END steht für equivalent narcotic depth, auf Deutsch äquivalente Narkosetiefe. Gemeint ist die Tiefe, in der Luft dieselbe narkotische Wirkung hätte wie das tatsächlich geatmete Gemisch. Die Abkürzung ist im Trimixtauchen gebräuchlicher als die deutsche Bezeichnung.
Gerechnet wird sie in der metrischen Fassung als END = (Tiefe + 10) × (1 − Heliumanteil) − 10. Sie beantwortet die Frage, wie viel Helium ein Gemisch braucht, damit ein tiefer Tauchgang den Kopf nicht überfordert.
Nicht zu verwechseln ist die END mit der EAD, die die Dekompression betrifft, und mit der MOD, die die Sauerstoffgrenze setzt. Alle drei geben eine Tiefe in Metern aus und meinen völlig Verschiedenes.
Die Formel, ein Rechenbeispiel, die Streitfrage, ob Sauerstoff als narkotisch mitgezählt wird, und die Abgrenzung zur Gasdichte stehen im Haupteintrag Äquivalente Narkosetiefe (END).
Wie die Zahl in der Planung benutzt wird
In der Praxis rechnet man die END selten vorwärts, sondern rückwärts: Man legt fest, welche narkotische Belastung man auf einem Tauchgang akzeptiert, und sucht dazu den Heliumanteil. Die Probe ist dann eine einfache Vorwärtsrechnung. Ein Gemisch mit 35 Prozent Helium ergibt auf 60 Metern
END = (60 + 10) × (1 − 0,35) − 10 = 35,5 Meter
Der Tauchgang fühlt sich nach dieser Rechnung im Kopf also an wie ein Lufttauchgang auf gut 35 Metern. Mit weniger Helium wäre die END entsprechend größer, mit mehr Helium kleiner.
Beim Sporttauchen mit Luft oder Nitrox spielt die END keine eigene Rolle. Ohne Helium ergibt die Formel genau die tatsächliche Tiefe — Nitrox senkt in dieser Rechnung zwar den Stickstoff, ersetzt ihn aber durch Sauerstoff, der hier als ebenso narkotisch zählt. Die Kenngröße wird erst gebraucht, wenn ein Gemisch Trimix heißt.
Quellen
- Wikipedia: Equivalent narcotic depth — die metrische Formel mit Sauerstoff als narkotischem Gas, gleichwertig geschrieben als (Tiefe + 10) × (1 − Heliumanteil) − 10
- CMAS Fact Sheet: Max Depth — Verlauf der Stickstoffnarkose bei Lufttauchgängen, progressiv ab 35 bis 60 Metern
