Der Auffrischungskurs auf einen Blick
- Der richtige Name: Bei SSI heißt das Programm Scuba Skills Update, bei PADI ReActivate, bei SDI Inactive Diver/Refresher. „Auffrischungskurs“ ist der Sammelbegriff, nicht die Programmbezeichnung — und danach fragt die Tauchbasis.
- Voraussetzung bei SSI: Mindestalter 10 Jahre und ein Open Water Diver oder eine gleichwertige Zertifizierung einer anderen anerkannten Organisation. Auch nicht zertifizierte Kursteilnehmer, die alle Poollektionen abgeschlossen haben, dürfen teilnehmen.
- Wo es stattfindet: im Pool oder begrenzten Freiwasser, maximale Tiefe 5 Meter. Ein Scuba Skills Update ist kein Freiwassertauchgang.
- Wer es durchführen darf: bei SSI bereits ein Assistant Instructor im aktiven Status — die Stufe unterhalb des Open Water Instructors. Bei SDI ebenfalls ein aktiver Assistant Instructor, bei PADI ein Instructor.
- Dauer: SSI nennt keine empfohlene Dauer. SDI veranschlagt vier Stunden und maximal 18 Meter Ausbildungstiefe. Bei PADI ist der Zugangscode zum Onlineteil 12 Monate gültig.
- Was am Ende herauskommt: bei SSI eine digitale Anerkennungskarte, bei PADI eine datierte Ersatzkarte mit ReActivate-Datum, bei SDI wahlweise eine Karte oder ein datierter Logbucheintrag.
„Auffrischungskurs“ steht auf keiner Kursliste. Es ist ein Sammelbegriff für drei Programme, die unterschiedlich heißen, unterschiedlich lang dauern und unterschiedlich enden — und genau das führt an der Tauchbasis zu Missverständnissen. Wer nach einem Auffrischungskurs fragt, bekommt bei SSI ein Scuba Skills Update, bei PADI ein ReActivate und bei SDI ein Inactive Diver/Refresher.
Ob ein Wiedereinstieg nach der Pause überhaupt eine Auffrischung braucht, ist eine andere Frage — sie hängt an Fertigkeitsverlust, Erfahrung und ehrlicher Selbsteinschätzung und wird im Beitrag Refresher nach der Tauchpause beantwortet. Hier geht es um die Stufe danach: was so ein Kurs konkret enthält, wie er abläuft, wie lange er dauert, was er kostet und woran eine Basis im Urlaub festmacht, ob sie ihn verlangt.
Bei SSI heißt der Auffrischungskurs Scuba Skills Update
Das Programm hat in den SSI Scuba Training Standards einen eigenen, vollständigen Abschnitt — mit Zweck, Voraussetzungen, Tiefengrenzen, Betreuungsverhältnissen und Abschlussregeln. Als Ziel nennt der Standard, zertifizierten Tauchern die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten „auf sichere und angenehme Weise“ aufzufrischen.
- Mindestalter: 10 Jahre.
- Vorstufe: ein SSI Open Water Diver oder eine gleichwertige Zertifizierung einer anderen anerkannten Organisation. Alternativ ein noch nicht zertifizierter Open-Water-Diver-Schüler, der alle Lektionen im Pool oder begrenzten Freiwasser bereits abgeschlossen hat.
- Tiefengrenze: maximal 5 Meter im Pool oder begrenzten Freiwasser. Eine Freiwassertiefe ist im Standard gar nicht vorgesehen.
- Dauer: „Es gibt keine empfohlene Dauer für ein Scuba Skills Update.“ Der Umfang richtet sich nach dem Teilnehmer, nicht nach einer Stundenzahl.
- Betreuungsverhältnis: ab 15 Jahren acht Schüler auf einen Professional, mit einem zertifizierten Assistenten zehn auf zwei, mit zwei Assistenten zwölf auf drei. Für 12- bis 14-Jährige gilt 6:1, für 10- und 11-Jährige 4:1.
- Mindestnähe: Während der Bewertung der Fertigkeiten im Wasser müssen die Schüler so nah beim Professional bleiben, dass jederzeit Körperkontakt hergestellt werden kann.
