Tauchverbände im Vergleich: warum CMAS anders funktioniert als PADI und SSI

Drei Tauchanfänger vergleichen mit einer Lehrerin ihre Möglichkeiten bei Tauchverbänden im Vergleich am Seeufer.
Die passende Tauchausbildung richtet sich nach deinen Zielen und der Qualität der Schule.

Tauchverbände im Vergleich auf einen Blick

  • Zwei Rechtsformen, drei Namen: CMAS ist ein 1959 gegründeter Weltverband, dessen nationale Mitgliedsverbände die Ausbildung regeln und die Brevets ausstellen — in Deutschland der VDST unter dem Namen CMAS Germany. PADI und SSI sind Unternehmen mit vertraglich gebundenen Partnerbetrieben.
  • Wer die Karte ausstellt: In den SSI Training Standards steht „Die Zertifizierung wird von SSI ausgestellt“. In der VDST-DTSA-Ordnung steht „Die DTSA werden vom VDST … ausgestellt“. Einmal ein Unternehmen, einmal ein eingetragener Verein.
  • Einstieg ins Freiwasser: SSI Open Water Diver ab 10 Jahren, vier Ausbildungstauchgänge; GDL* Sports Diver (CMAS*) ab 14 Jahren, fünf Übungstauchgänge auf 6 bis 15 Meter; PADI Open Water Diver ab 15 Jahren, als Junior ab 10.
  • Der Bruch liegt beim Kursziel: Der GDL* Sports Diver befähigt laut Ordnung zur Teilnahme an geführten Tauchgängen. Selbstständig planen und tauchen ist erst Kursziel des GDL** Advanced Sports Diver — bei SSI und PADI ist es das des Einsteigerkurses.
  • Mitglied wird der Taucher nur im Verein: Aufnahmegebühr meist 50 bis 75 Euro, Jahresbeitrag ab 85 Euro. Bei PADI und SSI sind Tauchlehrer und Basis Vertragspartner, der Taucher ist Kunde.
  • Preisspanne: Vereinskurse in einer Stichprobe vom September 2026 zwischen 150 und 395 Euro einschließlich Brevetierung, kommerzielle Komplettkurse ab rund 340 Euro.

Die verbreitete Vorstellung ist, CMAS, PADI und SSI seien drei Marken desselben Produkts, zwischen denen man sich wie zwischen drei Autoherstellern entscheidet. Das trifft die Sache nicht. Der wichtigste Unterschied steht nicht im Kursprogramm, sondern im Handelsregister: Zwei der drei sind Wirtschaftsunternehmen, das dritte ist ein Verband von Verbänden — und CMAS bildet niemanden aus.

Aus dieser einen Unterscheidung folgt alles Weitere: wer am Beckenrand steht und wovon er lebt, wo man Mitglied wird und wo man Kunde ist, was der Kurs kostet und was mit der Karte passiert, wenn man zwei Jahre nicht taucht. Wie sich die Kursinhalte von PADI und SSI im Detail unterscheiden, steht im direkten Vergleich der beiden Einsteigerkurse und für die Aufbaustufe im Beitrag zu PADI AOWD und SSI AOWD. Hier geht es um die Ebene darüber.

CMAS stellt keine Brevets aus

Die Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques wurde im Januar 1959 in Monaco gegründet und sitzt heute in Rom. Sie ist als Dachverband nationaler Verbände organisiert: Die Mitgliedsorganisationen reglementieren und organisieren die Tauchausbildung nach den Vorgaben der CMAS im jeweiligen Land und stellen die CMAS-Brevets aus. Idealerweise ist jedes Land durch genau eine Federation vertreten; Deutschland war das seit jeher, hier ist der Verband Deutscher Sporttaucher die CMAS-Federation.

Praktisch heißt das: Einen „CMAS-Kurs“ kann man nicht buchen. Man bucht einen VDST-Kurs, einen EDA-Kurs oder den Kurs einer anderen CMAS-anerkennenden Organisation, und auf dem Brevet steht dann zusätzlich die CMAS-Zeile. Die VDST-DTSA-Ordnung formuliert das so: „Alle DTSA sind zugleich Abzeichen des Tauchsportweltverbandes, der Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS), und damit weltweit anerkannt.“ Wie ein zweiter deutscher Anbieter dasselbe Sternesystem führt, beschreibt der Beitrag zur EDA und ihrer Tauchausbildung im CMAS-System.

