Trilaminat

Makroaufnahme der Schnittkante eines dreilagigen Trilaminatgewebes mit sichtbarem Schichtaufbau.
Illustration, mit Google Gemini erzeugt.

Trilaminat ist ein dreilagiges Membranmaterial für Trockentauchanzüge. Es hält Wasser und Gas zurück, dämmt aber nicht: Zwischen zwei Textillagen liegt eine dünne Gummimembran, und die Wärmeleistung kommt vollständig aus der Luftschicht im Anzug und aus dem Unterzieher. Trilaminat ist damit das Gegenstück zum Neopren-Trockenanzug.

Der Aufbau

Der Name benennt die Bauweise: drei miteinander verbundene Lagen. Die englischsprachige Wikipedia beschreibt Trilaminate als laminierte Lagen aus Nylon und Butylkautschuk. Außen liegt ein widerstandsfähiges Gewebe, das die mechanische Belastung aufnimmt, in der Mitte die eigentliche Sperrschicht aus Gummi, innen eine feine Textillage, die die Membran schützt und den Anzug tragbar macht. Dieselbe Quelle führt daneben Ausführungen mit einer Cordura-Außenlage und einer innen aufgebrachten Polyurethanschicht.

Alle diese Membranwerkstoffe haben gemeinsam, dass sie dünn und biegsam sind. Das erklärt zugleich den weiten Schnitt eines Membrananzugs: Er muss Luft und Unterzieher aufnehmen können, denn er selbst bringt nichts mit, was wärmt.

Was daraus für den Anzug folgt

Die Kaufberatung des Magazins Tauchen fasst die Eigenschaften knapp zusammen: geringes Eigengewicht, einfache Reparaturen — und keine Eigenisolation, was separate Unterzieher erforderlich macht. Die deutschsprachige Wikipedia formuliert dasselbe von der anderen Seite her: Der Anzug aus einer Trilaminat-Membran bietet selbst keine Wärmedämmung, die Isolation wird im weit geschnittenen Anzug durch das Isolationsgas und die untergezogene Kälteschutzbekleidung sichergestellt.

Drei praktische Folgen hat das:

  • Die Dämmung ist tiefenunabhängig. Ein Neoprenanzug verliert mit dem Druck an Wärmeschutz, weil seine Gasbläschen zusammengedrückt werden. Beim Trilaminat gibt es nichts zu komprimieren; was der Unterzieher an Luft hält, wird über das Einlassventil nachgeführt.
  • Der Auftrieb ist gering und bleibt gleich. Der Anzug selbst trägt kaum; was trägt, ist die Luft, die man hineingibt. Das macht die Bleimenge über die Tiefe hinweg berechenbarer, siehe Auftrieb.
  • Der Anzug allein wärmt nicht. Wer den Unterzieher zu dünn wählt, friert in einem völlig dichten Anzug. Ein Trockenanzug aus Trilaminat ohne passenden Unterzieher ist kein warmer Anzug, sondern nur ein trockener.

Abgrenzung

Trilaminat und Neopren stehen bei Trockenanzügen als die beiden Grundrichtungen nebeneinander. Neopren isoliert von sich aus, ist schwerer, trägt mehr Auftrieb und verliert beides mit der Tiefe. Trilaminat ist leicht, packbar, gut zu reparieren und über die Tiefe gleichbleibend — und vollständig auf den Unterzieher angewiesen. Bei Nass- und Halbtrockenanzügen kommt Trilaminat nicht vor: Beide Bauarten leben davon, dass das Material selbst wärmt.

Quellen

  • Wikipedia (englisch): Dry suit — Trilaminate als laminierte Lagen aus Nylon und Butylkautschuk, Cordura mit innerer Polyurethanschicht, Isolationsleistung überwiegend aus dem Unterzieher. Wiki-Quelle; eine Hersteller- oder Normfundstelle zur Schichtfolge ist hier nicht herangezogen.
  • Tauchen: Kaufberatung Trockentauchanzug — geringes Eigengewicht, einfache Reparaturen, keine Eigenisolation, Einordnung gegenüber klassischem und vorkomprimiertem Neopren.
  • Wikipedia: Tauchanzug — Trilaminat-Membranen aus synthetischen Kunststoffen als Werkstoff des Trockenanzugs, Isolation über Isolationsgas und Kälteschutzbekleidung. Wiki-Quelle.
Wärmt ein Trilaminat-Anzug weniger als ein Neopren-Trockenanzug?
Der Anzug selbst wärmt gar nicht — die Wärme kommt aus Luft und Unterzieher. Ob man am Ende wärmer oder kälter sitzt als im Neoprenanzug, entscheidet deshalb der Unterzieher. Der Vorteil des Membrananzugs liegt darin, dass diese Dämmung mit der Tiefe nicht nachlässt, während Neopren unter Druck dünner wird.
Woher kommt der Name?
Von der Zahl der Lagen: Drei Schichten werden zu einem Materialverbund laminiert — ein tragendes Außengewebe, eine Sperrschicht aus Gummi und eine innere Textillage. Im Handel stehen daneben die Bezeichnungen Membrananzug und Shell-Anzug für dieselbe Bauart.
Lässt sich Trilaminat reparieren?
Die Kaufberatung des Magazins Tauchen führt einfache Reparaturen ausdrücklich als Vorteil dieses Materials. Da die Sperrschicht in der Mitte liegt und außen ein Gewebe sitzt, lassen sich Löcher flicken, ohne dass die Dämmung leidet — es gibt keine, die leiden könnte. Beim Neoprenanzug schlägt eine Beschädigung dagegen auf Dichtigkeit und Wärmeschutz zugleich durch.