- Abschluss: Theorie, Wasserlektionen und deren Bewertungen gemäß dem SSI Scuba Skills Update Instructor Manual. Danach kann die digitale Anerkennungskarte beantragt werden.
Ein Detail fällt beim Lesen des Standards besonders auf: Ein Assistant Instructor im aktiven Status darf das Scuba Skills Update durchführen. Das ist die Stufe unterhalb des Open Water Instructors — sie darf im Open Water Diver Programm keine Fertigkeit einführen und keinen Freiwassertauchgang leiten, wohl aber ein vollständiges Scuba Skills Update samt Theorie- und Wasserlektionen unter direkter Aufsicht abhalten und anschließend die digitale Anerkennungskarte beantragen. Praktisch heißt das: Eine Basis kann diesen Kurs auch dann anbieten, wenn ihr Instructor gerade eine Ausbildungsgruppe im Freiwasser hat.
Das zweite Detail betrifft das Ergebnis. Am Ende steht eine Anerkennungskarte, kein Brevet. Der Ausbildungsstand ändert sich durch ein Scuba Skills Update nicht — ein Open Water Diver bleibt Open Water Diver mit 18 Metern Tiefengrenze. Die Karte dokumentiert ein Datum, und dieses Datum ist es, was eine Tauchbasis später sehen will.
Drei Verbände, drei Zuschnitte
Die Unterschiede sind größer, als der gemeinsame deutsche Begriff vermuten lässt — vor allem beim Wasserteil, bei der Dauer und bei dem, was am Ende in der Hand liegt.
| SSI Scuba Skills Update | PADI ReActivate | SDI Inactive Diver/Refresher | |
|---|---|---|---|
| Mindestalter | 10 Jahre | 10 Jahre | über die vorausgesetzte Open-Water-Zertifizierung geregelt |
| Voraussetzung | Open Water Diver oder gleichwertig; auch OWD-Schüler nach Abschluss aller Poollektionen | bestehende Tauchzertifizierung | SDI Open Water Scuba Diver oder gleichwertig einer anerkannten Organisation |
| Theorieteil | Theorielektionen laut Instructor Manual | Knowledge Review online oder als App | Wissensteil im Kurs |
| Wasserteil | Pool/begrenztes Freiwasser, maximal 5 Meter | In-Water Skills Refresher mit einem Instructor | Ausbildungstiefe maximal 18 Meter |
| Dauer | keine empfohlene Dauer | keine Stundenangabe; Zugangscode 12 Monate gültig | vier Stunden empfohlen |
| Durchführung durch | Assistant Instructor im aktiven Status | Instructor | aktiver Instructor oder aktiver Assistant Instructor |
| Ergebnis | digitale Anerkennungskarte | datierte Ersatzkarte mit ReActivate-Datum | Refresher-Karte oder datierter Logbucheintrag |
Zwei Punkte aus der Tabelle sind für die Reiseplanung wichtiger als alle anderen. Erstens: Nur SDI legt eine Ausbildungstiefe von 18 Metern fest; SSI bleibt ausdrücklich im Pool oder begrenzten Freiwasser bei maximal 5 Metern. Wer erwartet, im Auffrischungskurs schon einen richtigen Tauchgang zu machen, verwechselt ihn mit dem Check-Dive — das ist ein anderes Format mit einem anderen Zweck.
Zweitens: Bei PADI zerfällt das Programm in zwei getrennt bezahlte und getrennt abgeschlossene Teile. Wird nur der Onlineteil erledigt, gibt es ein Zertifikat, aber keine Karte. Erst wenn der Wasserteil mit einem Instructor dazukommt, wird die datierte Ersatzkarte ausgestellt. Der Zugangscode für den Onlineteil ist zwölf Monate gültig — wer ihn im Winter kauft und den Wasserteil auf den übernächsten Sommer schiebt, fängt von vorn an.
Woran eine Tauchbasis festmacht, ob sie eine Auffrischung verlangt
Eine Basis prüft drei Dinge: die Zertifizierungskarte, das Datum des letzten Tauchgangs im Logbuch und die Papiere, die ohnehin für jede Ausbildung nötig sind. Aus diesen drei Angaben entsteht die Entscheidung — und die Zahlen dahinter stehen bei SSI im Standard, nicht im Ermessen des Personals.
