Die Nitrox-Tabelle auf dieser Seite nennt für jedes gängige Gemisch die maximale Einsatztiefe — also die Tiefe, bis zu der ein Gemisch beim gewählten Sauerstoffgrenzwert benutzt werden darf. Der Rechner darüber macht dasselbe für jeden Zwischenwert und gibt zusätzlich die äquivalente Lufttiefe, den Sauerstoffpartialdruck auf einer bestimmten Tiefe und das beste Gemisch für eine geplante Tiefe aus.

Der Rechner

Er rechnet im Browser, ohne dass Daten die Seite verlassen. Ein Wort zur Genauigkeit, weil es hier ausnahmsweise darauf ankommt: Der Rechner arbeitet mit ganzen Zahlen, nicht mit Fließkommazahlen. Das klingt nach Erbsenzählerei, ist es aber nicht. Rechnet man EAN28 bei 1,4 bar naiv im Browser, kommt 39 Meter heraus — richtig sind 40. Der Grund ist, dass 1,4 ÷ 0,28 im Binärformat knapp unter 5 landet und das anschließende Abrunden dann eine Stufe zu tief greift. Bei 11 der 36 Felder dieser Tabelle geht die Rechnung exakt auf, und genau diese Felder sind gefährdet. Der Fehler geht zugunsten des Tauchers aus, er ist also nicht gefährlich — aber falsch ist er trotzdem.

Wie gerechnet wird

SSI rechnet im Süßwasser mit 10,2 m je bar. Der Grund ist die Dichte: für 1 bar braucht es in Süßwasser 10,197 m Wassersäule, in Salzwasser nur 9,948 m — das Verhältnis ist genau 1,025.

Der Oberflächendruck betrifft nur ppO2, MOD, EAD und das beste Gemisch. Für die Dekompression im Bergsee braucht es Bergseetabellen oder einen Tauchcomputer mit Höhenprogramm.

Nitrox-Tabelle: maximale Einsatztiefe

Gerechnet mit der Konvention 10 Meter = 1 bar und einem Oberflächendruck von 1,0 bar, so wie es die Kurstabellen aller Verbände tun. Alle Werte sind abgerundet: Die maximale Einsatztiefe ist eine Obergrenze, und eine Obergrenze wird niemals zum eigenen Vorteil gerundet.

Gemisch O₂ 1,3 bar 1,4 bar 1,6 bar
Luft 21 % 51 m 56 m 66 m
EAN28 28 % 36 m 40 m 47 m
EAN30 30 % 33 m 36 m 43 m
EAN32 32 % 30 m 33 m 40 m
EAN34 34 % 28 m 31 m 37 m
EAN36 36 % 26 m 28 m 34 m
EAN38 38 % 24 m 26 m 32 m
EAN40 40 % 22 m 25 m 30 m
Maximale Einsatztiefe in Metern, abgerundet. Luft steht bewusst mit in der Tabelle: Sie ist ein Nitroxgemisch mit 21 % Sauerstoff, und die Rechnung ist dieselbe.

Dekogase — technisches Tauchen

Der zweite Block ist abgesetzt, weil er nicht mehr zum Sporttauchen gehört. Gemische über 40 % Sauerstoff werden als Dekompressionsgase mitgeführt und erst im Aufstieg geatmet. Wer sie benutzt, hat dafür eine eigene Ausbildung, kennzeichnet die Flasche und wechselt das Gas nach festem Verfahren mit Kontrolle durch den Partner. Die Tiefen in dieser Tabelle sind Wechseltiefen, keine Grundtiefen.

Gemisch O₂ 1,3 bar 1,4 bar 1,6 bar
EAN50 50 % 16 m 18 m 22 m
EAN60 60 % 11 m 13 m 16 m
EAN80 80 % 6 m 7 m 10 m
Sauerstoff 100 % 3 m 4 m 6 m
Wechseltiefen für Dekompressionsgase, abgerundet. Reiner Sauerstoff endet bei 1,6 bar auf 6 Metern — das ist der Grund für die verbreitete 6-Meter-Grenze.

