Variophase

Taucher prüft am Computer die verbleibende Nullzeit.
Die Nullzeit wird aus dem tatsächlichen Tauchprofil fortlaufend neu berechnet.

Die Variophase ist der Abschnitt eines Tauchgangs mit wechselndem Umgebungsdruck — der Gegenbegriff zur Isopressionsphase, in der der Druck gleich bleibt. Das Lehrbuch für Forschungstaucher von König und Lipp führt ihn ein, weil die klassische Dreiteilung aus Kompressions-, Isopressions- und Dekompressionsphase auf einen Berufstauchgang in fester Tiefe zugeschnitten ist.

Für Sporttaucher trifft sie selten zu: Wer am Riffhang entlangtaucht, wechselt die Tiefe ständig. Dasselbe gilt für die Unterwassererkundung durch Forschungstaucher. „Statt von einer Isopressionsphase sollte man daher von einer Variophase sprechen“, heißt es dort; als Sportbegriff für dasselbe nennt das Buch das Multi-Level-Tauchen.

Eigene Gefahren ordnet das Buch der Variophase nicht zu. Es bleibt bei der Zuordnung der drei Phasen: Unterdruckbarotraumata beim Abstieg, atemgasbedingte Vergiftungen auf Tiefe, Tauchunfall und Überdruckbarotraumata beim Aufstieg. Die Variophase korrigiert nicht die Risikoliste, sondern die Vorstellung vom Tauchprofil, auf die sie sich bezieht — und genau damit auch die Nullzeit, die aus dem tatsächlichen Profil fortlaufend neu berechnet wird.

Quellen

Zur Quellenlage: Für diesen Begriff liegt nur diese eine Fundstelle zugrunde. Eine Verbands- oder Leitlinienquelle, die das Wort „Variophase“ benutzt, ist nicht darunter; die tauchmedizinische Literatur spricht überwiegend von der Isopressionsphase.

Über Tauchbuddy 8 Artikel
Der Tauchbuddy erzählt in der Reihe „Mein erster …“, wie sich die ersten Nacht-, Wrack- und Trockentauchgänge anfühlen, und stellt die Fragen, die man sich als Taucher im ersten Jahr stellt.