- Fünf Jahre: Die SSI Scuba Training Standards empfehlen, Personen, die seit fünf Jahren oder länger nicht mehr getaucht sind, als inaktiv zu betrachten. Inaktive Taucher sollten ein Scuba Skills Update absolvieren, um eine verlorene Zertifizierung ersetzen zu können.
- Zwölf Monate: In der Ausbildung ist die Auffrischung Pflicht. Sind seit der letzten Ausbildung im Wasser mehr als zwölf Monate vergangen, muss ein Schüler bei allen Einstiegsprogrammen ein Scuba Skills Update absolvieren, das vor dem nächsten Freiwassertauchgang in MySSI einzutragen ist.
- Sechs Monate: Liegt bei einem Open-Water-Diver-Schüler die letzte Theorie- oder Poollektion mehr als sechs Monate zurück, empfiehlt der Standard das Scuba Skills Update, bevor es ins Freiwasser geht. Dieselbe Frist gilt für den Referral Diver ab dem Ausstellungsdatum seiner Karte.
- Der schärfste Fall: Ein Referral Diver, dessen letzter Tauchgang mehr als zwölf Monate zurückliegt, muss ein Scuba Skills Update absolvieren und die Abschlussprüfung zum Open Water Diver wiederholen.
Dazu kommen die Formulare, die unabhängig von der Pause ein Jahr gültig sind: der medizinische Fragebogen für Taucher, die Haftungsfreistellungsvereinbarung und — sofern im Fragebogen eine Frage mit „Ja“ beantwortet wird — die ärztliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Der Fragebogen muss außerdem aktualisiert werden, wenn sich der Gesundheitszustand geändert hat. Für Teilnehmer unter 18 Jahren ist ein von den Erziehungsberechtigten unterschriebener Jugendzusatz erforderlich.
Wer eine Reise plant, klärt das am besten vor der Buchung mit drei Angaben an die Basis: Ausbildungsstand und Verband, Datum des letzten Tauchgangs und Gesamtzahl der geloggten Tauchgänge. Damit lässt sich vorab sagen, ob ein Auffrischungskurs verlangt wird, ob er vor Ort verfügbar ist und ob er in den ersten Urlaubstag passt. Was ein solcher Kurs im Verhältnis zu einer Erstausbildung kostet, ordnet der Beitrag zu den Kosten eines Tauchscheins ein.
Wie ich ein Scuba Skills Update ablaufen lasse
Ich bin SSI Open Water Scuba Instructor und CMAS-Tauchlehrer, und ein Scuba Skills Update ist für mich der Kurs mit der größten Spannweite: Der eine steht seit drei Jahren nicht mehr im Wasser und will vor dem Rotmeer-Urlaub Sicherheit; der andere hat vergangenen Herbst die Poollektionen gemacht und holt jetzt die Freiwassertauchgänge nach. Beide haben Anspruch auf dasselbe Programm, brauchen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Dass der Standard bewusst keine Dauer vorgibt, ist deshalb kein Mangel, sondern der Punkt.
Ich fange trocken an, mit dem Zusammenbau der Ausrüstung und dem Pre-Dive-Check. Das ist der Teil, der nach einer Pause am zuverlässigsten hakt — nicht, weil jemand es vergessen hätte, sondern weil die Reihenfolge weg ist und die Hände zu suchen anfangen. Wer den Aufbau zweimal ruhig durchgeht, geht anders ins Wasser.
Im Wasser sind es dann vier Blöcke, und die Reihenfolge ist mir wichtiger als die Vollständigkeit. Erst Tarierung und Atemmuster, bis das Schweben ohne Flossenschlag wieder steht. Dann Maske: ausblasen, abnehmen, aufsetzen, ein Stück ohne Maske schwimmen — das ist die Übung, die am meisten Überwindung kostet und am meisten zurückgibt. Dann die Gasnotfälle: alternative Luftversorgung anbieten und annehmen, stationär und im Aufstieg. Und zum Schluss der kontrollierte Aufstieg mit Sicherheitsstopp, weil das die Fertigkeit ist, die im Urlaub am ersten Tag gebraucht wird.