Ein zweites Missverständnis lohnt sich hier auszuräumen: CMAS ist in Deutschland nicht gleichbedeutend mit Verein. Die DTSA-Ordnung sagt ausdrücklich, dass die Kurse „von den Vereinen, den Tauchbasen und den Divecentern des VDST angeboten und durchgeführt“ werden. Es gibt gewerbliche VDST-Tauchbasen, und es gibt Vereine, die nach SSI ausbilden. Der Verband bestimmt den Standard, nicht die Rechtsform des Ausbildungsbetriebs.

PADI und SSI binden Betriebe über Verträge, nicht über Satzungen

SSI wurde 1970 gegründet und gehört seit 2014 zum Sportartikelhersteller HEAD; die deutschsprachigen Ausbildungsstandards tragen entsprechend das Copyright der HEAD Watersports GmbH. Der Standard definiert ein Training Center als „jedes Unternehmen, das SSI Programme durchführt“ — Training Center, Dive Resorts, Dive Schools, Swim Center. Ein SSI Professional wiederum ist, wer eine professionelle Zertifizierung von SSI besitzt oder für ein SSI Training Center arbeitet.

Diese Anbindung ist keine Formalie, sondern die Bedingung dafür, überhaupt unterrichten zu dürfen. Der aktive Status eines SSI Professionals hängt an drei Punkten: der Anbindung an ein aktives Training Center, einer bestätigten Professional-Vereinbarung mit bezahlter Jahresgebühr und — wo das jeweilige Land es verlangt — einer Berufshaftpflicht, in der SSI als mitversichert eingetragen ist. Fehlt eine dieser Bedingungen, rutscht der Tauchlehrer in den inaktiven Status und darf keine Programme mehr durchführen.

PADI, 1966 von John Cronin und Ralph Erickson gegründet, arbeitet nach demselben Prinzip mit anderem Namen: Tauchbasen treten der PADI Retailer and Resort Association bei. Dazu gehören ein unterzeichneter Mitgliedschaftsvertrag und jährliche Beiträge; im Gegenzug darf der Betrieb PADI-Kursmaterial beziehen und weiterverkaufen und die Marke im Marketing führen. Ein PADI 5 Star Dive Center setzt zusätzlich mindestens zwölf Monate Mitgliedschaft ohne Qualitätsbeanstandungen voraus. Wem PADI gehört, hat mehrfach gewechselt: 2025 verkauften die kanadische Altas Partners und die französische Florac an einen nicht offengelegten Käufer.

Damit ist der Unterschied benannt. Beim VDST ist der Taucher Mitglied eines Vereins, der Mitglied im Verband ist. Bei PADI und SSI ist der Betrieb Vertragspartner eines Unternehmens, und der Taucher ist Kunde dieses Betriebs — mit dem Verband hat er keine Beziehung.

Die Stufen nebeneinander — und warum die Tabelle in die Irre führt

Alle drei Systeme richten sich an derselben Normenreihe aus, in Europa DIN EN 14153 beziehungsweise ISO 24801 mit den Stufen Supervised Diver, Autonomous Diver und Dive Leader. Trotzdem lassen sich die Stufen nicht eins zu eins übereinanderlegen, weil sie unterschiedlich zugeschnitten sind.

StufeMindestalterTiefe
GDL Pool Diver / DTSA Grundtauchschein (VDST)12Schwimmbad oder schwimmbadähnliche Bedingungen, maximal 5 m
GDL* Sports Diver / CMAS* (VDST)14fünf Übungstauchgänge auf 6 bis 15 m, der letzte unter erschwerten Bedingungen, etwa 15 bis 25 m
GDL** Advanced Sports Diver / CMAS** (VDST)16Übungstauchgänge 12 bis 25 m; 25 geloggte Tauchgänge, davon 10 auf 15 bis 25 m
GDL*** Dive Leader / CMAS*** (VDST)1865 geloggte Tauchgänge, davon 10 auf 30 bis 40 m
SSI Scuba Diver10maximal 12 m
SSI Open Water Diver10Freiwasser 1 und 2 maximal 12 m, alle übrigen maximal 18 m; 10- und 11-Jährige 12 m
SSI Advanced Open Water Diver12maximal 30 m; 12- bis 14-Jährige beim Deep-Tauchgang maximal 21 m
PADI Scuba Diver1512 m
PADI Open Water Diver15 (Junior 10 bis 14)18 m; Junior mit 10 und 11 Jahren 12 m
PADI Advanced Open Water Diver15 (Junior ab 12)30 m; 12- bis 14-Jährige 21 m

Die verbreitete Gleichung „CMAS* entspricht dem Open Water Diver“ hält der eigenen Ordnung nicht stand. Kursziel des GDL* Sports Diver ist laut VDST-DTSA-Ordnung, dass der Bewerber „an Tauchgängen, die von einem erfahrenen Taucher (wenigstens VDST-CMAS-Taucher**) geführt werden, sicher teilnehmen“ kann. Erst der GDL** Advanced Sports Diver hat als Kursziel „die selbständige Durchführung von Tauchgängen im Freiwasser“. Der SSI Open Water Diver dagegen ist als Programm nach ISO 24801-2 ausgewiesen, also als selbstständiger Taucher — mit einem Mindestalter von 10 Jahren gegenüber 14 beim GDL*.

