Tauchflasche

Schlanke schwarze Stahl-Tauchflasche mit weisser Schulter und einzelnem Flaschenventil, aufrecht vor neutralem Hintergrund.
Illustration, mit Google Gemini erzeugt.

Eine Tauchflasche ist der Druckbehälter, in dem ein Taucher das Atemgas für seinen Tauchgang mitführt. Sie besteht aus Stahl oder Aluminium, fasst im Sporttauchen meist zwischen sieben und fünfzehn Litern und wird je nach Bauart auf 200, 232 oder 300 bar gefüllt. Oben sitzt das Flaschenventil, an dem die erste Stufe des Atemreglers hängt.

Volumen und Druck ergeben den Gasvorrat

Zwei Zahlen beschreiben eine Tauchflasche: ihr Volumen in Litern und der Druck, auf den sie gefüllt werden darf. Das Volumen ist dabei das Wasservolumen — wie viel Wasser der leere Behälter aufnehmen würde, nicht wie viel Luft er fasst. Der Gasvorrat ergibt sich erst aus beidem zusammen: Eine Zwölfliterflasche mit 200 bar trägt rechnerisch rund 2400 Liter Luft, gemessen an der Oberfläche.

Die Rechnung ist eine Näherung. Bei Drücken dieser Größenordnung verhält sich Luft nicht mehr genau wie ein ideales Gas, der tatsächliche Inhalt weicht etwas ab. Für die Tauchgangsplanung reicht sie, für die Abrechnung an der Füllstation nicht.

Im angloamerikanischen Raum wird stattdessen das Gasvolumen angegeben, in Kubikfuß. Beide Angaben beschreiben dieselbe Flasche, meinen aber Verschiedenes — wer eine europäische Literangabe unbesehen gegen eine amerikanische cuft-Angabe hält, vergleicht Wasserinhalt mit Gasinhalt.

Stahl oder Aluminium

Stahl hat eine Dichte von etwa 7,85 Kilogramm je Kubikdezimeter, Aluminium von etwa 3. Aus dem Unterschied folgt nicht, dass Aluminiumflaschen leichter wären: Weil der Werkstoff weniger fest ist, brauchen sie bei gleichem Druck dickere Wände. Was sich wirklich unterscheidet, ist das Verhalten im Wasser über den Tauchgang hinweg. Jede Flasche wird leichter, während das Gas sie verlässt; wie stark sich das auf die Tarierung auswirkt, hängt von Werkstoff und Bauart ab. Als Tauchlehrer sehe ich den typischen Fehler beim Flaschenwechsel: Wer von Stahl auf Aluminium umsteigt und sein Blei unverändert lässt, kämpft am Ende des Tauchgangs gegen den Aufstieg.

Der zweite Unterschied betrifft die Innenseite. Dringt Wasser in eine Stahlflasche ein, rostet sie. Aluminium rostet nicht, reagiert aber empfindlicher auf Wärme und auf Beschädigungen des Halsgewindes.

Ventil und Anschluss

Das Flaschenventil wird in den Flaschenhals geschraubt und trägt den Anschluss für die erste Stufe. Im Sporttauchen gibt es zwei Bauarten: den Bügelanschluss, bei dem die erste Stufe über das Ventil geklemmt wird, und den Drehanschluss, bei dem sie eingeschraubt wird. Die Anschlüsse für 200 beziehungsweise 232 bar und für 300 bar sind nicht gleich — die Bohrung des Hochdruckanschlusses misst bei der niedrigeren Druckstufe 13 Millimeter, bei der höheren 10,5. Vor dem Einstieg gehört deshalb die Probe dazu, ob Regler und Ventil wirklich zueinander passen.