Die Fünf-Meter-Grenze empfinde ich dabei nicht als Einschränkung. In fünf Metern lässt sich jede dieser Übungen sauber bewerten, und die Vorgabe der Mindestnähe — jederzeit Körperkontakt herstellen können — ist im flachen Becken realistisch einzuhalten. Wer stattdessen den ersten Tauchgang der Reise als Auffrischung benutzt, hat beides nicht: keine Bewertung und keine Nähe. Wenn nach dem Update noch ein begleiteter Tauchgang dazukommen soll, gehört er in eine eigene Verabredung und nicht in dieses Programm.
Wenn die Karte weg ist: der Experienced Diver Test
Ein Auffrischungskurs setzt eine bestehende Zertifizierung voraus. Fehlt sie, greift bei SSI ein anderes Programm — der Experienced Diver Test. Er ist ausdrücklich für Taucher gedacht, die ihre Zertifizierung verloren haben oder als Militär-, Berufs-, Lifeguard- oder Wissenschaftstaucher ausgebildet wurden, und verlangt einen Nachweis der Freiwasser-Taucherfahrung, bevor er überhaupt abgelegt werden darf.
- Mindestalter 15 Jahre — deutlich höher als die 10 Jahre beim Scuba Skills Update.
- Eine schriftliche, unterschriebene Erklärung über die bisherige Ausbildung und Erfahrung sowie Nachweise: die Zertifizierung einer nicht mehr bestehenden Organisation, ein unterschriebenes oder abgestempeltes Logbuch, ein offizielles Schreiben eines militärischen, gewerblichen, Rettungsschwimmer- oder wissenschaftlichen Tauchleiters.
- Empfohlene Dauer 10 bis 16 Stunden, maximale Freiwassertiefe 18 Meter, Mindesttiefe im Freiwasser 5 Meter.
- Für die Open-Water-Diver-Stufe: das Final Exam bestehen, mindestens eine Lektion im Pool oder begrenzten Freiwasser, die Wasserfitness-Bewertung und mindestens zwei Ausbildungstauchgänge im Freiwasser, in denen alle Fertigkeiten der Freiwassertauchgänge 1 bis 4 gezeigt werden.
Der Standard enthält dazu eine Empfehlung, die in der Praxis oft die ehrlichere Antwort ist: Wer keinen ausreichenden Erfahrungsnachweis hat oder dessen letzter Freiwassertauchgang lange zurückliegt, soll sich für ein reguläres Open Water Diver Programm anmelden. Genau derselbe Weg steht auch Tauchern offen, die von einer nicht von SSI anerkannten Organisation zertifiziert wurden — sie müssen den Experienced Diver Test bestehen, bevor sie als gleichwertig gelten. Wer den Wiedereinstieg ohnehin als Neuanfang plant, findet die Formate der Erstausbildung im Vergleich der Kursformate.
Häufige Fragen zum Auffrischungskurs
Siehe auch: Refresher nach der Tauchpause: brauche ich das überhaupt? · Check-Dive: Tauchpause mit Übung beenden · Grundlegende Tauchfertigkeiten · Tauchverbände im Vergleich
Quellen und weiterführende Links
- SSI: Scuba Training Standards und Verfahren 2026.2, deutsche Fassung vom 20.08.2026 – vollständiger Programmabschnitt Scuba Skills Update mit Mindestalter, Vorstufe, Fünf-Meter-Grenze, Betreuungsverhältnissen, Mindestnähe und Anerkennungskarte; Durchführung durch einen Assistant Instructor im aktiven Status; Experienced Diver Test; Fünf-Jahres-Empfehlung für inaktive Taucher; Sechs- und Zwölf-Monats-Fristen; Gültigkeit der Formulare
- PADI Pros: ReActivate FAQ – Program Details – Mindestalter 10 Jahre, Aufteilung in Knowledge Review und In-Water Skills Refresher, datierte Ersatzkarte nur nach beiden Teilen, Zugangscode zwölf Monate gültig
- SDI: Diver Standards, Inactive Diver Program – Voraussetzung Open Water Scuba Diver oder gleichwertig, Durchführung durch aktive Instructors und Assistant Instructors, 20 Kompetenzen, maximale Ausbildungstiefe 18 Meter, vier empfohlene Stunden, Karte oder Logbucheintrag

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