VDST (Verband Deutscher Sporttaucher)

Eine Tauchgruppe bereitet am Seeufer Ausrüstung vor und tauscht sich nach einem Tauchgang aus.
Regelmäßige Tauchpartner und gemeinsames Training machen aus dem Brevet ein Hobby.

Der VDST, der Verband Deutscher Sporttaucher, ist der Dachverband der deutschen Tauchvereine und der einzige deutsche Vertreter des Welttauchsportverbandes CMAS. Er wurde 1954 gegründet, hat seinen Sitz in Offenbach am Main und ist zugleich der Sportfachverband Tauchen im Deutschen Olympischen Sportbund. Über seine Vereine bildet er aus, betreibt Leistungssport und arbeitet im Gewässerschutz.

Größe und Aufbau

Gegründet wurde der Verband am 17. Oktober 1954. Er ist ein eingetragener Verein mit Bundesgeschäftsstelle in Offenbach am Main. Nach seinen eigenen Angaben mit Stand August 2026 hat er 77.510 Mitglieder, davon 65.560 Vereinsmitglieder und 10.950 Direkt- und Familienmitglieder, organisiert in 814 Vereinen und 17 Landestauchsportverbänden.

Dieser dreistufige Aufbau — Bundesverband, Landestauchsportverbände, Vereine — erklärt, warum der VDST für den einzelnen Taucher meist unsichtbar bleibt. Wer in Deutschland im Verein taucht, hat in aller Regel mit seinem Verein und seinem Landesverband zu tun; die Bundesebene setzt die Ausbildungsordnung, vertritt den Tauchsport nach außen und stellt die Brevets aus.

Verhältnis zu CMAS und DOSB

Der VDST steht auf zwei Säulen, die ihn von den kommerziellen Ausbildungsorganisationen unterscheiden.

Nach außen ist er der einzige deutsche Vertreter der CMAS, die er 1959 mitbegründet hat. Die Brevets, die ein VDST-Verein vergibt, sind damit CMAS-Brevets und international lesbar — anders als bei PADI oder SSI steht hinter ihnen allerdings kein Unternehmen, sondern ein Sportverband. Die Qualität der Ausbildung ist nach Angaben des Verbands durch den Europäischen Tauchsportverband EUF zertifiziert.

Nach innen ist er der Sportfachverband Tauchen im Deutschen Olympischen Sportbund und dort nach eigener Darstellung „der einzige Sportfachverband Tauchen im DOSB“. Er vertritt im DOSB die Wettkampfsparten Finswimming, Orientierungstauchen und Unterwasser-Rugby. Aus dieser Mitgliedschaft folgt ein Alleinstellungsmerkmal, das es anderswo in der deutschen Tauchausbildung nicht gibt: die Qualifikation zum DOSB-Trainer beziehungsweise zum Tauchlehrer mit DOSB-Trainerlizenz.

Wie die Ausbildung organisiert ist

Ausgebildet wird nach den Richtlinien von CMAS und DOSB; der Verband bietet daneben eigene, mit beiden abgestimmte Angebote an. Die Ausbildung ist modular aufgebaut, und die Einhaltung der Standards wird nach Verbandsangaben auf allen Ebenen durch Qualitätskontrollen geprüft.

Der praktische Unterschied zum Kurs an einer Tauchbasis liegt weniger im Lehrstoff als im Takt. Im Verein findet die Ausbildung über Monate statt, meist mit wöchentlichem Hallenbadtermin und Freiwassertagen am Wochenende, und sie wird von ehrenamtlichen Tauchlehrern getragen. Ein Open Water Diver an einer kommerziellen Basis ist in wenigen Tagen zu haben; ein Vereinsbrevet dauert länger und bringt dafür Tauchpartner mit, die auch nach dem Kurs noch da sind.

Was der Verband außer Ausbildung macht

Der VDST deckt nach eigener Darstellung alle Bereiche des Sporttauchens ab und führt als Arbeitsfelder Tauchausbildung, Tauchmedizin, Recht und Versicherung, Leistungssport, Jugend, Schulsport, Unterwasserfotografie und umweltverträgliches Tauchen auf.

