Der Buddy-Check auf einen Blick
- Was er ist: Der Buddy-Check ist die letzte gemeinsame Kontrolle der Ausrüstung, unmittelbar bevor zwei Taucher ins Wasser gehen.
- Die fünf Punkte: Nach dem verbreiteten Merkspruch BWRAF sind das Jacket (Buoyancy), Blei (Weights), Verschlüsse (Releases), Atemgas (Air) und die Endkontrolle (Final Check).
- Wer prüft wen: Nicht jeder sich selbst — jeder den anderen. Genau darin liegt der Sinn: Der eigene Fehler ist der, den man selbst nicht sieht.
- Was am häufigsten auffällt: Ein nicht ganz geöffnetes Flaschenventil und ein Bleisystem, dessen Schnellabwurf der Partner im Notfall nicht finden würde.
- Wie lange er dauert: Zwei Minuten. Das ist der gesamte Preis.
- Was er nicht ist: Der Buddy-Check ersetzt nicht die eigene Vorbereitung. Wer sein Gerät erst beim Check zusammensetzt, hat den Zweck verfehlt.
Es gibt Rituale im Tauchen, die mit den Jahren zur Formsache verkommen. Der Buddy-Check gehört ganz vorn dazu: zwei Taucher tippen sich gegenseitig kurz aufs Jacket, nicken, und ab ins Wasser. Das ist kein Check, das ist eine Geste.
Dabei ist er die einzige Stelle im Ablauf, an der ein zweites Augenpaar auf eine Ausrüstung schaut, die man selbst zusammengebaut hat — und Menschen sind schlecht darin, eigene Fehler zu finden.
Die fünf Punkte im Einzelnen
Der gebräuchlichste Merkspruch ist BWRAF. PADI verbreitet ihn mit Eselsbrücken wie „Begin With Review And Friend“ oder „Because We Really Are Friends“; andere Organisationen verwenden eigene Reihenfolgen und eigene Sprüche. Die Buchstaben sind Konvention, die Sache dahinter ist es nicht — geprüft werden überall dieselben fünf Dinge.
B — Buoyancy: das Auftriebsmittel
Inflatorschlauch angeschlossen und eingerastet? Jacket über den Inflator füllen und hält es dicht? Dann über die Ablassventile wieder leeren — alle, nicht nur das am Inflator. Bei Trockentauchanzügen kommt der zweite Inflatorschlauch dazu, und der wird gern vergessen, weil er hinter der Schulter liegt.
W — Weights: das Blei
Zwei Fragen, nicht eine. Erstens: Ist das Blei überhaupt da und sitzt es fest? Bei integrierten Taschen gehört ein sanfter Zug daran, ob sie eingerastet sind. Zweitens, und das ist die wichtigere: Weiß ich, wie der Schnellabwurf meines Partners funktioniert? Ein Bleisystem, das nur sein Träger öffnen kann, nützt im Notfall niemandem.
Die Bleimenge selbst ist an dieser Stelle kein Thema mehr — sie gehört in den Bleicheck vor dem Tauchgang.
R — Releases: alle Verschlüsse
Schultergurte, Brustgurt, Bauchgurt, Flaschengurt. Der Flaschengurt ist der, bei dem es weh tut: Sitzt er nach dem Nasswerden noch fest, oder ist das Gurtband gerutscht? Ein Klassiker ist die Flasche, die während des Tauchgangs langsam aus dem Gurt wandert.
A — Air: das Atemgas
Hier wird nicht geschaut, sondern geatmet. Beide Atemregler — der eigene und der Oktopus für den Partner — werden probeweise geatmet, mehrere Züge lang, und dabei geht der Blick auf das Finimeter. Fällt der Zeiger beim Einatmen deutlich ab und steigt danach wieder an, ist das Ventil nicht ganz offen. Zwei Handgriffe gehören an dieser Stelle dazu, die kein Merkspruch abbildet: das Flaschenventil vollständig öffnen und den abgelesenen Flaschendruck laut ansagen, damit beide ihn gehört haben.
Das ist der Fehler, den ich in der Ausbildung am häufigsten sehe, und er hat eine tückische Eigenschaft: An der Oberfläche merkt man ihn nicht. Bei einem knapp geöffneten Ventil funktioniert der Atemregler oben tadellos und liefert erst in der Tiefe, wenn mehr Gas durchmuss, zu wenig. Ein Blick auf den Zeiger während der Probeatemzüge kostet drei Sekunden und schließt diesen Fall aus.
Beim Nitrox-Tauchgang gehört hier zusätzlich der Blick auf die Analyse und den eingestellten Sauerstoffanteil am Tauchcomputer dazu.
F — Final Check: von Kopf bis Fuß
Maske, Flossen, Schnorchel, Lampe, Tauchcomputer, Messer, Boje und Spule — alles am Mann und nichts baumelt frei. Ein hängender Schlauch oder ein loses Manometer ist kein Schönheitsfehler: Es hakt an Leinen und Wracks und wirbelt am Grund Sediment auf.
Warum er gegenseitig sein muss
Der Buddy-Check hat zwei Zwecke, und der zweite wird meistens übersehen.
Der erste ist offensichtlich: Fehler finden. Wer seine eigene Ausrüstung prüft, prüft sie mit derselben Erwartung, mit der er sie zusammengebaut hat — und übersieht deshalb dieselbe Sache zweimal.
Der zweite ist der eigentliche Grund, warum die Übung gegenseitig abläuft: Man lernt die Ausrüstung des Partners kennen. Wo hängt sein zweiter Atemregler? Ist sein Blei integriert oder im Gurt, und wo genau sitzt der Abwurf? Wie öffnet sich sein Brustgurt? Diese Fragen im Ernstfall zum ersten Mal zu stellen, ist zu spät — dann sucht man unter Wasser an einem fremden Gerät nach einem Verschluss, den man nie gesehen hat.
Deshalb halte ich es für den wichtigsten Teil des Checks, dass beide Taucher die Hände tatsächlich an das Gerät des anderen legen, statt aus zwei Metern Entfernung zu nicken. Bei einem Partner, mit dem man zum ersten Mal taucht, dauert es fünf Minuten statt zwei — und genau dort lohnt es sich am meisten.
Wann er stattfindet
Unmittelbar vor dem Einstieg, vollständig ausgerüstet, an Land oder auf dem Boot — nicht schon zehn Minuten vorher, weil sich in zehn Minuten noch etwas ändert. Und nicht im Wasser: Dort lässt sich ein Flaschengurt schlecht nachziehen.
Bei einem Tauchgang vom Boot mit Gruppe kommt danach noch der Check des Guides — der ersetzt den Buddy-Check aber nicht. Er kontrolliert Vollständigkeit, nicht die Frage, ob Sie das Gerät Ihres Partners bedienen können.
Häufige Fragen zum Buddy-Check
Siehe auch: Atemregler · Tarierjacket · Nitrox
Quellen und weiterführende Links
- PADI Blog: How Do You Say BWRAF? – Bedeutung der fünf Buchstaben, was bei jedem Punkt geprüft wird, verbreitete Eselsbrücken
- DAN World: Safe Diving Practices – Buddy-System, Tauchgangsplanung, Verfahren bei Trennung

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