Apnoetauchen am Seil

Apnoe

Apnoe bezeichnet das Aussetzen der Atmung – entweder unwillkürlich als medizinischer Befund oder willentlich, wie beim Apnoetauchen. Die Dauer reicht von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten. Herkunft und Aussprache Das Wort stammt aus dem […]

Erstversorgung an Deck: Ein Taucher liegt in stabiler Seitenlage, ein Helfer gibt ihm Sauerstoff.

Arterielle Gasembolie

Die arterielle Gasembolie (AGE) ist der Verschluss von Arterien durch Gasblasen, die beim Aufstieg aus der überdehnten Lunge in den Blutkreislauf gelangen. Sie ist die gefürchtetste Form des Tauchunfalls: Die Beschwerden setzen binnen Minuten nach […]

Vier Quadrate zeigen, wie ein abgeschlossenes Gasvolumen mit der Tiefe schrumpft: 100 Prozent an der Oberfläche bei 1 bar, 50 Prozent auf 10 Metern, 33 Prozent auf 20 Metern und 25 Prozent auf 30 Metern.

Barotrauma

Ein Barotrauma ist eine Verletzung von Körpergewebe, die durch einen Druckunterschied zwischen einem luftgefüllten Hohlraum und der Umgebung entsteht. Beim Tauchen betrifft es vor allem Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Lunge und Magen-Darm-Trakt – also die Räume, deren […]

Taucher wartet reglos an einer senkrechten Aufstiegsleine im offenen Blauwasser auf seiner Stopptiefe

CNS-Uhr

Die CNS-Uhr ist eine Prozentrechnung, mit der Tauchcomputer und Gasplaner die bisherige Belastung durch erhöhten Sauerstoffpartialdruck gegen die für diesen Druck angesetzte Höchstexpositionszeit verrechnen. Hundert Prozent heißt: Die zulässige Zeit ist ausgeschöpft. Sie bildet ausschließlich […]

DCS

DCS steht für Decompression Sickness und ist die international übliche Abkürzung für die Dekompressionskrankheit. Sie begegnet Tauchern überall dort, wo der deutsche Begriff zu lang oder die Umgebung englischsprachig ist – in Kursunterlagen, in Tauchcomputer-Menüs, […]

Eine Druckkammer, wie sie zur Behandlung von Dekompressionsunfaellen und fuer experimentelle Tauchgaenge eingesetzt wird.

Dekompressionskrankheit

Die Dekompressionskrankheit ist eine Erkrankung, die entsteht, wenn zuvor im Gewebe gelöstes Inertgas beim Abfall des Umgebungsdrucks als freie Blase ausfällt. Die Blasen verlegen kleine Gefäße, schädigen Gewebe und lösen Entzündungsreaktionen aus. Sie ist neben […]

Druckausgleich

Druckausgleich bezeichnet den Vorgang, mit dem ein Taucher den Gasdruck in seinen luftgefüllten Körperhohlräumen an den sich ändernden Umgebungsdruck angleicht. Bleibt er aus, entsteht in Mittelohr, Nasennebenhöhlen und unter der Maske eine Druckdifferenz zur Umgebung […]

Schematische Darstellung eines Kopfes im Querschnitt: Die Eustachische Röhre verbindet den Nasenrachen mit dem Mittelohr, das durch das Trommelfell vom Gehörgang getrennt ist.

Eustachische Röhre

Die Eustachische Röhre — medizinisch Tuba auditiva, umgangssprachlich Ohrtrompete — ist der schmale Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum. Für Taucher ist sie das anatomisch wichtigste Detail des ganzen Kopfes: Sie ist der einzige Weg, auf […]

Blick aus dem Fenster eines Verkehrsflugzeugs über die Tragfläche auf eine geschlossene Wolkendecke

Flugverbot nach dem Tauchen

Das Flugverbot nach dem Tauchen ist die Wartezeit, die zwischen dem letzten Tauchgang und dem Aufenthalt bei geringerem Umgebungsdruck liegen soll – in der Praxis vor allem vor dem Rückflug. Es soll verhindern, dass der […]

Schema eines Kopfes im Querschnitt: Bei verschlossener Nase und geschlossener Stimmritze drückt die Zunge Luft aus dem Mund-Rachen-Raum in die Eustachische Röhre.

