DIN-Anschluss

Nahaufnahme: Flaschenventil mit Handrad und Gewindeausgang, daneben auf der Werkbank der Anschlussstutzen eines Atemreglers mit O-Ring und Überwurfmutter
Illustration, mit Google Gemini erzeugt.

Der DIN-Anschluss ist der Gewinde-Ausgangsanschluss am Ventil einer Tauchflasche: Die erste Stufe des Atemreglers wird in das Ventil eingeschraubt, statt von außen mit einem Bügel aufgespannt zu werden. Er reicht bis 300 bar, während der Bügelanschluss bei 232 bar endet, und er schließt den Dichtring ein, statt ihn offen liegen zu lassen. In Mitteleuropa ist er der Normalfall, in weiten Teilen der Warmwasserwelt die Ausnahme.

Was genau verschraubt wird

Der Ausgangsstutzen des Flaschenventils trägt eine Gewindebohrung mit dem Maß G 5/8 Zoll. Der Atemregler endet in einem Schraubstutzen mit dem passenden Außengewinde, einer Überwurfmutter und einem gerändelten Handrad, mit dem sich der Regler von Hand festziehen lässt. Der Dichtring sitzt in einer Nut an der Stirnseite dieses Schraubstutzens und wird beim Festziehen gegen den Grund der Gewindebohrung gepresst.

Beim Bügelanschluss ist es genau umgekehrt: Dort liegt der Dichtring in einer Nut in der Stirnfläche des Ventils, und der Regler wird von außen dagegengespannt. Die englische Wikipedia beschreibt für den Bügel eine Dichtung, die im Betrieb gegen die äußere Mantelfläche ihrer Nut gedrückt wird — sie ist damit zugänglich und kann, wenn der Bügel sich löst, aus der Nut gedrückt werden. Beim DIN-Anschluss liegt sie zwischen zwei verschraubten Metallflächen. Genau deshalb gilt der Anschluss unter technischen Tauchern als der widerstandsfähigere gegen das Herausdrücken des O-Rings.

Zwei Gewindelängen, zwei Druckstufen

Den DIN-Anschluss gibt es in zwei Ausführungen, und sie unterscheiden sich allein durch die Länge des Gewindes. Die deutsche Wikipedia nennt für 200 und 232 bar eine Gewindelänge von mindestens 10 Millimetern und für 300 bar mindestens 16 Millimeter. Im Fachhandel heißen die beiden Ausführungen nach der Zahl der sichtbaren Gewindegänge „5-Gang“ und „7-Gang“; die englische Wikipedia führt sie als „232 bar DIN (5-thread, G5/8)“ und „300 bar DIN (7-thread, G5/8)“.

Der Längenunterschied ist kein Zufall, sondern eine mechanische Sperre. Ein kurzer Schraubstutzen für 232 bar reicht in der tieferen Bohrung eines 300-bar-Ventils nicht weit genug, um den Dichtring anzupressen — die deutsche Wikipedia hält ausdrücklich fest, dass Automaten für 232 bar nicht dicht in 300-bar-Flaschen passen. Die Sperre verhindert, dass ein Regler für den niedrigeren Druck an einer Flasche landet, die ihn überfordert.

Die Norm dahinter

Maßgeblich ist EN ISO 12209, „Gasflaschen — Ausgangsanschlüsse für Gasflaschenventile für Atemluft“, in der Fassung von 2013. Sie regelt drei Anschlussarten nebeneinander: den Bügelanschluss für das Gerätetauchen bis höchstens 232 bar Betriebsdruck, den Gewindeanschluss bis höchstens 232 beziehungsweise 300 bar und einen Gewindeanschluss für das Gerätetauchen bis 232 bar, zu dem ein Adapter auf Bügelausführung gehört. Die deutsche Wikipedia ordnet den DIN-Anschluss zusätzlich DIN EN 144-2 und -3 zu.