Was am Flaschenhals steht

In die Schulter jeder Flasche ist eingeschlagen, was man über sie wissen muss: die Nummer der Bauartzulassung, der Prüfdruck, der zulässige Fülldruck bezogen auf 15 °C, der Mindestinhalt mit seiner Toleranz, das Leergewicht ohne Ventil und Lack, Kennwerte des Werkstoffs sowie das Zeichen der prüfenden Stelle mit den Prüfdaten. Die Farbe der Flaschenschulter folgt einer eigenen Norm und sagt, welches Gas darin sein darf — sie ist aufgemalt, nicht eingeprägt.

Die vorgeschriebene Prüfung

Was Taucher den „Flaschen-TÜV“ nennen, steht in der Betriebssicherheitsverordnung. Für Druckgasbehälter von Tauchgeräten nennt deren Anhang 2 Abschnitt 4 drei wiederkehrende Prüfungen, alle durch eine zugelassene Überwachungsstelle: die äußere Prüfung alle zweieinhalb Jahre, die innere Prüfung alle zweieinhalb Jahre und die Festigkeitsprüfung alle fünf Jahre. Nach jeder Prüfung sind das aktuelle und das nächste Prüfdatum auf dem Flaschenkörper anzugeben. Eine Prüfung vor Inbetriebnahme entfällt.

Die äußere Prüfung sucht nach Korrosion, Dellen, Rissen und einem beschädigten Halsgewinde und sieht nach, ob die Kennzeichnung noch lesbar ist. Für die innere Prüfung wird das Ventil ausgebaut und der Behälter von innen auf Rost, Lochfraß, Feuchtigkeit und Fremdkörper begutachtet. Bei der Festigkeitsprüfung wird die Flasche mit Wasser auf den Prüfdruck gebracht, der deutlich über dem Fülldruck liegt; geprüft wird auf bleibende Verformung und Undichtigkeit. Weit darüber liegt noch der Berstdruck.

Was hineingehört

Gefüllt wird mit Pressluft in Atemluftqualität; die maßgebliche Norm begrenzt Restöl, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Wassergehalt. Für sauerstoffangereicherte Gemische wie Nitrox gelten zusätzliche Anforderungen an die Sauberkeit von Flasche und Ventil. Zwei gekoppelte Flaschen ergeben ein Doppelgerät.

Wie oft muss eine Tauchflasche geprüft werden?
Nach der Betriebssicherheitsverordnung alle zweieinhalb Jahre äußerlich und innerlich, alle fünf Jahre zusätzlich auf Festigkeit. Die Füllstation prüft außerdem vor jeder Füllung, ob die Frist noch läuft — eine abgelaufene Flasche wird nicht gefüllt.
Stahl oder Aluminium — was ist besser?
Keines von beidem allgemein. Stahl ist bei gleichem Inhalt kompakter und verlangt weniger Blei, rostet aber innen, wenn Wasser eindringt. Aluminium ist unempfindlich gegen Korrosion, baut größer und verändert die Tarierung über den Tauchgang anders. Entscheidend ist, dass die Bleimenge zur Flasche passt.
Was passiert, wenn Wasser in die Flasche kommt?
Bei einer Stahlflasche beginnt sie von innen zu rosten, und zwar unsichtbar. Genau darauf zielt die innere Prüfung mit ausgebautem Ventil. Wer den Verdacht hat, dass Wasser eingedrungen ist, lässt die Flasche vor der nächsten Füllung ansehen und wartet nicht die reguläre Frist ab.

Quellen

Zur Quellenlage: Die Prüffristen stammen aus dem Verordnungstext selbst. Die Angaben zu Kennzeichnung, Maßen und Prüfumfang stammen aus Praktikerquellen; die zugrunde liegenden Normen sind kostenpflichtig und liegen dieser Fassung nicht im Wortlaut zugrunde.

Über Tauchbuddy 8 Artikel
Der Tauchbuddy erzählt in der Reihe „Mein erster …“, wie sich die ersten Nacht-, Wrack- und Trockentauchgänge anfühlen, und stellt die Fragen, die man sich als Taucher im ersten Jahr stellt.