EDA: Tauchausbildung im CMAS-System

Vier Taucherinnen und Taucher in Neoprenanzügen warten an der Wasseroberfläche auf den Abstieg
Foto: Robert So, Pexels-Lizenz

Die European Diving Association (EDA) ist eine Tauchsport-Ausbildungsorganisation, die nach dem Sternesystem der CMAS zertifiziert und ihre Brevets als EDA/CMAS-Zertifikate ausgibt. Getragen wird sie von der EDA Professional GmbH mit Sitz in Lahr. Sie beschreibt sich selbst als „jungen, dynamischen Tauchsportverband“.

Wer in Deutschland tauchen lernt, begegnet fast automatisch den großen Namen: PADI, SSI, VDST. Die EDA ist kleiner und dadurch weniger bekannt — was regelmäßig zu der Frage führt, was ein EDA-Brevet eigentlich wert ist und wie es sich zu den anderen Systemen verhält.

Der Ansatz: zwei Systeme verbinden

Die EDA formuliert ihr Ziel so, dass sie „die modernen Ansätze der Ausbildung von Sporttauchern mit den bisher marktgängigen, bewährten und etablierten Ausbildungssystemen in Einklang“ bringen will. Konkret heißt das: Sie führt eigene Einsteigerkurse mit den international gebräuchlichen Bezeichnungen und schließt daran das klassische CMAS-Sternesystem an.

Als Bezugsrahmen für die Ausbildung nennt die EDA die Normenreihe DIN EN 14153 für die Ausbildung von Sporttauchern und DIN EN 14467 für die Anforderungen an Anbieter von Tauchdienstleistungen. Das ist derselbe Normenrahmen, an dem sich auch die anderen europäischen Verbände ausrichten — EN 14153 entspricht inhaltlich der ISO 24801, die die drei Stufen Supervised Diver, Autonomous Diver und Dive Leader beschreibt.

Die Ausbildungsstufen im Überblick

Der Aufbau ist zweigeteilt. Am Anfang stehen drei Kurse mit den Bezeichnungen, die Einsteiger aus dem Urlaub kennen:

  • EDA Try Scuba Diver — das Schnuppertauchen
  • EDA Open Water Diver — der Einstiegskurs
  • EDA Advanced Open Water Diver — die erste Aufbaustufe

Darauf setzt das CMAS-Sternesystem auf, das die EDA in vier Stufen führt:

  • EDA/CMAS Diver* (Bronze)
  • EDA/CMAS Diver** (Silber)
  • EDA/CMAS Diver*** (Gold)
  • EDA/CMAS Diver****

Für die Ausbilderlaufbahn gibt es drei Tauchlehrergrade — EDA/CMAS TL*, TL** und TL*** — sowie ein Cross-Over-Programm für Tauchlehrer, die von einem anderen Verband kommen.

Wichtig für die Einordnung: Die Bezeichnungen Divemaster und Instructor gehören nicht in dieses System. Sie stammen aus der PADI-Terminologie. Wer bei der EDA die professionelle Laufbahn einschlägt, wird Tauchlehrer mit Sternen, nicht Instructor.

Vierzehn Spezialkurse

Neben den Hauptstufen führt die EDA vierzehn Spezialkurse: Nitrox, Perfect Buoyancy, Deep, Night, Underwater Navigator, Wreck, Boat, Dry Suit, Photo & Video, Search & Recovery, Ice, Rescue, Erste Hilfe und HLW sowie Dive Guide.

Das Spektrum ist damit dasselbe, das auch die großen Verbände abdecken. Praktisch relevant ist vor allem, dass Trockentauchen, Nitrox und Rescue als eigene Kurse geführt werden — das sind die drei, die in Mitteleuropa den größten Unterschied im Tauchalltag machen.

Was das CMAS-Zertifikat praktisch bedeutet

Der entscheidende Punkt für die Praxis ist nicht das EDA-Logo, sondern die CMAS-Zeile auf dem Brevet. Das CMAS-Sternesystem ist international eingeführt und wird an Tauchbasen weltweit verstanden — eine Basis, die mit einem CMAS-Zweisternbrevet nichts anfangen kann, muss man suchen.

Für Umsteiger heißt das umgekehrt: Wer bereits ein Brevet eines anderen Verbands hat, steigt nicht bei null ein. Wie genau die Stufen einander zugeordnet werden, entscheidet aber die Ausbildungsorganisation im Einzelfall und nicht eine allgemeine Faustregel — das ist vor der Anmeldung mit der Tauchschule zu klären, nicht danach.

Wie du eine EDA-Tauchschule findest

Die EDA ist kein Massenverband, das Netz an Ausbildungsstätten ist entsprechend dünner als bei PADI oder SSI. Wer gezielt nach einer EDA-Ausbildung sucht, geht am besten über die Verbandsseite und fragt bei der Tauchschule direkt nach, welche Stufen dort tatsächlich angeboten werden — nicht jede Basis führt das gesamte Programm bis TL***.

Am Ende gilt hier, was für jeden Verband gilt: Die Qualität einer Tauchausbildung entscheidet sich am Tauchlehrer und an der Gruppengröße, nicht am Logo auf der Karte. Ein guter Ausbilder in einem kleinen Verband ist mehr wert als ein schlechter in einem großen.

Quellen und weiterführende Links

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