Bei der Obergrenze des Bügels gehen die Angaben auseinander: Die Anschlussnorm nennt 232 bar, die englische Wikipedia nennt für Bügelanschlüsse einen Betriebsdruck bis 240 bar. Für die Praxis ist der kleinere Wert der maßgebliche — eine 300-bar-Flasche ist mit einem Bügel in keinem Fall zu betreiben.

Adapter: was sie können und was nicht

In beide Richtungen gibt es Adapter. Ein Einschraubadapter macht aus einem DIN-Ventil eines mit Bügelfläche, ein Bügeladapter lässt eine DIN-Stufe an einem Bügelventil anschließen. Was ein Adapter nicht kann, ist die Druckstufe heben: Ein Bügelventil bleibt ein Bügelventil, gleichgültig was davorgeschraubt wird, und die zulässige Obergrenze der Verbindung ist immer die des schwächsten Teils.

Als Tauchlehrer rate ich zu zwei Dingen vor einer Reise. Erstens: nachfragen, ob die Basis DIN-Ventile führt — in Italien, Spanien, Ägypten und weiten Teilen der Karibik ist der Bügel das Übliche. Zweitens: den passenden Adapter ins Reisegepäck legen und ihn zu Hause einmal an der eigenen Stufe festziehen, statt das am ersten Tauchtag zum ersten Mal zu tun.

Nicht zu verwechseln: das Nitroxgewinde

Neben dem G-5/8-Zoll-Gewinde gibt es für Gemische mit erhöhtem Sauerstoffanteil ein drittes, bewusst unverträgliches Gewinde, M26 × 2 nach EN 144-3. Es lässt sich mit einer gewöhnlichen DIN-Stufe nicht verschrauben, und das ist seine ganze Aufgabe. Der Zusammenhang steht ausgeführt im Eintrag zum Flaschenventil; das Gegenstück zu diesem Eintrag ist der INT-Anschluss, und was an der Stufe dahinter geschieht, steht beim Atemregler.

Was bedeuten 5-Gang und 7-Gang?
Es sind die Handelsnamen für die beiden Gewindelängen. Die kürzere Ausführung mit etwa fünf sichtbaren Gängen gehört zu Ventilen bis 232 bar, die längere mit etwa sieben Gängen zu 300-bar-Ventilen. Die deutsche Wikipedia beziffert die Längen mit mindestens 10 beziehungsweise mindestens 16 Millimetern.
Warum gilt der DIN-Anschluss als der sicherere?
Weil der Dichtring zwischen zwei verschraubten Metallflächen eingeschlossen liegt statt offen in der Stirnfläche des Ventils. Die englische Wikipedia nennt genau das als Grund, warum viele technische Taucher die Gewindeausführung vorziehen: Sie widersteht dem Herausdrücken des O-Rings besser.
Brauche ich für Nitrox ein anderes Gewinde?
Für Gemische mit erhöhtem Sauerstoffanteil sieht EN 144-3 das Gewinde M26 × 2 vor, das mit dem G-5/8-Zoll-Anschluss absichtlich nicht zusammenpasst. Ob eine Füllstation darauf besteht, hängt vom Betreiber und vom Sauerstoffanteil ab — das klärt man vor dem Füllen, nicht an der Füllbank.

Quellen

Zur Quellenlage: Die Maßangaben stützen sich auf enzyklopädische Quellen und auf die Inhaltsangabe der Norm bei einer nationalen Normungsstelle; der Normtext selbst ist kostenpflichtig und liegt diesem Eintrag nicht zugrunde. Für die Aussage, dass eine 300-bar-Stufe auch an 232-bar-Ventilen angeschlossen werden kann, liegt nur eine Praktikerdarstellung des Fachhandels vor, keine Normfundstelle — sie ist deshalb oben nicht behauptet. Die Angabe „5-Gang“ und „7-Gang“ ist eine Handelsbezeichnung, keine Normbezeichnung.

Über Tauchbuddy 8 Artikel
Der Tauchbuddy erzählt in der Reihe „Mein erster …“, wie sich die ersten Nacht-, Wrack- und Trockentauchgänge anfühlen, und stellt die Fragen, die man sich als Taucher im ersten Jahr stellt.