Brevetierung

Brevetierung bezeichnet den Vorgang, mit dem einem Taucher nach abgeschlossener Ausbildung sein Brevet ausgestellt wird. Sie ist der formale Schlussakt eines Tauchkurses: Erst mit ihr wird aus dem bestandenen Kurs ein Nachweis, den der Taucher an einer beliebigen Tauchbasis vorlegen kann.

Wer brevetiert — und in welcher Reihenfolge

Die Brevetierung läuft in zwei Schritten ab, und diese Zweiteilung wird oft verwechselt. Zuerst bestätigt der ausbildende Tauchlehrer oder die Tauchschule, dass alle Ausbildungsinhalte erfüllt sind. Dann meldet er die Brevetierung an seine Ausbildungsorganisation, die den Abschluss registriert und die Karte ausstellt.

Der zweite Schritt ist der entscheidende. Nicht der Tauchlehrer stellt das Brevet aus, sondern der Verband — deshalb ist ein Brevet auch dann noch gültig und nachbestellbar, wenn die Tauchschule längst geschlossen hat. Zwischen der letzten Kursstunde und dem Eintreffen der Karte vergeht regelmäßig Zeit; für die Übergangsphase geben viele Organisationen eine vorläufige Bescheinigung aus, die an Tauchbasen anerkannt wird.

Was der Brevetierung vorausgeht

Bevor brevetiert werden kann, müssen die Anforderungen der jeweiligen Ausbildungsstufe vollständig erfüllt sein. Bei der Grundausbildung sind das üblicherweise vier Bausteine: der theoretische Teil mit einer Wissensprüfung, die Fertigkeiten im geschützten Bereich — Schwimmbad oder flaches Wasser —, eine festgelegte Zahl von Freiwassertauchgängen und der Nachweis der Wassergewöhnung durch eine Schwimmprüfung. Hinzu kommen Mindestalter und, bei vielen Organisationen, eine ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung.

Die genauen Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Organisationen. Vergleichbar sind sie über die internationale Normenreihe ISO 24801, die für jede Ausbildungsstufe sicherheitsbezogene Mindestanforderungen festlegt; die europäische Entsprechung ist EN 14153. Ein Kurs, der nach einer dieser Normen brevetiert, erfüllt damit einen definierten Mindeststandard, unabhängig vom Namen des Brevets.

Die großen Ausbildungsorganisationen

Weltweit brevetieren mehrere Organisationen nebeneinander. Zu den bekanntesten gehören PADI, SSI, CMAS und NAUI; daneben bestehen zahlreiche weitere, teils regional verankerte oder auf technisches Tauchen ausgerichtete Verbände. Sie unterscheiden sich in Aufbau und Bezeichnung der Stufen, im Ausbildungsweg — Verein oder kommerzielle Tauchschule — und im Preis, nicht aber notwendig im erreichten Mindeststandard, solange nach derselben ISO-Stufe brevetiert wird.

Ein Wechsel zwischen den Organisationen ist üblich und in der Regel unproblematisch: Wer bei einer Organisation brevetiert wurde, kann den nächsten Kurs bei einer anderen belegen, sofern seine bisherige Stufe der geforderten Eingangsstufe entspricht.

Quellen

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