Frenzel-Manöver

Das Frenzel-Manöver ist eine Technik des Druckausgleichs, bei der die Zunge als Kolben Luft aus dem Mund-Rachen-Raum in die Eustachische Röhre drückt — bei verschlossener Nase und geschlossener Stimmritze. Die Lunge bleibt dabei unbeteiligt. Es […]

Behandschuhte Haende tasten Halsgrube und Schluesselbein eines sitzenden Patienten ab.

Hautemphysem

Ein Hautemphysem ist Gas, das sich im Unterhautgewebe angesammelt hat. Beim Taucher liegt es fast immer am Hals oder oberhalb der Schlüsselbeine und ist die sichtbare Außenseite eines Lungenüberdruckunfalls: Gas, das aus überdehnten Alveolen entwichen […]

Taucher arbeitet sich gegen Strömung voran, deutlich sichtbare Atemarbeit am Lungenautomaten

Hyperkapnie

Hyperkapnie ist ein erhöhter Kohlendioxidgehalt im arteriellen Blut. Beim Tauchen entsteht sie fast immer dadurch, dass der Taucher weniger CO₂ abatmet, als er produziert — nicht dadurch, dass er zu viel davon einatmet. Warum unter […]

Zwei Taucher hängen auf einem flachen Stopp an der Leine unter dem Rumpf eines Tauchboots im klaren Blauwasser.

Hyperoxie

Hyperoxie ist der Zustand eines gegenüber der Norm erhöhten Sauerstoffpartialdrucks im Körper. Unter Wasser entsteht sie nicht durch ein besonderes Gas, sondern durch den Druck — schon Luft wird in der Tiefe hyperox. Ob daraus […]

Hypoxie beim Tauchen

Hypoxie

Hypoxie ist der medizinische Fachbegriff für eine mangelnde Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Eine Hypoxie beginnt bei einem pO2-Wert ab 0,16 bar. Was bedeutet pO2-Wert? Der pO2-Wert ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse […]

Taucher wird an der Oberfläche von Begleitern über die Bordwand eines Tauchboots geborgen

Immersionslungenödem

Das Immersionslungenödem ist ein Flüssigkeitsaustritt aus den Lungenkapillaren in die Lungenbläschen, der durch das Eintauchen selbst ausgelöst wird — ohne dass Wasser eingeatmet worden wäre. Es tritt bei Gerätetauchern, Apnoetauchern und Freiwasserschwimmern auf; im Englischen […]

Hörprüfung in einer schallgedämmten Kabine: Eine Person mit Audiometrie-Kopfhörern hält den Signalknopf in der Hand.

Innenohrbarotrauma

Das Innenohrbarotrauma ist eine Verletzung des Innenohrs, die aus einem Druckgefälle zwischen Mittel- und Innenohr entsteht — meist beim Abtauchen, wenn der Druckausgleich nicht funktioniert und dann forciert wird. Typisch sind Hörminderung, Ohrgeräusch und Drehschwindel. […]

Taucher im Trockenanzug mit Handschuhen und Kopfhaube in kaltem, grünlichem Süßwasser

Kältediurese

Kältediurese bezeichnet die vermehrte Harnproduktion unter Kälteeinwirkung. Beim Tauchen tritt sie kaum je allein auf, sondern zusammen mit der Immersionsdiurese — der Harnbildung, die schon durch das Eintauchen selbst ausgelöst wird. Das Ergebnis kennt jeder […]

Taucher steigt kontrolliert auf und atmet aus, eine Kette feiner Blasen zieht zur Wasseroberfläche

Lungenüberdruckunfall

Der Lungenüberdruckunfall ist eine Verletzung des Lungengewebes, die beim Aufstieg entsteht, wenn sich die Atemluft in der Lunge ausdehnt und nicht abgeatmet werden kann. Der Überdruck reißt Lungenbläschen ein, das austretende Gas gelangt in den […]

Arzt hoert mit dem Stethoskop mittig ueber dem Brustbein eines sitzenden Patienten ab.

