Tauchreise im Oktober auf einen Blick
- Rotes Meer: Wasser im Oktober rund 25 bis 28 Grad, im Süden wärmer als im Norden. Hochsee-Weißspitzenhaie an Brothers, Daedalus und Elphinstone haben ihre Kernzeit von Oktober bis Anfang Dezember.
- Thailand, Andamanensee: Der Nationalpark Similan-Inseln ist bis zum 15. Oktober geschlossen und öffnet danach für die Saison bis Mitte Mai.
- Azoren: Letzte Wochen der Saison. Blauhai-Tauchgänge bieten die Basen je nach Anbieter bis Ende September oder Mitte Oktober an; Anfang Oktober 2025 hatte das Meer 22 Grad.
- Malediven: Der Wetterdienst zählt den Oktober noch zum Südwestmonsun. Mantas stehen dann bevorzugt an der Ostseite der Atolle, Walhaie im Süden des Ari-Atolls ganzjährig.
- Karibik: Bonaire hat im Oktober 28 Grad Wasser. Florida und weite Teile der Karibik liegen dagegen noch in der Hurrikansaison, die bis zum 30. November läuft.
- Sipadan: Im Oktober offen, im November für einen Monat geschlossen. Die Zahl der Tagesgenehmigungen ist begrenzt.
Der Oktober ist ein Übergangsmonat — und genau das macht ihn für Taucher interessant. In einigen Revieren endet die Hauptsaison, in anderen beginnt sie gerade, und dazwischen liegen Ziele, an denen die beste Zeit für bestimmte Tiere erst jetzt anfängt. Wer die Reise nach dem Wetterbericht bucht, macht es sich zu leicht. Wer sie nach Saisonkalendern bucht, fährt besser.
Die folgende Auswahl ist nach einer Frage sortiert: Was passiert an diesem Ort im Oktober, das zu anderen Zeiten nicht passiert? Wer zu Hause bleibt, findet im Beitrag über das Tauchen im Oktober im heimischen See die Gegenrechnung.
Rotes Meer: der verlässlichste Oktober — mit Longimanus
Ägypten ist im Oktober schwer zu schlagen, weil hier drei Dinge zusammenkommen: warmes Wasser, erträgliche Lufttemperaturen und kurze Flugzeiten. Das Wasser liegt nach Angaben der Liveaboard-Betreiber bei 25 bis 26 Grad im Norden; für Marsa Alam im Süden nennen Klimadaten rund 28 Grad. Die Luft erreicht in Hurghada tagsüber im Mittel gut 32 Grad, nachts 22. Die größte Sommerhitze ist vorbei.
Der eigentliche Grund für eine Oktoberreise ans Rote Meer ist ein Tier: der Hochsee-Weißspitzenhai, Carcharhinus longimanus. Die Basen und Safaribetreiber sind sich weitgehend einig, dass er vor allem von Ende September bis Anfang Dezember an den Offshore-Riffen auftaucht — an den Brother Islands, am Daedalus Reef und am Elphinstone. Die Bogenstirn-Hammerhaie haben ihre Spitze dagegen im August und September; im Oktober sind sie noch möglich, aber nicht mehr die Regel.
Brothers und Daedalus liegen weit vor der Küste und sind nur mit dem Safariboot erreichbar. Die Veranstalter verlangen für diese Routen in der Regel ein fortgeschrittenes Brevet und mindestens 50 geloggte Tauchgänge, dazu Tauchcomputer und Oberflächenboje mit Leine. Nachttauchgänge sind an den Brothers und am Daedalus nicht erlaubt. Wer mit weniger Erfahrung reist, bleibt an den Riffen um Hurghada, Safaga oder Marsa Alam — und kann auch dort Longimanus sehen, am ehesten am Elphinstone.
Ein Punkt, der vor der Buchung gehört und nicht erst an Bord: 2024 und 2025 haben Unglücke und ein britischer Sicherheitsbericht Mängel bei einzelnen ägyptischen Safaribooten öffentlich gemacht — unzureichende Stabilität, veraltete oder fehlende Rettungsmittel. Die ägyptischen Behörden haben daraufhin die Anforderungen an die Crews verschärft. Wer eine Safari bucht, fragt nach Rettungsinseln, Sicherheitseinweisung und Zulassung des Bootes, bevor er über die Kabine redet.
Thailand: Die Similan-Inseln öffnen Mitte Oktober
Die Andamanensee vor Khao Lak ist ein Saisonrevier im wörtlichen Sinn. Der Mu-Ko-Similan-Nationalpark ist in der Monsunzeit gesperrt; 2026 läuft die Schließung nach Angaben der thailändischen Nationalparkverwaltung bis zum 15. Oktober. Danach beginnt die Saison, die traditionell bis Mitte Mai dauert. Dasselbe gilt für den benachbarten Surin-Nationalpark mit Richelieu Rock.
