Ein Doppelgerät besteht aus zwei Tauchflaschen, die fest zu einer Einheit verbunden am Rücken getragen werden und den Atemgasvorrat eines Tauchgangs gemeinsam vorhalten.
Zwei Flaschen statt einer sind im Sporttauchen die Ausnahme und im technischen Tauchen der Regelfall. Der Grund ist nicht nur der größere Vorrat: Erst das Doppelgerät erlaubt zwei vollständig getrennte Atemwege aus demselben Gas. Wie weit diese Trennung reicht, hängt an einem einzigen Bauteil — der Brücke zwischen den beiden Ventilen.
Was die beiden Flaschen zusammenhält
Zwei gleich große, gleich lange Flaschen werden mit zwei breiten Spannbändern an eine Backplate geschraubt; das Harness und ein Wing vervollständigen die Konfiguration. Der Abstand der Flaschenmitten muss zur Länge der Brücke passen. Ein verbreitetes Manifold eines Fachhändlers gibt diesen Mittenabstand mit 8,5 Zoll — rund 216 Millimeter — an und bezeichnet ihn als einstellbar; Manifolds werden in mehreren Längen für unterschiedliche Flaschendurchmesser gefertigt.
Die englische Wikipedia nennt als Vorteile gegenüber der Einzelflasche die bessere Ergonomie, das flachere Profil und einen Schwerpunkt näher an der Körpermittellinie. Dem steht ein höheres Gewicht an Land gegenüber — und das spürt man auf dem Weg vom Auto zum Wasser deutlicher als unter Wasser.
Drei Bauarten, drei Sicherheitsniveaus
Die englische Wikipedia unterscheidet im Wesentlichen drei heute gebräuchliche Lösungen:
- Doppelgerät mit Isolierventil. Eine Brücke verbindet die beiden Flaschenventile, in ihrer Mitte sitzt ein drittes Ventil. Ist es offen, verhalten sich beide Flaschen wie eine. Wird es geschlossen, trennt es den Vorrat in zwei unabhängige Systeme mit je eigenem Erst- und Zweitstufenregler.
- Doppelgerät ohne Isolierventil. Die Brücke verbindet die Flascheninnenräume dauerhaft. Verliert eine Flasche Gas, geht auch das Gas der anderen verloren.
- Unabhängige Doppelflaschen. Ohne Brücke, nur über die Bänder verbunden. Jede Flasche trägt ihren eigenen Atemregler, der Taucher wechselt im Lauf des Tauchgangs zwischen beiden.
Dazu kommen historische Bauformen, die man noch antrifft: Manifolds, die hinter den Ventilen ansetzen und nur einen Regleranschluss haben, und solche, die unmittelbar in beide Flaschenhälse geschraubt werden.
Was das Isolierventil leistet — und was nicht
Das verbundene Doppelgerät ist bequem: ein Regler für den ganzen Tauchgang, kein Wechsel der zweiten Stufe, und bei offener Brücke genügt ein Finimeter, weil der Druck in beiden Flaschen derselbe ist. Der Preis dafür steht in derselben Quelle deutlich: Die Verbindung ist ein gemeinsamer Ausfallpunkt für die Gasversorgung, und das wiegt überall dort schwer, wo der direkte Aufstieg versperrt ist — im Höhlentauchen und beim Wracktauchen. Das Isolierventil begrenzt diesen Nachteil, es beseitigt ihn nicht: Es wirkt nur, wenn es rechtzeitig und richtig herum geschlossen wird.
Gegenüber Sidemount nennt die Quelle einen weiteren Nachteil, der in engen Passagen zählt: Die Ventile sitzen hinter dem Kopf, sie sind schwer erreichbar und stoßen leicht an.
Die Verbindung im Einzelnen
Wie Brücke und Ventil abdichten, ist keine Nebensache, weil davon abhängt, ob sich der Mittenabstand überhaupt einstellen lässt. Zwei Bauarten sind gebräuchlich: Beim Face Seal liegt ein O-Ring in einer Nut und wird von einem Gewindeteil gegen die Stirnfläche des Ventils gepresst — robust und einfach, aber ohne jede Verstellmöglichkeit. Beim Barrel Seal dichten ein oder zwei O-Ringe gegen die Bohrung des Ventilanschlusses ab; diese Bauart hat eine feinere Gewindesteigung, erlaubt einen kleinen Verstellbereich und arbeitet mit einem Linksgewinde samt Kontermutter, die häufig durch eine umlaufende Nut gekennzeichnet ist. Als Werkstoff nennt dieselbe Quelle eine hochwertige, verchromte Messinglegierung: fest, korrosionsbeständig, gut zu bearbeiten und für den Umgang mit Sauerstoff geeignet.
Aus der Ausbildung
Als Tauchlehrer sehe ich beim Umstieg auf das Doppelgerät regelmäßig dieselben drei Punkte. Erstens: Das Ventildrill will geübt sein, und zwar im Flachwasser und nicht am Tag des ersten tiefen Tauchgangs — wer im Ernstfall das falsche Rad dreht, nimmt sich die Hälfte seines Gases. Zweitens: Der Trimm ändert sich, weil zwei Flaschen länger und schwerer sind als eine; Blei wandert fast immer vom Gurt an den Gurtbandzug oder auf die Backplate. Drittens: Zwei Flaschen verführen dazu, Reserven weicher zu rechnen. Die Drittelregel wird durch doppeltes Volumen nicht milder, sie wird nur in größeren Zahlen gerechnet.
Wer das Doppelgerät zum ersten Mal zusammenbaut, sollte den Zusammenbau zeigen lassen. Welches Rad in welche Richtung schließt, in welcher Reihenfolge die Bänder angezogen werden und wie fest die Kontermutter sitzt, steht in keinem Kurshandbuch so, dass man es ohne Hände begreift.
Quellen
- Wikipedia (englisch): Scuba manifold — Bauarten, Isolierventil, Face Seal und Barrel Seal, Werkstoff, Vor- und Nachteile gegenüber Einzelflasche, unabhängigen Doppelflaschen und Sidemount.
- Dive Gear Express: Premium Dual-Outlet Manifold with Isolator — Mittenabstand 8,5 Zoll, einstellbar; verchromtes Messing; doppelte O-Ring-Dichtung der Verbinder.
- Flaschenventil — Anschlussarten, Gewinde und Berstscheibe im Einzelnen.
Zur Quellenlage: Für das Doppelgerät liegt keine deutschsprachige Verbands- oder Normfundstelle vor; die technische Darstellung ruht auf einer enzyklopädischen Quelle und, für die Maßangabe, auf einem Händlerkatalog. Die 8,5 Zoll gelten für ein bestimmtes Erzeugnis und sind kein Normmaß. Der Abschnitt „Aus der Ausbildung“ gibt Unterrichtserfahrung wieder und ist nicht belegt.
