinter die aufgereihten Tauchgeräte.

Kompartiment

Ein Kompartiment ist im Dekompressionsmodell ein gedachtes Gewebe, das Inertgas mit einer festgelegten Halbwertszeit aufnimmt und wieder abgibt. Es ist kein Organ und kein Messwert, sondern eine Rechengröße. Tauchcomputer führen mehrere solcher Kompartimente parallel; das […]

Taucher schwebt waagerecht auf einem flachen Stopp im Blauwasser, darüber die spiegelnde Wasseroberfläche.

M-Wert

Der M-Wert ist der höchste Inertgasdruck, den ein Gewebekompartiment bei einem gegebenen Umgebungsdruck ertragen soll, ohne dass symptomatische Blasen entstehen. Er ist die Grenzlinie jedes klassischen Dekompressionsmodells. Was ein Tauchcomputer als Stopptiefe ausrechnet, ist im […]

Drei Felder im Vergleich: Unter Druck ist der Stickstoff als feine Punkte im Gewebe gelöst. Beim langsamen Aufstieg wandert er gelöst zur Lunge. Beim zu schnellen Aufstieg fällt er als freie Blase aus, dargestellt durch orange Kreise.

Mikroblasen

Mikroblasen sind winzige Gasblasen, die sich nach einem Tauchgang im venösen Blut und im Gewebe bilden, wenn zuvor gelöstes Inertgas aus der Lösung tritt. Sie treten auch nach völlig unauffälligen Tauchgängen ohne jede Beschwerde auf […]

Taucher schwebt an einer steil abfallenden Riffwand, unter ihm das Dunkelblau, ueber ihm heller durchleuchtetes Wasser.

Multileveltauchgang

Ein Multileveltauchgang ist ein Tauchgang, dessen Grundphase in mehr als einem Tiefenbereich stattfindet: Der Taucher bleibt nicht auf der Maximaltiefe, sondern arbeitet sich stufenweise oder gleitend nach oben. Für die Dekompressionsrechnung ist das der Normalfall […]

Taucher schwebt kurz unter der Wasseroberfläche und blickt auf sein Handgelenk.

Nullzeit

Die Nullzeit ist die maximale Grundzeit, die in einer bestimmten Tiefe verbracht werden darf, ohne dass beim Aufstieg Dekompressionsstopps zwingend werden. Sie ist keine Eigenschaft des Wassers, sondern das Ergebnis einer Modellrechnung — und deshalb […]

Zwei Taucher machen zwischen zwei Tauchgängen Pause auf der Bordwand eines Tauchboots, die Ausrüstung steht abgelegt dahinter.

Oberflächenpause

Die Oberflächenpause ist die Zeit zwischen dem Auftauchen aus einem Tauchgang und dem Abtauchen zum nächsten. Sie ist kein organisatorischer Puffer, sondern Entsättigungszeit: In ihr gibt der Körper einen Teil des aufgenommenen Stickstoffs wieder ab. […]

Eine Druckkammer, wie sie zur Behandlung von Dekompressionsunfaellen und fuer experimentelle Tauchgaenge eingesetzt wird.

Rekompression

Die Rekompression ist die erneute Druckerhöhung nach einem Tauchunfall, in aller Regel in einer Druckkammer und unter Atmung von reinem Sauerstoff. Sie verkleinert vorhandene Gasblasen, beschleunigt das Auswaschen des Inertgases und verbessert die Sauerstoffversorgung des […]

Drei Tauchcomputer verschiedener Hersteller nebeneinander, deren Anzeigen sich in Aufbau und Rechenmodell unterscheiden.

RGBM-Modell

Das RGBM-Modell (Reduced Gradient Bubble Model) ist ein Dekompressionsmodell, das nicht nur das im Gewebe gelöste Inertgas berechnet, sondern zusätzlich vorhandene Gasblasenkerne und deren Wachstum. Entwickelt hat es der US-amerikanische Physiker Bruce Wienke; in Tauchcomputern […]

Taucher steigt neben einer steil abfallenden Riffwand im Mittelwasser auf, unter ihm das dunkle Blau, über ihm die Wasseroberfläche.