Wer mit einem CMAS-Einsternbrevet an eine Basis in Ägypten kommt, wird dort trotzdem ohne Rückfrage als selbstständiger Taucher behandelt. Das ist kein Papierproblem: Für den Einstern verlangt die Ordnung keinen einzigen Pflichttauchgang vorab, für den Zweistern 25 nachgewiesene, davon zehn auf 15 bis 25 Meter. Genau darin liegt der Unterschied, den die Gleichsetzungstabellen verschlucken.

Wer ausbilden darf — Ehrenamt gegen Beschäftigungsverhältnis

Im VDST hängt die Lehrbefugnis an einer Lizenz, nicht an einem Arbeitgeber. Die DTSA-Ordnung weist die Ausbildung zum GDL* Sports Diver ausschließlich VDST-Tauchlehrern der Stufen * bis **** zu. Ein VDST-DOSB-Trainer C Breitensport darf Schnuppertauchen und den Grundtauchschein abnehmen, und das nur im Schwimmbad oder unter schwimmbadähnlichen Bedingungen. Wer im Verein den Einstern ausbildet, ist also Tauchlehrer — ehrenamtlich, aber nicht nebenbei.

Die Zahlen dahinter stehen in der VDST-Lizenzordnung: Der Trainer C Breitensport setzt den GDL** und 80 oder mehr Tauchgänge voraus, der GDL Instructor* (VDST TL*) den GDL*** samt Trainer-C- oder Assistenztauchlehrer-Lizenz und 130 Tauchgänge, davon mindestens 30 aus den zwölf Monaten vor dem Anmeldetermin und mindestens sechs auf 30 bis 40 Meter im Süßwasser oder 38 bis 40 Meter im Salzwasser. Die Lizenzen laufen ab: Trainer B und C nach vier Jahren, Assistenztauchlehrer und Tauchlehrer nach fünf; verlängert wird unter anderem über den Nachweis besuchter anerkannter Fortbildungen.

Bei SSI hängt die Lehrbefugnis dagegen am aktiven Status und damit am Betrieb. Ein Open Water Instructor im aktiven Status muss alle Fertigkeiten im Wasser einführen und alle Freiwasser-Ausbildungstauchgänge direkt beaufsichtigen. Auch die Betreuungsverhältnisse sind ausbuchstabiert: im Open Water Diver Programm 8:1 ab 15 Jahren, mit einem zertifizierten Assistenten 10:2, mit zweien 12:3; bei 10- bis 14-Jährigen 4:1, und niemals mehr als zwei Schüler unter zwölf Jahren pro Instructor.

Der VDST regelt dasselbe knapper und in der Anfängerausbildung strenger: höchstens vier Tauchschüler je Ausbilder bei Prüfungstauchgängen, und der erste Freiwassertauchgang mit Beginnern ist eins zu eins durchzuführen. Diese Regel kostet Ausbilderzeit — die im Ehrenamt niemand abrechnen muss.

Was es kostet und was von der Karte übrig bleibt

In einer Stichprobe deutscher Anbieter vom September 2026 lagen Vereinskurse zwischen 150 Euro bei den Sporttauchern Bremerhaven einschließlich VDST-Brevetierung und 395 Euro beim SC Schwalbach, dazwischen 230 Euro für Mitglieder beim Sporttauchclub München und 300 Euro beim Tauchclub Plattling. Dazu kommt die Mitgliedschaft: Aufnahmegebühr meist 50 bis 75 Euro, Jahresbeitrag ab 85 Euro. Ein vollwertiger kommerzieller Komplettkurs unterhalb von 339 Euro war in derselben Stichprobe nicht zu finden — Angebote um 250 Euro entpuppten sich als Referral-Kurse ohne Brevetierung oder als Mitgliedertarife.

Die Brevetierung ist bei den meisten Anbietern im Kurspreis enthalten; wo sie separat berechnet wird, liegt sie meist zwischen 29 und 60 Euro, im Einzelfall bei 85 oder 195 Euro. SSI stellt die Zertifizierung standardmäßig digital in der MySSI-App aus und dauerhaft kostenfrei — die Plastikkarte ist ein Bestellartikel für rund 16 bis 30 Euro.