Für die Oktoberreise heißt das: nicht vor dem 16. Oktober ankommen, wenn die Similans das Ziel sind, und die ersten Safaris der Saison früh buchen. Die Tage direkt nach der Öffnung sind beliebt, und die Wetterlage kann zum Saisonstart noch wechselhaft sein. Wer flexibel ist, legt die Reise in die zweite Monatshälfte oder in den November.
Eine Einschränkung, die in vielen Reiseführern noch fehlt: Ko Tachai ist für Besucher an Land seit Mai 2016 gesperrt. Seit Ende 2025 wird über eine Wiederöffnung gesprochen, Anfang 2026 wurde dazu ein Vorbereitungstreffen der Anbieter einberufen; ein Öffnungsdatum ist bis heute nicht bekannt gegeben. Wer die Insel im Programm eines Anbieters findet, fragt nach, was damit gemeint ist.
Azoren und Malediven: zwei Übergangsmonate mit Großfisch
Azoren. Das offizielle Tauchportal der Azoren nennt Juni bis September als beste Reisezeit und August bis September oder Oktober als Zeit mit der besten Sicht — oft über 30 Meter. Der Oktober ist damit Saisonende. Anfang Oktober 2025 lag die Oberflächentemperatur nach Angaben des portugiesischen Wetterdienstes im ganzen Archipel bei 22 Grad, ein halbes bis anderthalb Grad über dem langjährigen Mittel. Empfohlen werden 5 bis 7 Millimeter Neopren oder ein Halbtrockenanzug.
Bekannt sind die Azoren für Tauchgänge mit Blauhaien und Kurzflossen-Makos an der Condor Bank vor Faial und Pico. Beim Saisonende widersprechen sich die Anbieter: Einer nennt Juli bis September, die beiden anderen Ende Juni oder Anfang Juli bis Mitte Oktober. Einer der Veranstalter verlangt mindestens Advanced Open Water Diver, 50 Tauchgänge und ein Mindestalter von 18 Jahren. Die Mobularochen an der Princess Alice Bank werden überwiegend für Juli bis September angeboten. Wer im Oktober fährt, bucht diese Ausfahrten also nicht auf Verdacht, sondern fragt vorher, ob sie noch laufen.
Malediven. Der maledivische Wetterdienst ordnet die Monate so: Südwestmonsun, die nasse Jahreszeit, von Mitte Mai bis November; Nordostmonsun von Januar bis März; Dezember und April als Übergang. Der Oktober ist also noch Südwestmonsun — mit mehr Regen und Wind als im Frühjahr, aber auch mit viel Plankton. Die Mantas stehen in dieser Zeit nach übereinstimmenden Angaben der Basen bevorzugt an der Ostseite der Atolle.
Zwei Ziele funktionieren unabhängig vom Monsun. Im Süden des Ari-Atolls sind Walhaie nach Auswertungen des Maldives Whale Shark Research Programme ohne Saisonabhängigkeit anzutreffen. Und vor Fuvahmulah sind Tigerhaie ganzjährig da; eine Studie mit 239 identifizierten Tieren fand die meisten Männchen von November bis April. Beide Begegnungen haben ihre Regeln: Walhaie mit Abstand, Tigerhaie an einem Platz, an dem täglich Fischabfälle ins Wasser gehen. Die Hanifaru Bay im Baa-Atoll ist für Gerätetaucher gesperrt und nur schnorchelnd zugänglich.
Karibik und Florida: Wer im Süden bleibt, bleibt entspannt
Die atlantische Hurrikansaison läuft offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November; ihren statistischen Höhepunkt hat sie Anfang September. Der Oktober liegt also mitten in der Saison, auch wenn das Risiko nach dem Höhepunkt wieder sinkt. Für eine Tauchreise ist das keine Absage, aber eine Frage der Geografie.
Bonaire liegt weit im Süden, vor der Küste Venezuelas, und außerhalb des Hauptgürtels der Wirbelstürme; ein direkter Treffer kommt nach Angaben der Insel im Mittel alle knapp 40 Jahre vor. Das Meer hat im Oktober nach den Klimadaten des Wetterdienstes 28 Grad. Bonaire ist das Revier der Landtauchgänge: Mietwagen, Flaschen auf die Ladefläche, am Ufer rein. Jeder Taucher zahlt dafür die Nature Fee von 40 US-Dollar, gültig für das Kalenderjahr, und macht vor dem ersten Tauchgang einen Orientierungstauchgang. Das Nachbarrevier Curaçao liegt auf derselben Breite, rund 12 Grad Nord; dort liegt die Lufttemperatur im Oktober im Mittel bei knapp 29 Grad, bei gut 100 Millimetern Regen im Monat.
Die Florida Keys sind im Oktober ein anderer Fall. Sie liegen im Oktober mitten in der Hurrikansaison. Wer trotzdem fährt, bucht flexibel und mit Reiserücktritt, und rechnet damit, dass einzelne Ausfahrten wegen Wind ausfallen. Die entspanntere Zeit für die Keys beginnt nach dem Ende der Saison.