Sägezahnprofil

Ein Sägezahnprofil ist ein Tauchgang, bei dem der Taucher mehrfach auf- und wieder absteigt, statt die Tiefe in eine Richtung zu verlassen. Der Name beschreibt die Form der Tiefenkurve, ohne etwas darüber zu sagen, wie […]

Taucher schwebt regungslos ueber einer weiten Sandebene, eine feine Blasenkette steigt auf.

Sättigung

Sättigung bezeichnet die Aufnahme von Inertgas — beim Sporttauchen im Wesentlichen Stickstoff — aus dem Atemgas in Blut und Gewebe. Sie läuft, solange der Inertgaspartialdruck im Atemgas höher ist als im Gewebe, und sie ist […]

Taucher beim Aufstieg unter einem Tauchboot, die letzten Meter vor dem Sicherheitsstopp

Sicherheitsstopp

Der Sicherheitsstopp ist ein zusätzlicher Halt am Ende eines Tauchgangs innerhalb der Nullzeit, üblicherweise drei Minuten in etwa fünf Metern Tiefe. Er ist nicht rechnerisch erforderlich — anders als ein Dekompressionsstopp — sondern eine freiwillige […]

Taucherin schwebt am Sicherheitsstopp an einer Aufstiegsleine und sieht auf ihren Tauchcomputer.

Tauchzeit

Die Tauchzeit ist die Zeitspanne, die ein Taucher bei einem Tauchgang insgesamt unter Wasser verbringt — vom Abtauchen bis zum Auftauchen, einschließlich Aufstieg und aller Stopps. Sie ist damit länger als die Grundzeit, die nur […]

Winzige Gasbläschen bilden sich an einem Stein unter Wasser und lösen sich ab.

Übersättigung

Übersättigung liegt vor, wenn der Druck des im Gewebe gelösten Inertgases höher ist als der Umgebungsdruck. Sie entsteht bei jedem Aufstieg und ist für sich genommen nicht gefährlich — sie ist sogar die Voraussetzung dafür, […]

Blick in den Innenraum einer klinischen Mehrpersonen-Druckkammer mit Sitzbaenken, Bullaugen, Maskenanschluessen und Druckschleusentuer.

US Navy Treatment Table 6

Die US Navy Treatment Table 6 ist der Standard-Behandlungsplan der Druckkammer für die Dekompressionskrankheit und die arterielle Gasembolie. Der Verunglückte wird auf einen Behandlungsdruck von 280 Kilopascal gebracht — 2,8 bar absolut, das entspricht 18 […]

Beschwerdefreier Taucher sitzt nach dem Tauchgang an Deck und atmet Sauerstoff über ein Demand-Ventil, ein Helfer kniet daneben.

Verpasster Dekompressionsstopp

Ein verpasster Dekompressionsstopp ist das Auftauchen an die Oberfläche, bevor eine vorgeschriebene Dekompressionsstufe abgesessen war — sei es, weil der Gasvorrat nicht reichte, weil ein Problem an der Ausrüstung dazu zwang oder weil der Taucher […]

Zwei Haende halten an Bord eines Tauchbootes eine kunststoffbeschichtete Dekompressionstabelle, daneben liegen Taucheruhr und Bleistift.

Wiederholungsgruppe

Die Wiederholungsgruppe ist das Kennzeichen — meist ein Buchstabe —, das eine Dekompressionstabelle einem Taucher nach dem Auftauchen zuweist und das die rechnerisch noch im Körper verbliebene Stickstoffmenge abbildet. Sie verändert sich während der Oberflächenpause […]

Taucher am Fuehrungsseil

Wiederholungstauchgang

Wiederholungstauchgang (nicht nur ein Folgetauchgang) Man könnte meinen, dass ein Wiederholungstauchgang eben einfach ein wiederholtes Abtauchen unter die Wasseroberfläche ist. Das ist zunächst auch richtig, aber nicht immer wenn der Taucher innerhalb kürzerer Zeit abtaucht, […]