Das Brevet selbst verfällt in keinem der drei Systeme. Was verfällt, ist die Anbindung. Wer bei SSI oder PADI aufhört, behält die Karte und verliert nichts — der Betrieb, nicht der Taucher, zahlt Jahresbeiträge. Wer die Vereinsmitgliedschaft aufgibt, behält ebenfalls sein Brevet, verliert aber den Versicherungsschutz, den die Mitgliedschaft trägt, und bei Ausbildern die Grundlage der Lizenz. Für Aufbaukurse und Spezialkurse verlangt der VDST deshalb ausdrücklich „VDST Mitgliedschaft oder Nachweis eines äquivalenten Versicherungsschutzes“.

Was mir an der Doppelrolle auffällt

Ich bin SSI Open Water Scuba Instructor und CMAS-Ein-Stern-Tauchlehrer über die EDA, unterrichte also in beiden Logiken. Der Unterschied zeigt sich nicht im Wasser — eine Maske wird überall gleich ausgeblasen —, sondern in dem, was vor und nach dem Tauchgang passiert.

Im kommerziellen Kurs ist der Standard das Rückgrat. Er sagt mir, wie viele Schüler ich mitnehmen darf und welche Übung ich nicht hinzuerfinden darf. Das ist Haftungsschutz für beide Seiten: SSI verbietet ausdrücklich, Fertigkeiten zu unterrichten, die nicht im System stehen — Ausrüstung ablegen und wieder anlegen, Atmen direkt aus dem Flaschenventil, Aufstiege ohne Atemregler im Mund. Wer sie trotzdem zeigt, steht im Schadensfall allein da.

Im Verein ist das Rückgrat die Gruppe. Der Kurs endet nicht mit der Brevetierung, weil die Leute am Mittwoch wieder im Becken stehen. Ich muss eine Übung nicht in einer Stunde durchbekommen, weil nächste Woche wieder eine Stunde ist. Dafür hängt alles an Hallenbadzeiten, Saison und Ausbilderverfügbarkeit. In der kommerziellen Basis ist der Kalender das kleinere Problem und die Zeit im Wasser das teurere Gut.

Die Frage, die mir gestellt wird, lautet fast immer „Welcher Schein ist besser?“. Die nützlichere lautet: Mit wem taucht man in zwei Jahren? Wer sie beantworten kann, hat den Verband damit meist schon gewählt.

Welcher Weg zu wem passt

  • CMAS über einen VDST-Verein: Für alle, die in Deutschland tauchen und Anschluss suchen. Günstigster Weg, an Termine gebunden, und die Selbstständigkeit unter Wasser kommt erst mit dem GDL** — dafür mit 25 nachgewiesenen Tauchgängen dahinter.
  • SSI über ein Training Center: Für alle, die die Theorie digital erledigen und die Praxis mit einem festen Betrieb abstimmen. Die Zertifizierung kommt vom Unternehmen, liegt in der App und lässt sich an jeder Basis in Sekunden prüfen.
  • PADI über ein Dive Center oder Resort: Für alle, die im Urlaub anfangen und international weitermachen. Das dichteste Netz, der am stärksten vereinheitlichte Ablauf — und ein Mindestalter von 15 für den vollen Open Water Diver statt 10 wie bei SSI.
  • Für alle drei gilt: Die Ausbildungsordnung setzt Mindestwerte, keine Zielwerte. Ob vier oder acht Tauchgänge gemacht werden und ob Übungen wiederholt werden dürfen, entscheidet der Betrieb. Das ist die Frage vor der Anmeldung, nicht die nach dem Logo.

