Ein verlorenes Brevet bedeutet normalerweise nicht, dass deine Taucherqualifikation erlischt. Meist fehlt lediglich der Nachweis, während der Zertifizierungsdatensatz beim Verband oder der ausbildenden Tauchschule gespeichert ist. Wer ein verlorenes Brevet ersetzen möchte, sollte zunächst Daten und Unterlagen ordnen, digitale Profile prüfen und anschließend die richtige Stelle kontaktieren. Besonders vor einem Tauchurlaub zählt ein schnell überprüfbarer Nachweis mehr als eine neue Plastikkarte.
Welche Nachweise wirklich zählen

Bevor ein Antrag gestellt wird, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme der eigenen Unterlagen. Bei PADI ist die Liste der möglichen Belege am konkretesten. Das offizielle Antragsformular verlangt Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie ein aktuelles Passfoto. Falls vorhanden, kommen weitere Nachweise zur Ausbildung hinzu, etwa eine Kopie der temporären Karte oder ein Bestätigungsschreiben des damaligen Instructors oder Dive Centers. Auch das unterschriebene Zertifikat, der Original-Antrag oder beidseitige Kopien der alten Brevetkarte zählen dazu. Diese Nachweise beschleunigen die Suche im System vor allem dann, wenn Name oder Schreibweise leicht abweichen. Für das Foto gelten die üblichen Standards; ein separates Formular verweist zusätzlich darauf, den eigenen Namen auf der Rückseite zu vermerken. Wer inzwischen einen anderen Nachnamen trägt, muss vorab entsprechende Dokumente hochladen. Erst wenn die Datenbank aktualisiert ist, lässt sich eine neue Karte bestellen.
Bei SSI und im CMAS-Bereich lohnt sich dieselbe Grundausstattung: vollständige Identifikationsdaten, ein aktuelles Foto und alle Belege, die auf die Kursteilnahme hindeuten. Dazu zählen etwa alte Kursunterlagen, Rechnungen der Tauchschule oder Screenshots aus einem früheren Online-Profil. Formulare, Nachweisumfang und Bearbeitungswege legt im CMAS-Bereich jede nationale Organisation selbst fest. Die genaue Anforderung erfragt man deshalb direkt bei der ausstellenden Stelle. Wer diese Unterlagen vorab zusammenstellt, verkürzt in jedem Fall die Bearbeitungszeit, unabhängig davon, welche Organisation am Ende zuständig ist.
Digitale Nachweise: der schnellste Weg

Bevor ein Ersatzbrevet überhaupt beantragt wird, lohnt sich ein Blick in die eigenen digitalen Konten. Bei PADI existiert dafür ein klarer Weg: die PADI eCard. Sie ist die digitale Version der Brevetkarte, wird in der kostenlosen PADI App angezeigt und lässt sich sofort nach dem Kauf herunterladen. Wer bereits eine digitale Zertifizierung besitzt, muss sich lediglich mit der bei der Ausbildung verwendeten E-Mail-Adresse in der App anmelden. Dort tippt man auf „PADI eCards“ und wählt „Aktualisieren“ aus. Alternativ lassen sich die Zertifikate auch über die Website unter den Credentials abrufen. Beide Zugänge verwenden dieselben Anmeldedaten, sodass ein einmal eingerichtetes Konto genügt, um jederzeit auf den Nachweis zuzugreifen.
Wurde nur die physische Plastikkarte verloren, während die Zertifizierung selbst weiterhin gültig ist, lässt sich zusätzlich ein Ersatzbrevet bestellen. Dafür werden online oder beim Dive Center in der Regel persönliche Daten und ein aktuelles Foto verlangt. Erscheint das Brevet dennoch nicht in der Datenbank oder lässt sich die eCard nicht abrufen, hilft der Kundendienst weiter. Zuständig ist dann der regionale Hauptsitz.
Bei SSI ist die digitale Karte inzwischen der Regelfall. Alle C-Cards liegen im MySSI-Konto und in der MySSI-App; wer eine gedruckte Karte möchte, bestellt sie über das ausstellende Training Center oder online nach. Für NASDS- und Nicht-SSI-Zertifizierungen stellt SSI allerdings keinen Ersatz aus.
Wer für ein verlorenes Brevet zuständig ist

Bei der Suche nach einem Ersatzbrevet hilft es, sich zunächst über eine grundlegende Regel klarzuwerden: Zuständig ist immer die Organisation, die das Brevet ursprünglich ausgestellt hat – nicht der Tauchshop, bei dem man aktuell taucht oder Kurse bucht. Bei PADI bedeutet das, dass die ausstellende PADI-Tauchschule oder das zentrale PADI-Register der richtige Ansprechpartner ist. Wer ein verlorenes Brevet hat, sollte deshalb zuerst versuchen, den ursprünglichen Verband oder die damalige Ausbildungsstätte zu identifizieren. Bei SSI läuft der Weg über das persönliche Konto in MySSI beziehungsweise über die dortige Zertifikatsverwaltung, in der digitale Nachweise verwaltet und verifiziert werden. Bei CMAS ist die Sache eindeutig: Der Weltverband stellt keine Karten an Taucher aus. Zuständig ist die nationale Föderation oder das Divecenter, das das Brevet vergeben hat – in Deutschland also der VDST. Dessen App zeigt seit 2023 sämtliche VDST- und CMAS-Brevets eines Mitglieds mit aktuellem Gültigkeitsdatum an, auch offline; die gedruckte Karte erstellt und versendet die Bundesgeschäftsstelle. Eine zentrale CMAS-Zertifikatsdatenbank wird schrittweise aufgebaut, ist aber noch nicht vollständig. Da CMAS als Dachverband die Brevets über seine nationalen Mitgliedsverbände ausstellen lässt, ist eine beliebige andere Tauchschule dafür nicht der richtige Kontakt.
Wichtig ist außerdem, zwei unterschiedliche Vorgänge nicht zu verwechseln: einen Verbandwechsel und die Neuausstellung eines verlorenen Brevets. Äquivalenzlisten zeigen, wie Brevetstufen zwischen PADI, SSI und CMAS gegenseitig anerkannt werden. Sie betreffen ausschließlich die Anerkennung von Qualifikationen, wenn jemand den Verband wechselt. Sie regeln jedoch nicht, wer eine Ersatzkarte ausstellen muss. Wer also mit einem CMAS-Brevet bei SSI weitertaucht, kann zwar eine Anerkennung seiner Stufe erhalten. Ein verlorenes CMAS-Originaldokument muss er aber weiterhin über die ursprüngliche CMAS-Organisation klären lassen. Diese Trennung erspart unnötige Umwege und führt schneller zur richtigen Anlaufstelle.
Fazit
Ein verlorenes Brevet ist meist kein Grund, auf geplante Tauchgänge zu verzichten. Prüfe zuerst Apps und digitale Profile und sammle alle Identifikations- und Kursdaten. Anschließend lässt du den Datensatz bei Verband oder Tauchbasis suchen. PADI und SSI führen digitale Karten in ihren Apps, der VDST zeigt VDST- und CMAS-Brevets in der Verbands-App. Im CMAS-Bereich entscheidet die ausstellende nationale Organisation über den Ersatz. Die wichtigste Regel vor jeder Reise: Stimm den akzeptierten Nachweis rechtzeitig mit dem Tauchcenter am Ziel ab.
Quellen: PADI · SSI · CMAS · VDST
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