Der Umkehrdruck ist der Flaschendruck, bei dem ein Tauchgang endet — nicht, weil die Luft alle wäre, sondern weil ab hier nur noch das Gas übrig ist, das für den Weg nach oben gebraucht wird. Dieser Rechner ermittelt ihn auf zwei Wegen: für den Freiwassertauchgang, bei dem man jederzeit auftauchen könnte, und nach der Drittelregel für den Weg, bei dem das nicht geht.
Beide Rechnungen stehen offen da: Jeder Zwischenwert ist ausgewiesen und lässt sich von Hand nachrechnen.
1 · Umkehrdruck im Freiwasser
Der Druck, bei dem noch genug Gas übrig ist, um zu zweit aus der geplanten Tiefe aufzutauchen — ein Zwischenfall auf Tiefe eingerechnet. Gerechnet wird mit dem doppelten Atemminutenvolumen, weil im Notfall zwei Taucher aus einer Flasche atmen.
2 · Drittelregel
Für den Weg, an dessen Ende man nicht einfach auftauchen kann: Höhle, Wrack, Eis. Ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve — strengere Aufteilungen sind möglich und bei langen Wegen üblich.
Gerechnet wird mit der oben gewählten Wasserart und dem mittleren Druck jedes Abschnitts; jeder Zwischenwert ist unten aufgeführt und von Hand nachrechenbar. Der Umkehrdruck ist kein Planungsergebnis, sondern eine Untergrenze. Strömung, Kälte, Anstrengung und ein zweiter Zwischenfall stehen nicht darin, und ein Dekompressionsprofil rechnet dieser Rechner ausdrücklich nicht.
Rechenweg nach Taucherpedia: Umkehrdruck (Luftverbrauch = Umgebungsdruck · Dauer · 2 · AMV). Die Drittelregel in der Fassung „ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve" nach BerlinTaucher, Höhlentauchen.
Ohne Gewähr. Tabelle und Rechner werden ohne Gewähr zur Verfügung gestellt. Eine Haftung für ihre Benutzung wird nicht übernommen. Die Verantwortung für die Gasplanung und für jeden Tauchgang liegt allein beim Benutzer.
Warum mit dem doppelten Atemminutenvolumen gerechnet wird
Der erste Rechner beantwortet die Frage, die im Ernstfall zählt: Reicht das Gas noch, um zu zweit nach oben zu kommen? Deshalb steht in der Rechnung das doppelte Atemminutenvolumen — im Zwischenfall atmen zwei Taucher aus einer Flasche, und beide atmen dabei nicht ruhig.
Gerechnet wird abschnittsweise, weil der Verbrauch mit der Tiefe steht und fällt. Für jeden Abschnitt gilt:
Verbrauch = mittlerer Absolutdruck × Dauer × 2 × AMV
Die Summe aller Abschnitte ist der Gasbedarf in bar·Litern; geteilt durch das Flaschenvolumen ergibt sie den Umkehrdruck in bar. Aufgerundet, denn er ist eine Untergrenze.
Die Drittelregel
Wo man nicht einfach auftauchen kann — Höhle, Wrack, unter Eis —, hilft die Verbrauchsrechnung allein nicht weiter: Man muss denselben Weg zurück, den man hineingeschwommen ist. Die Antwort darauf ist eine Aufteilung des Vorrats: ein Drittel für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel als Reserve.
Bei 200 bar heißt das: umkehren bei 134 bar. Der Rechner bietet zusätzlich die strengeren Aufteilungen Viertel und Sechstel an, wie sie bei langen Wegen und schlechter Sicht üblich sind, und lässt einen Restdruck angeben, der von vornherein nicht angerührt wird.
Was der Rechner nicht kann
Er rechnet kein Dekompressionsprofil. Wer Dekostopps hat, muss deren Gasbedarf zusätzlich berücksichtigen — der Rechner kennt nur den Sicherheitsstopp, den man ihm angibt. Ebenso wenig enthält er Zuschläge für Strömung, Kälte, Anstrengung oder einen zweiten Zwischenfall. Und er ersetzt keine Ausbildung: Der Umgang mit Gasplanung im Überkopfbereich wird in einem Kurs gelernt, nicht auf einer Webseite.
Ergänzend: Luftverbrauch und Gasbedarf ermitteln den eigenen AMV-Wert, der hier eingetragen wird. Die Nitrox-Rechner beantworten die andere Hälfte der Gasplanung — die Tiefengrenze.
