PADI steht für Professional Association of Diving Instructors und ist die größte kommerzielle Tauchausbildungsorganisation der Welt. Anders als die vereinsgetragenen Verbände ist PADI ein Unternehmen, das Ausbildungsstandards, Lehrmaterial und Brevets bereitstellt und über selbstständige Tauchlehrer und Mitgliedsbetriebe im Franchise-System verkauft.
Gründung und Aufbau
Nach der deutschen Wikipedia wurde PADI 1966 von John Cronin und Ralph Erikson in Morton Grove, Illinois, gegründet; der Hauptsitz liegt heute in Rancho Santa Margarita, Kalifornien. Die Organisation gliedert sich in regionale Tochtergesellschaften — unter anderem PADI America, PADI Asia Pacific, PADI Canada, PADI EMEA für Europa, Nahost und Afrika sowie PADI Latin America.
Zur Größe nennt dieselbe Quelle: „Mit rund 6.200 Tauchbasen und 130.000 Mitgliedern in 183 Ländern ist es die weltweit größte kommerzielle Tauchausbildungsorganisation.“ Zur Ausbildungsleistung heißt es: „Laut eigenen Angaben stellte PADI zwischen 1996 und 2015 jährlich über 900.000 Brevetierungen aus“, was nach derselben Darstellung „56 % aller Tauchausbildungen weltweit entspricht“. Seit der Gründung seien „über 24 Millionen Taucher ausgebildet“ worden.
Der Kursaufbau
Das Kurssystem ist streng gestuft und in vier Blöcken organisiert:
- Einstieg: Bubblemaker für Kinder, Discover Scuba Diving als Schnuppertauchen, Scuba Diver als eingeschränkte Stufe und Open Water Diver als erstes vollwertiges Brevet.
- Fortgeschritten: Adventure Diver, Advanced Open Water Diver, Rescue Diver und Master Scuba Diver als höchste Freizeitstufe.
- Beruflich: Divemaster, Assistant Instructor und Open Water Scuba Instructor.
- Spezialkurse und technisches Tauchen: 29 Specialty-Kurse sowie die Reihe Tec 40, Tec 45, Tec 50 und Tec Trimix.
Was das für die Kurswahl bedeutet
Die Verbreitung ist der praktische Vorteil: Ein PADI-Brevet wird an nahezu jeder Tauchbasis weltweit ohne Rückfragen akzeptiert, und wer im Urlaub weitermachen will, findet fast überall den passenden Anschlusskurs. Die Standards sind eng geschrieben, die Kurse dadurch gut planbar und in Umfang und Dauer vergleichbar.
Als Ausbilder, der nach SSI und CMAS unterrichtet, halte ich die Verbandsfrage für zweitrangig: Die anerkannten Organisationen unterrichten nach international vergleichbaren Mindeststandards, und wer bei PADI, SSI oder CMAS einen sauberen Kurs macht, kann hinterher dasselbe. Was den Unterschied macht, ist der Tauchlehrer und die Basis — die Zahl der Schüler pro Ausbilder, die Zeit im Wasser, die Qualität der Ausrüstung. Das steht auf keiner Brevetkarte.
Standards werden nicht vermischt. Wer nach PADI ausgebildet ist, hält sich an PADI-Vorgaben; Tiefengrenzen, Verfahren und Notfallabläufe der Verbände sind untereinander nicht austauschbar, auch wenn sie sich ähneln. Im gemischten Team gehört das ins Briefing.
Einordnung
PADI ist eine von mehreren anerkannten Organisationen. Neben ihr stehen im Sporttauchen vor allem SSI und die vereinsgetragene CMAS, im technischen Tauchen TDI. Für die Anerkennung eines Brevets ist nicht der Name entscheidend, sondern die Zuordnung zu den international abgestimmten Ausbildungsstufen.
Quellen
- Wikipedia: Professional Association of Diving Instructors — Gründung, Sitz, Tochtergesellschaften, Kennzahlen zu Basen, Mitgliedern und Brevetierungen, vollständiger Kursaufbau
Zur Quellenlage: Sämtliche Zahlen dieses Eintrags stammen aus einem einzigen Wiki-Artikel und gehen dort teils auf Eigenangaben der Organisation zurück. Für die Zahl der Tauchbasen, der Mitglieder, der Länder und der insgesamt ausgebildeten Taucher nennt der Artikel kein Stichjahr; die Angabe zu den jährlichen Brevetierungen und zum Marktanteil bezieht sich ausdrücklich auf den Zeitraum 1996 bis 2015. Eine unabhängige Bestätigung dieser Werte ist hier nicht aufgeführt. Der Artikel gibt zudem an einer Stelle „183 Länder“, an anderer „über 150 Länder“ an.