Wie die Werte zustande kommen

Die Rechnung steht auf dem Gesetz von Dalton: Der Partialdruck eines Gases ist sein Anteil am Gemisch, multipliziert mit dem Absolutdruck. Umgestellt nach der Tiefe ergibt das

MOD = [10 × (ppO₂ ÷ FO₂)] − 10

Für EAN32 bei 1,4 bar: 1,4 ÷ 0,32 = 4,375 bar Absolutdruck, davon 1 bar Luftdruck ab, mal 10 — macht 33,75 Meter, abgerundet 33 Meter. Auf 34 Metern lägen es 1,41 bar. Wer kaufmännisch auf 34 rundet, überschreitet den Grenzwert, den er sich gerade gesetzt hat. Das ist der ganze Grund für die Abrundungsregel, und sie gilt allgemein: Was eine Obergrenze ist, wird abgerundet; was eine Untergrenze ist — Restdruck, Gasreserve, Stoppzeit, Oberflächenpause —, wird aufgerundet.

Warum andere Tabellen andere Zahlen zeigen

Wer vergleicht, findet Abweichungen, und sie haben zwei nachvollziehbare Ursachen. Die erste ist die Umrechnung aus dem imperialen System: PADI nennt für EANx32 34 m / 112 ft, und 112 Fuß sind 34,14 Meter — die Zahl ist in Fuß gerundet und dann umgerechnet worden. Die zweite ist kaufmännisches Runden: Das CMAS-Fact-Sheet nennt für Luft bei 1,4 bar 57 Meter, gerechnet sind es 56,67. SSI und Taucherpedia führen dagegen 56, 33 und 28 Meter, also dieselben Werte wie hier.

Im Zweifel gilt der kleinere Wert. Wer nach dem Standard seines eigenen Verbandes taucht, nimmt dessen Tabelle — nicht diese.

Der Punkt, den kaum eine Tabelle nennt

Die Konvention „10 Meter = 1 bar“ ist eine Vereinfachung. Salzwasser wiegt mehr: Der hydrostatische Druck steigt dort um rund 0,101 bar je Meter statt um 0,100. Rechnet man die abgerundeten Tabellenwerte mit dieser echten Dichte nach, überschreiten 20 der 36 Felder den Grenzwert, um den sie gerade gerundet wurden — am knappsten EAN28 bei 1,4 bar und EAN32 bei 1,6 bar, beide auf 40 Metern, wo real 1,4112 beziehungsweise 1,6128 bar anliegen. Das sind 0,8 Prozent.

Das ist kein Fehler dieser Tabelle. Alle Verbandstabellen rechnen so, und die Grenzwerte selbst sind keine Kanten, hinter denen etwas passiert — sie sind konservativ gesetzte Marken. Aber es gehört gesagt, weil es der Abrundungsregel eine Grenze zieht: Die Rundung schafft keine zusätzliche Sicherheit, sie verhindert nur, dass man die Vereinfachung auch noch aufrundet. Wer es genau will, stellt den Rechner oben auf Salzwasser um; dann rechnet er mit 0,101 bar je Meter durch.

Was die Verbände als Grenzwert nennen

Quelle Grenzwert Wozu
ISO 11107:2009 max. 1,6 bar Die Norm, gegen die die Nitroxprogramme zertifiziert sind: „the maximum PO2 shall not exceed 160 kPa (1,6 bar)“ im Ausbildungstauchgang
CMAS 1,4 und 1,6 bar 1,4 bar für den Tauchgang, 1,6 bar als absolute Obergrenze
SSI bis 40 % O₂, 30 m Enriched Air Nitrox nach ISO 11107; die Tiefenbegrenzung des Kurses liegt unter der rechnerischen MOD
PADI EANx32 → 34 m / 112 ft Angabe aus dem imperialen System umgerechnet
TDI 1,4 bar gelehrt gegenüber den 1,6 bar, die auf die NOAA zurückgehen; für EAN32 bei 1,6 bar nennt TDI 40 m, für EAN36 34 m
Vier Verbände und die Norm. Die Werte bleiben ihrer Quelle zugeordnet und werden nicht vermischt.

