Tauchmedizinische Begriffe: Barotraumen, Dekompressionskrankheit, Gasvergiftungen, Physiologie und Erste Hilfe beim Tauchunfall.
Tauchmedizinische Begriffe: Barotraumen, Dekompressionskrankheit, Gasvergiftungen, Physiologie und Erste Hilfe beim Tauchunfall.
Die arterielle Gasembolie (AGE) ist der Verschluss von Arterien durch Gasblasen, die beim Aufstieg aus der überdehnten Lunge in den Blutkreislauf gelangen. Sie ist die gefürchtetste Form des Tauchunfalls: Die Beschwerden setzen binnen Minuten nach […]
Ein Barotrauma ist eine Verletzung von Körpergewebe, die durch einen Druckunterschied zwischen einem luftgefüllten Hohlraum und der Umgebung entsteht. Beim Tauchen betrifft es vor allem Mittelohr, Nasennebenhöhlen, Lunge und Magen-Darm-Trakt – also die Räume, deren […]
Die CNS-Uhr ist eine Prozentrechnung, mit der Tauchcomputer und Gasplaner die bisherige Belastung durch erhöhten Sauerstoffpartialdruck gegen die für diesen Druck angesetzte Höchstexpositionszeit verrechnen. Hundert Prozent heißt: Die zulässige Zeit ist ausgeschöpft. Sie bildet ausschließlich […]
Die Dekompressionskrankheit ist eine Erkrankung, die entsteht, wenn zuvor im Gewebe gelöstes Inertgas beim Abfall des Umgebungsdrucks als freie Blase ausfällt. Die Blasen verlegen kleine Gefäße, schädigen Gewebe und lösen Entzündungsreaktionen aus. Sie ist neben […]
Druckausgleich bezeichnet den Vorgang, mit dem ein Taucher den Gasdruck in seinen luftgefüllten Körperhohlräumen an den sich ändernden Umgebungsdruck angleicht. Bleibt er aus, entsteht in Mittelohr, Nasennebenhöhlen und unter der Maske eine Druckdifferenz zur Umgebung […]
Die Eustachische Röhre — medizinisch Tuba auditiva, umgangssprachlich Ohrtrompete — ist der schmale Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum. Für Taucher ist sie das anatomisch wichtigste Detail des ganzen Kopfes: Sie ist der einzige Weg, auf […]
Das Flugverbot nach dem Tauchen ist die Wartezeit, die zwischen dem letzten Tauchgang und dem Aufenthalt bei geringerem Umgebungsdruck liegen soll – in der Praxis vor allem vor dem Rückflug. Es soll verhindern, dass der […]
Das Frenzel-Manöver ist eine Technik des Druckausgleichs, bei der die Zunge als Kolben Luft aus dem Mund-Rachen-Raum in die Eustachische Röhre drückt — bei verschlossener Nase und geschlossener Stimmritze. Die Lunge bleibt dabei unbeteiligt. Es […]
Ein Hautemphysem ist Gas, das sich im Unterhautgewebe angesammelt hat. Beim Taucher liegt es fast immer am Hals oder oberhalb der Schlüsselbeine und ist die sichtbare Außenseite eines Lungenüberdruckunfalls: Gas, das aus überdehnten Alveolen entwichen […]
Hyperkapnie ist ein erhöhter Kohlendioxidgehalt im arteriellen Blut. Beim Tauchen entsteht sie fast immer dadurch, dass der Taucher weniger CO₂ abatmet, als er produziert — nicht dadurch, dass er zu viel davon einatmet. Warum unter […]
Das Immersionslungenödem ist ein Flüssigkeitsaustritt aus den Lungenkapillaren in die Lungenbläschen, der durch das Eintauchen selbst ausgelöst wird — ohne dass Wasser eingeatmet worden wäre. Es tritt bei Gerätetauchern, Apnoetauchern und Freiwasserschwimmern auf; im Englischen […]
Das Innenohrbarotrauma ist eine Verletzung des Innenohrs, die aus einem Druckgefälle zwischen Mittel- und Innenohr entsteht — meist beim Abtauchen, wenn der Druckausgleich nicht funktioniert und dann forciert wird. Typisch sind Hörminderung, Ohrgeräusch und Drehschwindel. […]
Kältediurese bezeichnet die vermehrte Harnproduktion unter Kälteeinwirkung. Beim Tauchen tritt sie kaum je allein auf, sondern zusammen mit der Immersionsdiurese — der Harnbildung, die schon durch das Eintauchen selbst ausgelöst wird. Das Ergebnis kennt jeder […]
Der Lungenüberdruckunfall ist eine Verletzung des Lungengewebes, die beim Aufstieg entsteht, wenn sich die Atemluft in der Lunge ausdehnt und nicht abgeatmet werden kann. Der Überdruck reißt Lungenbläschen ein, das austretende Gas gelangt in den […]
