Gasometer Duisburg tauchen: Europas größtes Indoor-Tauchbecken

Taucher in dunklem Wasser vor einer gewölbten Wand, von oben fällt ein heller Lichtstreifen ein, Blasen steigen auf
Im Innenbecken kommt das Licht von oben und die Wand ist immer in Reichweite. Foto: Alejandro Seguí / Pexels

Der Tauchgasometer auf einen Blick

  • Was es ist: Das TauchRevier Gasometer ist ein stillgelegter Gasspeicher im Landschaftspark Duisburg-Nord, der als Tauchbecken genutzt wird — nach Angabe des Betreibers das größte Indoor-Tauchbecken Europas.
  • Die Maße: 13 Meter Tiefe, 45 Meter Durchmesser, 21 Millionen Liter Wasser.
  • Wassertemperatur: Der Gasometer wird nicht beheizt, sondern ausschließlich durch Sonnenenergie erwärmt. Im Sommer erreicht das Wasser nach Betreiberangabe häufig über 22 °C.
  • Öffnung für den öffentlichen Tauchbetrieb: samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr, Schließung der Basis um 18 Uhr.
  • Anmeldung: telefonisch, eine Woche vor dem gewünschten Termin, mit festen Zeitfenstern.
  • Voraussetzungen: mindestens Open Water Diver, CMAS ein Stern oder Bronze, dazu ein gültiges Tauchtauglichkeitszeugnis oder ein ausgefüllter Medizin-Check. Buddy-System ist obligatorisch, eine Lampe wird empfohlen.

Es gibt Tauchplätze, die man wegen der Unterwasserwelt aufsucht, und es gibt solche, die man wegen des Ortes aufsucht. Der Tauchgasometer in Duisburg gehört in die zweite Kategorie — und das ist keine Einschränkung, sondern der Punkt.

Der Behälter stammt aus der Zeit, als im Landschaftspark Duisburg-Nord noch Roheisen erzeugt wurde. Heute steht darin Wasser statt Gichtgas, und man taucht in einem Industriedenkmal. Für das Ruhrgebiet ist das der naheliegendste Tauchplatz überhaupt.

Die Zahlen

Der Betreiber nennt für das Becken 13 Meter Tiefe, 45 Meter Durchmesser und 21 Millionen Liter Wasser. Das klingt nach wenig Tiefe, und für einen Tieftauchgang ist es das auch. Für alles andere ist es ausgesprochen viel: 13 Meter reichen für Tarierübungen, für Notaufstiegsverfahren, für Ausbildungsstationen in verschiedenen Ebenen — und sie reichen für einen Tauchgang, der sich wie ein Tauchgang anfühlt und nicht wie Schwimmbad.

Der Durchmesser ist dabei die interessantere Zahl. 45 Meter bedeuten, dass man tatsächlich navigieren kann, statt an der nächsten Wand zu stehen.

Die Wassertemperatur ist Jahreszeitensache

Hier liegt das Missverständnis, das den meisten Ärger verursacht: „Indoor“ heißt nicht „beheizt“. Der Betreiber stellt ausdrücklich klar, dass der Gasometer nicht beheizt wird, sondern ausschließlich durch Sonnenenergie erwärmt wird. Im Sommer erreicht das Wasser demnach häufig über 22 °C — im Winter entsprechend deutlich weniger.

Praktisch heißt das: Der Gasometer ist ganzjährig nutzbar, aber die Anzugsfrage stellt sich wie an jedem heimischen See. Der Betreiber zeigt die aktuellen Temperaturen in zwei Tiefen an — bei 2,5 und bei 7 Metern. Diesen Wert vor der Anfahrt anzusehen, erspart die Entscheidung zwischen Halbtrocken und Trocken auf dem Parkplatz.

Anmeldung und Zugang

Nach Angaben des Betreibers findet der öffentliche Tauchbetrieb samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr statt, die Basis schließt um 18 Uhr. Man kann nicht spontan hinfahren. Die Anmeldung erfolgt telefonisch eine Woche vor dem gewünschten Termin, und es gibt feste Zeitfenster für den Einstieg. Diese Angaben geben den Stand vom 1. September 2026 wieder — Zeiten und Voraussetzungen ändern sich, deshalb lohnt vor der Anfahrt der Blick auf die Betreiberseite.