Der Umweltbereich ist dabei nicht neu und nicht nebensächlich. Leitlinien für umweltverträgliches Tauchen entstanden bereits Mitte der 1990er Jahre, der Umweltschutz ist im Leitbild verankert, und der Verband arbeitet an einer eigenen Klimaschutzstrategie für den Tauchsport. Er beteiligt sich an verbandsübergreifenden Projekten wie NATURA 2000, betreibt mit dem Tauchseen-Portal eine Informationsplattform zu den Tauchgewässern, bietet Spezialkurse zu Süßwasserbiologie, Gewässeruntersuchung und Ozeanologie an und bindet Sporttaucher in bürgerwissenschaftliche Projekte ein.

Einordnung

Für die Wahl der eigenen Ausbildung ist die entscheidende Frage nicht, welcher Verband den besseren Ruf hat, sondern wie man tauchen will. Wer regelmäßig in heimischen Gewässern unterwegs sein möchte, Tauchpartner sucht und sich an einem festen Trainingstermin orientieren kann, ist in einem Verein des VDST gut aufgehoben. Wer zweimal im Jahr auf Reisen taucht und dort einen Kurs in einer Woche abschließen will, wird mit einem kommerziellen Anbieter schneller fertig. Die CMAS-Brevets des VDST werden an Tauchbasen weltweit anerkannt; umgekehrt gilt das ebenso. Das Logbuch zählt an der Basis in beiden Fällen mehr als das Namensschild des Verbands.

Ist ein VDST-Brevet im Ausland anerkannt?
Der VDST ist der einzige deutsche Vertreter des Welttauchsportverbandes CMAS, den er 1959 mitbegründet hat. Die Brevets laufen deshalb über die CMAS und sind international lesbar. Die Qualität der Ausbildung ist nach Verbandsangaben zusätzlich durch den Europäischen Tauchsportverband EUF zertifiziert.
Was unterscheidet die Vereinsausbildung von einem Kurs an einer Tauchbasis?
Vor allem der Takt und die Trägerschaft. Im Verein wird über Monate ausgebildet, mit regelmäßigem Training unter Anleitung ausgebildeter Tauchlehrer, die das ehrenamtlich tun. An einer kommerziellen Basis ist ein Einsteigerkurs in wenigen Tagen abgeschlossen. Der Lehrstoff folgt in beiden Fällen anerkannten Standards.
Was hat der VDST mit dem DOSB zu tun?
Er ist dort der Sportfachverband Tauchen und vertritt die Wettkampfsparten Finswimming, Orientierungstauchen und Unterwasser-Rugby. Seine Ausbildung richtet sich nach DOSB-Vorgaben und ist vom DOSB lizenziert. Daraus folgt auch die Qualifikation zum Tauchlehrer mit DOSB-Trainerlizenz, die es in der deutschen Tauchausbildung sonst nicht gibt.

Quellen

  • VDST: Über uns — Gründungsjahr, Sitz, Mitglieder-, Vereins- und Landesverbandszahlen mit Stand August 2026, Arbeitsfelder, CMAS-Vertretung, EUF-Zertifizierung und DOSB-Lizenzierung.
  • VDST: Das VDST-Leitbild — Gründungsdatum, Mitbegründung der CMAS 1959, Stellung im DOSB, Aufbau der Ausbildung, DOSB-Trainerlizenz und der Umweltteil.
  • Deutscher Naturschutzring: Verband Deutscher Sporttaucher e.V. — Umweltarbeit, Leitlinien seit den 1990er Jahren, Spezialkurse und bürgerwissenschaftliche Projekte.

Zur Quellenlage: Die Zahlen stammen vom Verband selbst und sind nicht unabhängig geprüft. Sie gehen innerhalb der eigenen Seiten auseinander — die Übersichtsseite nennt mit Stand August 2026 77.510 Mitglieder in 814 Vereinen, die Leitbildseite über 75.000 Mitglieder in 926 Vereinen, der Deutsche Naturschutzring über 80.000 Mitglieder. Wiedergegeben ist die datierte Angabe. Zur Benennung der Brevetstufen liegt keine eindeutige Fundstelle auf den Verbandsseiten vor; der Eintrag nennt deshalb keine.

Über Tauchbuddy 8 Artikel
Der Tauchbuddy erzählt in der Reihe „Mein erster …“, wie sich die ersten Nacht-, Wrack- und Trockentauchgänge anfühlen, und stellt die Fragen, die man sich als Taucher im ersten Jahr stellt.