Ein Mediastinalemphysem ist eine Luftansammlung im Mittelfellraum, also in dem Bindegewebsraum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem Herz, große Gefäße, Luftröhre und Speiseröhre liegen. Beim Taucher entsteht es, wenn beim Aufstieg Alveolen platzen und Gas […]
Das Mittelohrbarotrauma ist eine Druckschädigung von Trommelfell und Mittelohrschleimhaut. Sie entsteht, wenn der Druck in der luftgefüllten Paukenhöhle beim Abtauchen nicht an den steigenden Umgebungsdruck angeglichen wird. Es ist die häufigste Verletzung im Tauchsport, es […]
Das persistierende Foramen ovale (PFO) ist eine offen gebliebene Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Vorhof des Herzens, ein Rest der vorgeburtlichen Kreislaufführung. Für Taucher ist es bedeutsam, weil venöse Gasblasen darüber den Filter […]
Ein Pneumothorax ist eine Luftansammlung im Pleuraspalt zwischen Lunge und Brustwand, durch die die betroffene Lunge teilweise oder vollständig zusammenfällt. Beim Tauchen kann er als Form des Lungenüberdruckunfalls entstehen; als Spannungspneumothorax ist er unmittelbar lebensbedrohlich. […]
Die Rekompression ist die erneute Druckerhöhung nach einem Tauchunfall, in aller Regel in einer Druckkammer und unter Atmung von reinem Sauerstoff. Sie verkleinert vorhandene Gasblasen, beschleunigt das Auswaschen des Inertgases und verbessert die Sauerstoffversorgung des […]
Der Sauerstoffkrampf ist ein generalisierter Krampfanfall, den ein zu hoher Sauerstoffpartialdruck im Atemgas auslöst. Er ist die schwerste Erscheinungsform der Sauerstofftoxizität des Zentralnervensystems. Unter Wasser ist er lebensgefährlich – nicht weil der Krampf an sich […]
Sauerstoffmanagement ist die planmäßige Begrenzung der Sauerstoffbelastung eines Tauchgangs — nach dem Druck und nach der Zeit. Es beantwortet zwei Fragen: Wie hoch darf der Sauerstoffpartialdruck werden, und wie lange darf er wirken? Erst beide […]
Der Spannungspneumothorax ist die lebensbedrohliche Form des Pneumothorax: Luft gelangt über einen Ventilmechanismus in den Pleuraspalt, kann aber nicht mehr entweichen. Der Druck im Brustkorb steigt mit jedem Atemzug, die Lunge wird zusammengedrückt, das Mittelfell […]
Stickstoffnarkose ist der medizinische Fachbegriff für die neurologischen Wirkungen, die entstehen, wenn Stickstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck vermehrt im Körper gelöst wird. Unter Tauchern heißt dasselbe Phänomen Tiefenrausch — dieser Eintrag beschreibt den Mechanismus dahinter, der […]
Die Tauchtauglichkeit ist die ärztlich festgestellte gesundheitliche Eignung, mit Tauchgerät unter Wasser zu gehen. Sie ist keine einmalige Bescheinigung, sondern ein Befund mit Verfallsdatum: Die GTÜM nennt Fristen nach Lebensalter, und im beruflichen Bereich schreibt […]
Tiefenrausch bezeichnet die narkotische Wirkung von Stickstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck, die beim Tauchen mit Pressluft Wahrnehmung, Urteilsvermögen und Feinmotorik beeinträchtigt. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Stickstoffnarkose. Ab welcher Tiefe Eine feste Schwelle gibt es nicht, […]
Das Toynbee-Manöver ist eine Technik des Druckausgleichs, bei der die Nase verschlossen und geschluckt wird. Anders als beim Valsalva-Manöver wird dabei kein Druck aufgebaut — der Schluckakt selbst öffnet die Eustachische Röhre. Benannt ist es […]
Die Umkehrblockierung ist ein Druckausgleichsproblem beim Aufstieg: Das Gas in einem luftgefüllten Hohlraum des Körpers dehnt sich aus, kann aber nicht abfließen, weil der Ausgang verlegt ist. Betroffen sind meist Mittelohr und Nasennebenhöhlen. Anders als […]
Unterkühlung — medizinisch Hypothermie — liegt vor, wenn die Körperkerntemperatur unter 35 Grad Celsius fällt. Für Taucher ist sie kein Randthema kalter Gewässer: Wasser entzieht dem Körper Wärme um ein Vielfaches schneller als Luft, und […]
Das Valsalva-Manöver ist die bekannteste Technik des Druckausgleichs: Bei zugehaltener Nase wird gegen den Widerstand ausgeatmet, sodass Luft aus der Lunge über den Rachen in die Eustachische Röhre und von dort ins Mittelohr gedrückt wird. […]
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