Mitzubringen sind:

  • ein Brevet mindestens auf der Stufe Open Water Diver, CMAS ein Stern oder Bronze
  • ein gültiges Tauchtauglichkeitszeugnis oder ein ausgefüllter Medizin-Check
  • ein Tauchpartner — das Buddy-System ist obligatorisch
  • eine Lampe, vom Betreiber empfohlen

Die Brevet-Anforderung ist bemerkenswert niedrig angesetzt und passt zur Tiefe: Wer den Grundkurs hat, darf tauchen. Das macht den Gasometer zu einem der wenigen Plätze, an denen frisch brevetierte Taucher ohne Begleitung selbständig üben können.

Wofür sich der Platz eignet

Aus Sicht eines Ausbilders ist der Gasometer vor allem eines: ein Übungsplatz mit verlässlichen Bedingungen. Keine Strömung, keine Wellen, keine wechselnde Sicht durch Regen der Vorwoche, kein Wind beim Ausrüsten. Was an einem Baggersee einen Übungstag verderben kann, fällt hier weg.

Das macht ihn besonders geeignet für:

  • Den ersten Tauchgang nach einer Pause. Genau die Bedingungen, die DAN für den Wiedereinstieg nennt — bekannt, flach, ohne Strömung. Siehe dazu den Beitrag zum Refresher.
  • Neue Ausrüstung einfahren. Trockenanzug, neues Wing, umgebaute Konfiguration — alles Dinge, die man nicht bei acht Grad und drei Metern Sicht zum ersten Mal ausprobieren will.
  • Tarierung und Trimm üben. Ohne Ablenkung und mit der Möglichkeit, dieselbe Übung fünfmal zu wiederholen.
  • Den Bleicheck. Im Süßwasser, unter kontrollierten Bedingungen, mit Zeit dafür.

Wofür er sich nicht eignet: für Tieftauchgänge und für alles, was Naturerlebnis heißen soll. Wer Fische sehen will, fährt an einen See.

Häufige Fragen zum Tauchgasometer Duisburg

Wie tief ist der Tauchgasometer in Duisburg?
13 Meter, bei einem Durchmesser von 45 Metern und einem Wasservolumen von 21 Millionen Litern. Für Tieftauchgänge ist der Gasometer damit nicht geeignet, für Ausbildung, Tarierübungen und Navigation dagegen ausgesprochen gut — 45 Meter Durchmesser bedeuten, dass man tatsächlich Strecke machen kann.
Ist das Wasser im Gasometer beheizt?
Nein. Der Betreiber stellt ausdrücklich klar, dass der Gasometer nicht beheizt, sondern ausschließlich durch Sonnenenergie erwärmt wird. Im Sommer erreicht das Wasser häufig über 22 °C, im Winter entsprechend weniger. Die aktuellen Temperaturen werden für zwei Tiefen angezeigt — bei 2,5 und bei 7 Metern.
Kann ich spontan zum Tauchen kommen?
Nein. Für den öffentlichen Tauchbetrieb ist eine telefonische Anmeldung eine Woche vor dem gewünschten Termin erforderlich, mit festen Zeitfenstern. Getaucht wird samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr, die Basis schließt um 18 Uhr.
Welches Brevet brauche ich?
Mindestens Open Water Diver, CMAS ein Stern oder Bronze. Dazu ein gültiges Tauchtauglichkeitszeugnis oder ein ausgefüllter Medizin-Check. Das Buddy-System ist obligatorisch, eine Lampe wird empfohlen. Die niedrige Einstiegsanforderung passt zur Tiefe von 13 Metern.
Lohnt sich der Gasometer im Winter?
Für Übungszwecke ja — die Bedingungen sind das ganze Jahr über gleich verlässlich, es gibt keine Strömung, keine Wellen und keine wetterabhängige Sicht. Nur die Wassertemperatur folgt der Jahreszeit, weil nicht beheizt wird. Wer im Winter hinfährt, plant den Anzug entsprechend und schaut vorher auf die angezeigten Temperaturen.

Siehe auch: Tarierjacket · Qualifikation

Quellen und weiterführende Links

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