⚠️ Als Verbandswerte belegt sind 1,4 und 1,6 bar. Die Spalte 1,3 bar steht als konservativer Zwischenwert daneben: Nach den NOAA-Einwirkzeiten von 1991 durfte man bei 1,3 bar 180 Minuten am Stück atmen statt 150 Minuten wie bei 1,4 bar. Für 1,3 bar ist diese Zeit 2025 neu gefasst worden — auf bis zu 240 Minuten Arbeitsphase plus 240 Minuten Ruhephase (Einzelheiten und Einschränkungen); für 1,4 bar gilt der alte Wert unverändert. Eine Verbandsempfehlung, den Tauchgang von vornherein mit 1,3 bar zu planen, gibt es aber nicht — der Wert steht für lange Expositionen und für Sollwerte am Kreislaufgerät.

Die MOD ist nur eine von mehreren Grenzen

Eine Tabelle wie diese verführt dazu, die MOD für die Tiefengrenze zu halten. Sie ist die Sauerstoffgrenze, sonst nichts. Daneben stehen mindestens vier weitere, und in der Praxis greift fast immer eine davon zuerst:

  • Die Ausbildungsgrenze. Ein Nitroxkurs nach ISO 11107 führt bis 30 Meter. Dass EAN32 rechnerisch 33 Meter erlaubt, macht daraus keine Erlaubnis.
  • Die Nullzeit. Nitrox verlängert sie, es hebt sie nicht auf. Auf 33 Metern ist sie kurz.
  • Die Narkose. Der Tiefenrausch richtet sich nach dem Stickstoffanteil, und der ist bei Nitrox nur wenig kleiner. Sauerstoff wirkt selbst narkotisch — der oft behauptete klare Kopf ist nicht belegt.
  • Die kumulative Belastung. Über den einzelnen Tauchgang hinaus zählen CNS-Uhr und OTU, besonders an Mehrtauchgangstagen.

Wie lange man einen Partialdruck atmen darf

Die MOD ist ein Momentanwert. Sie sagt, ob ein Gas auf dieser Tiefe zulässig ist — nicht, wie lange. Dafür stehen die NOAA-Einwirkzeiten, die im Sporttauchbereich als Maßstab gelten:

ppO₂ Höchstdauer je Einzeltauchgang
1,6 bar 45 min
1,5 bar 120 min
1,4 bar 150 min
1,3 bar 180 min
1,2 bar 210 min
1,1 bar 240 min
1,0 bar 300 min
NOAA-Einwirkzeiten für den einzelnen Tauchgang. Die Quelle führt zusätzlich die Zwischenstufen 1,55 / 1,45 / 1,35 / 1,25 bar (83 / 135 / 165 / 195 Minuten) und darunter 0,8 / 0,7 / 0,6 bar.

Der Sprung von 1,4 auf 1,6 bar kostet also zwei Drittel der zulässigen Zeit — 150 Minuten werden zu 45. Das ist der eigentliche Grund, warum 1,6 bar als Grenze für den Dekostopp gilt und nicht für den Grund. Für den ganzen Tag kommt eine zweite Grenze dazu: Das SSI-Schulungsbuch nennt bei 1,4 bar 180 Minuten je 24 Stunden.

⚠️ Zur Belegkette: Die Primärquelle ist das NOAA Diving Manual, das nicht frei zugänglich ist. Die Werte oben stammen aus dem Nitrox-Skript von divetable.info, das sie der NOAA zuschreibt; der Wert für 1,4 bar deckt sich mit dem SSI-Schulungsbuch. Das frei verlinkbare NOAA-Dokument Diving Medical Technician Reference and Formulas enthält diese Tabelle nicht — wer sie dort sucht, findet sie nicht.

Und der Satz, den ich in der Ausbildung am häufigsten sage: Jedes Gemisch wird selbst analysiert. Die Zahl auf dem Flaschenanhänger ist nicht die Zahl in der Flasche, bis man sie gemessen hat. Erst danach rechnet man mit ihr.