Häufige Fragen zu den Tauchverbänden im Vergleich

Ist ein CMAS-Einsternbrevet dasselbe wie ein Open Water Diver?
Nach der VDST-DTSA-Ordnung nicht. Kursziel des GDL* Sports Diver ist die sichere Teilnahme an Tauchgängen, die von einem mindestens zweisternigen VDST-CMAS-Taucher geführt werden. Das selbstständige Planen und Durchführen von Tauchgängen ist erst Kursziel des GDL** Advanced Sports Diver. Der SSI Open Water Diver ist dagegen ein Programm nach ISO 24801-2, also als selbstständiger Taucher ausgelegt. Rechne an einer Urlaubsbasis trotzdem damit, dass beide Karten gleich behandelt werden — und sag im Zweifel, wie viele Tauchgänge du tatsächlich hast.
Welcher Verband hat das niedrigste Mindestalter?
SSI. Sowohl der Scuba Diver als auch der Open Water Diver beginnen dort bei 10 Jahren, mit einer Tiefengrenze von 12 Metern für 10- und 11-Jährige. PADI setzt den Open Water Diver bei 15 Jahren an und führt 10- bis 14-Jährige über den Junior Open Water Diver. Der VDST verlangt für den GDL* Sports Diver 14 Jahre, lässt aber den Grundtauchschein im Schwimmbad ab 12 Jahren zu und hat für Jüngere eine eigene Kindertauchsportabzeichen-Ordnung.
Muss ich in einen Verein eintreten, um CMAS zu tauchen?
Nein. Die VDST-DTSA-Ordnung nennt als Anbieter der Kurse ausdrücklich „die Vereine, die Tauchbasen und die Divecenter des VDST“ — es gibt also gewerbliche Anbieter im selben System. Für einzelne Aufbau- und Spezialkurse verlangt die Ordnung allerdings eine VDST-Mitgliedschaft oder den Nachweis eines gleichwertigen Versicherungsschutzes. Rechne bei der Vereinsvariante mit einer Aufnahmegebühr von meist 50 bis 75 Euro und einem Jahresbeitrag ab 85 Euro.
Wem gehören PADI und SSI?
SSI gehört zur HEAD-Gruppe; die deutschsprachigen Ausbildungsstandards von 2026 tragen das Copyright der HEAD Watersports GmbH. PADI wurde 1966 von John Cronin und Ralph Erickson gegründet und hat den Eigentümer mehrfach gewechselt; zuletzt verkauften 2025 die Investoren Altas Partners und Florac an einen nicht offengelegten Käufer. Die CMAS dagegen hat keine Eigentümer, sondern Mitgliedsverbände — in Deutschland den VDST als CMAS Germany.
Kann ich mein Brevet später in ein anderes System überführen?
Ja, aber nicht nach einer allgemeinen Faustregel. Der VDST arbeitet mit einer Äquivalenzliste, nach der eine vergleichbare Qualifikation die Vorstufe ersetzen kann, und führt eigene Crossover-Kurse für die Stufen GDL* bis GDL***. SSI sieht ein Onboarding über Äquivalenztabellen vor. Entscheidend ist immer der aufnehmende Verband: Klär die Einstufung mit der Zielschule, bevor du buchst, und nimm Logbuch und Brevet mit — gezählt werden dort dokumentierte Tauchgänge, nicht Kursnamen.

Siehe auch: PADI und SSI im direkten Vergleich · EDA: Tauchausbildung im CMAS-System · PADI AOWD und SSI AOWD · Ab wann darf man in Deutschland tauchen?

Quellen und weiterführende Links

  • VDST: DTSA-Ordnung, Fassung vom 12.01.2025 – Kursziele, Mindestalter, Pflichttauchgänge und Tiefenbereiche vom Grundtauchschein bis zum GDL*** Dive Leader, Ausbilderqualifikation je Stufe, Betreuungsverhältnisse und die Zuordnung der DTSA zur CMAS
  • VDST: Ausbilder werden – Voraussetzungen für Trainer C, Assistenztauchlehrer und GDL Instructor sowie die Laufzeiten der Lizenzen
  • SSI: Scuba Training Standards und Verfahren 2026.2, deutsche Fassung vom 20.08.2026 – Definition von Training Center und SSI Professional, Ausstellung der Zertifizierung, aktiver und inaktiver Status, Teilnehmervoraussetzungen und Tiefengrenzen, Betreuungsverhältnisse und Flexibility Rule
  • PADI: Diving Restrictions – Mindestalter und Tiefengrenzen für Scuba Diver, Open Water Diver, Junior Open Water Diver und Advanced Open Water Diver
  • Wikipedia: Professional Association of Diving Instructors – Gründung 1966, Mitgliedsmodell der PADI Retailer and Resort Association, Eigentümerwechsel 2025
  • Wikipedia: Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques – Gründung 1959 in Monaco, Sitz Rom, Aufbau als Dachverband nationaler Federations, Ausstellung der CMAS-Brevets durch die Mitgliedsorganisationen, VDST als CMAS Germany
  • Lexikon: Brevet und Lexikon: CMAS – Begriffsbestimmungen
Über Der Tauchausbilder 34 Artikel
Schreibt über Ausbildung: Kursaufbau, Prüfungen, Übungen und das, was Tauchlehrer ihren Schülern gern früher gesagt hätten. Bildet nach SSI- und CMAS-Standards aus.

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