Mediastinalemphysem

Ein Mediastinalemphysem ist eine Luftansammlung im Mittelfellraum, also in dem Bindegewebsraum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem Herz, große Gefäße, Luftröhre und Speiseröhre liegen. Beim Taucher entsteht es, wenn beim Aufstieg Alveolen platzen und Gas […]

Taucher hält beim Abstieg an der Leine inne und macht in geringer Tiefe Druckausgleich.

Mittelohrbarotrauma

Das Mittelohrbarotrauma ist eine Druckschädigung von Trommelfell und Mittelohrschleimhaut. Sie entsteht, wenn der Druck in der luftgefüllten Paukenhöhle beim Abtauchen nicht an den steigenden Umgebungsdruck angeglichen wird. Es ist die häufigste Verletzung im Tauchsport, es […]

Taucher steigt am Ende des Tauchtages über die Leiter der Tauchplattform zurück an Bord

OTU

Die OTU (oxygen tolerance unit) ist die Recheneinheit für die Belastung der Lunge durch erhöhten Sauerstoffpartialdruck. Eine OTU entspricht einer Minute Atmung von reinem Sauerstoff bei einem bar absolut. Sie bildet den Lorrain-Smith-Effekt ab, also […]

Herzultraschall in einer Arztpraxis, der Schallkopf liegt auf dem Brustkorb einer liegenden Person

Persistierendes Foramen ovale

Das persistierende Foramen ovale (PFO) ist eine offen gebliebene Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Vorhof des Herzens, ein Rest der vorgeburtlichen Kreislaufführung. Für Taucher ist es bedeutsam, weil venöse Gasblasen darüber den Filter […]

Ärztin betrachtet von hinten gesehen Thorax-Röntgenaufnahmen an einem Leuchtkasten.

Pneumothorax

Ein Pneumothorax ist eine Luftansammlung im Pleuraspalt zwischen Lunge und Brustwand, durch die die betroffene Lunge teilweise oder vollständig zusammenfällt. Beim Tauchen kann er als Form des Lungenüberdruckunfalls entstehen; als Spannungspneumothorax ist er unmittelbar lebensbedrohlich. […]

Eine Druckkammer, wie sie zur Behandlung von Dekompressionsunfaellen und fuer experimentelle Tauchgaenge eingesetzt wird.

Rekompression

Die Rekompression ist die erneute Druckerhöhung nach einem Tauchunfall, in aller Regel in einer Druckkammer und unter Atmung von reinem Sauerstoff. Sie verkleinert vorhandene Gasblasen, beschleunigt das Auswaschen des Inertgases und verbessert die Sauerstoffversorgung des […]

Ein Taucher hält seinen Partner im Freiwasser mit beiden Händen fest und stabilisiert ihn

Sauerstoffkrampf

Der Sauerstoffkrampf ist ein generalisierter Krampfanfall, den ein zu hoher Sauerstoffpartialdruck im Atemgas auslöst. Er ist die schwerste Erscheinungsform der Sauerstofftoxizität des Zentralnervensystems. Unter Wasser ist er lebensgefährlich – nicht weil der Krampf an sich […]

Balkendiagramm der NOAA-Einwirkzeiten von 1991: bei 1,3 bar 180 und 210 Minuten, bei 1,4 bar 150 und 180, bei 1,5 bar 120 und 180, bei 1,6 bar 45 und 150 Minuten. Die Werte für 1,3 bar sind als überholt gekennzeichnet.