Sipadan: offen, aber limitiert
Sipadan vor der Küste von Sabah auf Borneo ist einer der Namen, die in jeder Liste der besten Tauchplätze stehen — und einer der wenigen, bei denen die Zahl der Taucher streng begrenzt ist. Sabah Parks gibt nur eine begrenzte Zahl an Tagesgenehmigungen aus; die aktuellen Angaben der Veranstalter liegen bei rund 250 pro Tag, die Gebühr für ausländische Taucher bei 350 Ringgit pro Tag zuzüglich Naturschutzgebühr. Verlangt wird ein fortgeschrittenes Brevet.
Für die Reiseplanung wichtig: Die Insel wird jedes Jahr im November für einen Monat geschlossen und öffnet am 1. Dezember wieder. Der Oktober ist damit der letzte Monat vor der Pause. Die Genehmigungen laufen über die Tauchresorts der Region; wer nur ein paar Tage hat, klärt vor der Buchung, an welchen Tagen er tatsächlich auf Sipadan taucht und nicht nur in der Umgebung.
Aus der Praxis: wie ich im Oktober auswähle
Ich kenne das Rote Meer, Thailand, Curaçao und Florida aus eigenen Tauchgängen. Wenn mich jemand im September fragt, wohin es im Oktober gehen soll, stelle ich zuerst eine Gegenfrage: Wie viele Tauchgänge in den letzten zwölf Monaten? Die Antwort entscheidet mehr als das Ziel. Die spektakulären Oktoberplätze — Brothers, Daedalus, Condor Bank, Sipadan — setzen Erfahrung voraus, und zwar nicht nur auf dem Papier. Wer seit dem letzten Urlaub nicht im Wasser war, beginnt am Hausriff und nicht an einer Steilwand im Blauwasser mit Strömung.
Zweitens der Anzug. „Warm“ heißt im Roten Meer im Oktober 25 bis 28 Grad — angenehm für einen Tauchgang, kühl für den dritten am Tag. Die Empfehlungen der Betreiber reichen für den Oktober von 3 bis 5 Millimetern. Ich rate zum langen Anzug mit 5 Millimetern: Er schützt gegen Kälte und gegen Feuerkorallen und Quallen gleichermaßen, und im November braucht man ihn ohnehin.
Drittens die Papiere. Brevet, Logbuch mit den Tauchgängen, die ein Veranstalter sehen will, und eine Versicherung, die Tauchunfälle und Rücktransport abdeckt. Für Safaris zu den Offshore-Riffen wird das Logbuch tatsächlich verlangt, und die 50 Tauchgänge lassen sich nicht an Bord nachholen. Wer nach einer längeren Pause fährt, macht vorher einen Refresher im heimischen See oder im Hallenbad. Was sonst in den Koffer gehört, steht im Beitrag zum Kofferpacken für die Tauchreise.
Häufige Fragen zur Tauchreise im Oktober
Siehe auch: Tauchen im Oktober im See · Koffer packen für die Tauchreise · Curaçao · Tauchen mit Schildkröten
Quellen und weiterführende Links
- Master Liveaboards: FAQ Ägypten – Wassertemperaturen nach Monat, Anzugempfehlung, Regeln an den Offshore-Riffen
- Climates to Travel: Marsa Alam und Hurghada – Meeres- und Lufttemperaturen
- Aquarius Red Sea: Haie im Roten Meer und Werner Lau: Oceanic Whitetip Sharks – Saison von Longimanus und Hammerhaien
- Omneia: Safariroute Brothers, Daedalus, Elphinstone – 50 Tauchgänge, Nachttauchverbot
- DIVE Magazine: britischer Sicherheitsbericht zu ägyptischen Safaribooten – Befunde der MAIB, Februar 2025
- Nation Thailand: Schließung der Similan- und Surin-Inseln 2026 – Schließung bis 15. Oktober 2026
- Visit Azores: When to dive – Reisezeit, Sichtweiten, Anzugempfehlung
- IPMA: Klimabericht Azoren, Oktober 2025 – Meerestemperatur und Abweichung vom Mittel
- CW Azores und Pico Island Adventures – Saison und Voraussetzungen der Hai-Tauchgänge
- Maldives Meteorological Service: Climate – Monsunzeiten
- Maldives Whale Shark Research Programme – Walhaie im südlichen Ari-Atoll ohne Saisonabhängigkeit
- Scientific Reports 2024: Tigerhaie vor Fuvahmulah – 239 identifizierte Tiere, saisonale Muster
- NOAA: Peak of hurricane season – Dauer und Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison
- Bonaire.com: Hurricane safety – Lage außerhalb des Hurrikan-Hauptgürtels
- Meteorological Department Curaçao: Klimazusammenfassung Bonaire und Curaçao – Meeres- und Lufttemperatur, Niederschlag
- STINAPA Bonaire: FAQ und Tauchregeln – Nature Fee, Orientierungstauchgang
- Sabah Parks: Schließung von Sipadan im November – jährliche Schließung und Wiedereröffnung am 1. Dezember
- Amazing Borneo: Sipadan-Regeln – Tagesgenehmigungen, Gebühr, Brevet

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