Ausatemventil

Das Ausatemventil ist ein Rückschlagventil, das ausgeatmetes Gas nach außen entweichen lässt und zugleich verhindert, dass Wasser in die Gegenrichtung eindringt. Es sitzt an der zweiten Stufe des Atemreglers, außerdem an Vollgesichtsmasken und an Tauchmasken mit Auslassventil.

Wie das Ventil funktioniert

Konstruktiv ist es fast immer eine Membran: eine dünne, weiche Scheibe aus Silikon oder Gummi, die in Ruhestellung flach vor der Auslassöffnung liegt und diese abdichtet. Beim Ausatmen drückt der Überdruck aus dem Mundstück die Membran zur Seite, das Gas entweicht. Fällt der Druck am Ende des Ausatemzugs, legt sich die Membran von allein zurück.

Das Entscheidende ist die Richtungsabhängigkeit. Der Wasserdruck von außen presst die Membran gegen ihren Sitz und dichtet damit umso besser, je stärker er wird. Beim Einatmen entsteht im Mundstück Unterdruck — auch der zieht die Membran fest in ihren Sitz. Das Ventil ist also gerade dann am dichtesten, wenn es darauf ankommt.

Ein bewegliches Teil ohne Feder, ohne Mechanik, ohne Einstellung: Das ist der Grund, warum Ausatemventile selten ausfallen — und warum ihr Ausfall trotzdem gefährlich ist, wenn er eintritt.

Wo Ausatemventile sitzen

  • Zweite Stufe des Atemreglers — das häufigste Ausatemventil überhaupt. Es liegt hinter dem Gehäusedeckel und mündet nach unten oder, bei Modellen mit Blasenabweiser, seitlich hinter der Maske.
  • Vollgesichtsmaske — hier ist die Trennung von Ein- und Ausatemweg besonders wichtig, weil der Innenraum groß ist und ausgeatmetes Gas sonst vor den Augen stünde.
  • Tauchmaske mit Auslassventil — ein kleines Ventil am tiefsten Punkt des Maskenkörpers, mit dem sich eingedrungenes Wasser durch Ausatmen durch die Nase entfernen lässt, ohne den oberen Maskenrand anzuheben.

Bei der letzten Bauform gehen die Meinungen auseinander. Der Vorteil ist die einfachere Handhabung beim Ausblasen; der Einwand lautet, dass ein zusätzliches Ventil eine zusätzliche Undichtigkeitsstelle ist, und dass das Ausblasen ohne Ventil ohnehin zu den Grundfertigkeiten gehört, die jeder Taucher beherrschen muss.

Was passiert, wenn es nicht mehr dichtet

Eine verhärtete, verklebte oder eingerissene Membran ist der typische Schaden — meist Alterung, Salzkristalle oder Sonnenlicht. Die Folge ist keine dramatische Störung, sondern ein schleichendes Ärgernis: Bei jedem Einatemzug gelangt ein Schluck Wasser mit ins Mundstück.

Für sich genommen ist das lästig. Zum Problem wird es in der Verkettung — der Taucher verschluckt sich, hustet in den Automaten, wird unruhig, verliert Tarierung und Orientierung. Genau deshalb gehört das Ausatemventil zu den Teilen, die bei jeder Wartung geprüft und im Zweifel getauscht werden. Es ist ein Cent-Artikel mit unangemessen großer Wirkung.

Prüfen und pflegen

Ein einfacher Funktionstest vor dem Tauchgang: die zweite Stufe mit dem Mundstück nach unten halten und kräftig ausatmen — das Gas muss ohne spürbaren Widerstand entweichen. Danach vorsichtig einatmen: Es darf keine Luft von außen nachströmen und kein Wasser gezogen werden.

Bei der Pflege gilt dasselbe wie für den ganzen Atemregler: nach Salzwasser mit Süßwasser spülen, im Schatten trocknen, nicht in der Sonne lagern. Silikon und Gummi altern unter UV-Licht deutlich schneller, und beim Ausatemventil ist es die Weichheit der Membran, an der die Funktion hängt.

Hier ist Vorsicht angebracht: Wartungsintervalle und die Frage, ob eine Membran getauscht oder nur gereinigt wird, geben die Hersteller unterschiedlich vor. Maßgeblich ist die Anleitung des jeweiligen Modells.

Über Taucher Tom 59 Artikel
Taucher Tom schreibt über alles, was Taucher sonst noch beschäftigt: Ausrüstung, Tauchmedizin, Meeresbewohner und Meeresschutz. Praxisnah, mit Quellen für jede Zahl.