Sauerstoffmanagement

Sauerstoffmanagement ist die planmäßige Begrenzung der Sauerstoffbelastung eines Tauchgangs — nach dem Druck und nach der Zeit. Es beantwortet zwei Fragen: Wie hoch darf der Sauerstoffpartialdruck werden, und wie lange darf er wirken? Erst beide […]

Taucher sitzt nach dem Auftauchen mit Atemnot an der Bordwand, eine Hand stuetzt ihn an der Schulter.

Spannungspneumothorax

Der Spannungspneumothorax ist die lebensbedrohliche Form des Pneumothorax: Luft gelangt über einen Ventilmechanismus in den Pleuraspalt, kann aber nicht mehr entweichen. Der Druck im Brustkorb steigt mit jedem Atemzug, die Lunge wird zusammengedrückt, das Mittelfell […]

Stickstoffnarkose Tiefenrausch beim Tauchen

Stickstoffnarkose

Stickstoffnarkose ist der medizinische Fachbegriff für die neurologischen Wirkungen, die entstehen, wenn Stickstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck vermehrt im Körper gelöst wird. Unter Tauchern heißt dasselbe Phänomen Tiefenrausch — dieser Eintrag beschreibt den Mechanismus dahinter, der […]

Ärztliche Untersuchung: Eine Person atmet bei einer Lungenfunktionsprüfung in das Mundstück eines Spirometers.

Tauchtauglichkeit

Die Tauchtauglichkeit ist die ärztlich festgestellte gesundheitliche Eignung, mit Tauchgerät unter Wasser zu gehen. Sie ist keine einmalige Bescheinigung, sondern ein Befund mit Verfallsdatum: Die GTÜM nennt Fristen nach Lebensalter, und im beruflichen Bereich schreibt […]

Apnoetauchen am Seil

Tiefenrausch

Tiefenrausch bezeichnet die narkotische Wirkung von Stickstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck, die beim Tauchen mit Pressluft Wahrnehmung, Urteilsvermögen und Feinmotorik beeinträchtigt. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Stickstoffnarkose. Ab welcher Tiefe Eine feste Schwelle gibt es nicht, […]

Schema eines Kopfes im Querschnitt: Bei verschlossener Nase öffnen die Gaumenmuskeln beim Schlucken die Eustachische Röhre, es entsteht eine Sogwirkung auf das Mittelohr.

Toynbee-Manöver

Das Toynbee-Manöver ist eine Technik des Druckausgleichs, bei der die Nase verschlossen und geschluckt wird. Anders als beim Valsalva-Manöver wird dabei kein Druck aufgebaut — der Schluckakt selbst öffnet die Eustachische Röhre. Benannt ist es […]

Taucher hält den Aufstieg an und fasst sich seitlich an den Kopf in Höhe des Ohres

Umkehrblockierung

Die Umkehrblockierung ist ein Druckausgleichsproblem beim Aufstieg: Das Gas in einem luftgefüllten Hohlraum des Körpers dehnt sich aus, kann aber nicht abfließen, weil der Ausgang verlegt ist. Betroffen sind meist Mittelohr und Nasennebenhöhlen. Anders als […]

Ein Taucher im Trockenanzug bekommt nach dem Tauchgang an einem winterlichen See eine Decke um die Schultern gelegt.

Unterkühlung

Unterkühlung — medizinisch Hypothermie — liegt vor, wenn die Körperkerntemperatur unter 35 Grad Celsius fällt. Für Taucher ist sie kein Randthema kalter Gewässer: Wasser entzieht dem Körper Wärme um ein Vielfaches schneller als Luft, und […]

Schema eines Kopfes im Querschnitt: Bei verschlossener Nase schiebt Luft aus der Lunge über den Rachen durch die Eustachische Röhre ins Mittelohr.

Valsalva-Manöver

Das Valsalva-Manöver ist die bekannteste Technik des Druckausgleichs: Bei zugehaltener Nase wird gegen den Widerstand ausgeatmet, sodass Luft aus der Lunge über den Rachen in die Eustachische Röhre und von dort ins Mittelohr gedrückt wird. […]