Die äquivalente Lufttiefe

Die zweite Zeile im Rechner beantwortet die andere Frage: Nicht „wie tief darf ich mit dem Gas“, sondern „wie stark belastet mich dieser Tauchgang mit Stickstoff“. Die EAD übersetzt einen Nitroxtauchgang in den Lufttauchgang gleicher Stickstoffbelastung, damit man mit einer Lufttabelle weiterrechnen kann:

EAD = [(1 − FO₂) × (Tiefe + 10) ÷ 0,79] − 10

EAN36 auf 27 Metern ergibt 19,97 Meter — man plant also wie einen Lufttauchgang auf 20 Meter. Der Faktor 0,79 ist der Stickstoffanteil der Luft; die NOAA führt dieselbe Formel imperial mit dem Summanden 33 Fuß. Anders als bei der MOD wird die EAD aufgerundet: Man geht mit ihr in eine Tabelle, und dort ist die nächsttiefere Zeile die sichere. Beim Sauerstoff hilft die EAD nicht weiter — dafür ist die MOD zuständig.

Die Tabelle zum Mitnehmen

Eine Seite, gedacht zum Ausdrucken, Laminieren und in die Tauchtasche legen: die maximale Einsatztiefe für jeden Sauerstoffanteil von 21 bis 40 Prozent in ganzen Schritten, bei 1,2, 1,4 und 1,6 bar. Alle Werte sind ausgerechnet, auch die tiefen — aber jeder Wert jenseits der 40-Meter-Grenze des Sporttauchens ist grau hinterlegt, kursiv und rot gesetzt und durch eine Treppenlinie vom Rest abgetrennt. Die Kennzeichnung trägt auch im Schwarz-Weiß-Ausdruck. Auf der Rückseite des Blattes ist Platz für die eigenen Notizen.

Nitrox-Tabelle zum Ausdrucken: Vorschau, Download und freie Weitergabe  ·  direkt zum PDF

Haftungsausschluss

Tabelle und Rechner werden ohne Gewähr zur Verfügung gestellt. Eine Haftung für ihre Benutzung wird nicht übernommen. Die Verantwortung für die Gasplanung und für jeden Tauchgang liegt allein beim Benutzer.

Quellen

Welchen Grenzwert soll ich nehmen — 1,4 oder 1,6 bar?
1,4 bar für den Tauchgang, 1,6 bar als Obergrenze, die man nicht überschreitet. So lehren es CMAS und TDI, und die ISO-Norm zieht die Linie bei 1,6. Der Abstand ist kein Sicherheitspuffer für den Notfall, sondern Rechnung mit Reserve: Anstrengung, Kälte und CO₂-Anstieg verschieben die Empfindlichkeit, und wo genau ein Sauerstoffkrampf einsetzt, ist individuell verschieden und nicht vorhersagbar. Wer im Kreislaufgerät mit einem festen Sollwert taucht, folgt dem Verfahren seiner Ausbildung.
Warum steht Luft in einer Nitrox-Tabelle?
Weil Luft ein Nitroxgemisch mit 21 % Sauerstoff ist und dieselbe Rechnung gilt. Bei 1,4 bar ergibt das 56 Meter — und das ist der Grund, warum die Sauerstoffgrenze beim Sporttauchen mit Luft praktisch nie greift: Die Ausbildungsgrenze von 40 Metern, die Nullzeit und der Tiefenrausch liegen alle davor. Bei Nitrox ist es umgekehrt, dort ist die Sauerstoffgrenze die erste, die man trifft.
Mein Tauchcomputer zeigt eine andere MOD als die Tabelle. Wer hat recht?
Wahrscheinlich beide. Computer rechnen mit der tatsächlichen Wasserdichte und dem gemessenen Oberflächendruck, die Tabelle mit der Konvention 10 Meter = 1 bar und 1,0 bar an der Oberfläche. Im Salzwasser fällt der Computerwert deshalb einen Meter flacher aus, im Süßwasser einen Meter tiefer. Der Rechner oben zeigt beide Rechenwege — dafür ist der Umschalter da. Weichen die Werte um mehr als ein, zwei Meter ab, stimmt die Gemischeinstellung im Computer nicht.