Dive4Life Siegburg tauchen: 20 Meter Tauchturm, Preise und Voraussetzungen

Rundes Tauchbecken in einer Halle mit Felsrand, Bojen und Strandmotiv an der Wand
Das Becken im Dive4Life in Siegburg: oben die Flachzone, in der Mitte der Schacht bis 20 Meter.

Dive4Life Siegburg auf einen Blick

  • Das Becken: ein Tauchturm mit 20 Metern Tiefe, 3 Millionen Litern Wasser und 26 Grad Wassertemperatur, mit Plateaus auf 1, 3, 7 und 20 Metern.
  • Wer tauchen darf: Gerätetaucher ab Open Water Diver, Freitaucher ab Level 1. Dazu ein Tauchtauglichkeitsattest oder die medizinische Selbsterklärung, ein eigener Tauchcomputer und ein Buddy.
  • Eintritt: Tagesticket für acht Stunden 57 Euro unter der Woche, 76 Euro am Wochenende und an Feiertagen. Flaschen mit Luft und Blei sind inklusive, Nitrox kostet 2 Euro pro Tag extra.
  • Ohne Brevet: Schnuppertauchen ab 14 Jahren (VIP ab 10), maximal 7 Meter tief, 99 Euro pro Person in der Gruppe inklusive Ausrüstung.
  • Ohne Buddy: geführter Tauchgang mit Guide für 50 Euro pro Person, eins zu eins für 100 Euro, jeweils mit zwei Stunden Eintritt.
  • Geöffnet: täglich von 10 bis 22 Uhr. Das Hotel Oktopus gehört zum selben Haus.

Das Dive4Life in Siegburg ist kein Schwimmbad mit tiefem Ende, sondern ein Tauchturm: ein beheiztes Becken, das von einer flachen Zone in einen Schacht bis auf 20 Meter abfällt. Damit ist es die Anlage im Rheinland, in der man bei Tauchtemperatur und ohne Wetterabhängigkeit wirklich in die Tiefe kommt — tiefer als der Gasometer in Duisburg und doppelt so tief wie das Becken im monte mare Rheinbach.

Der Betreiber nennt es „Deutschlands größtes, beheiztes Indoortauchbecken“. Wichtiger als der Superlativ ist, was daraus für den Tauchtag folgt: Wer hinfährt, sollte wissen, welches Brevet er braucht, was er selbst mitbringen muss und was ein Tag kostet. Genau darum geht es hier.

Ein Turm, kein Schwimmbad: So ist das Becken aufgebaut

Das Becken fasst nach Angaben des Betreibers 3 Millionen Liter Wasser bei 26 Grad. Oben liegt eine breite Flachzone, in der Mitte öffnet sich der Schacht in die Tiefe. Der Betreiber nennt Plateaus auf 1, 3, 7 und 20 Metern — also Stufen, auf denen sich Übungen auf festem Grund machen lassen, und dazwischen freies Wasser, in dem man ohne Bodenkontakt schwebt. Bei der Eröffnung im August 2009 wurde die Wassersäule mit 20,5 Metern angegeben.

Gestaltet ist das Becken als Themenwelt: eine versunkene Maya-Stadt mit Statuen und Kunstwerken, Höhlen und Grotten und ein kleines Wrack, das Schatzsucherboot „MY MaDi“. 2019 wurde der Tauchturm nach zehn Jahren Betrieb für rund 350.000 Euro renoviert; dabei wurden laut Fachpresse 400 neue Felspaneele eingebaut.

Eine Regel aus der Hausordnung gehört gleich an diese Stelle: Die Grotten dürfen nur ausgebildete Taucher betauchen, Tauchschüler nur in Begleitung eines Tauchlehrers. Eine Grotte im Becken ist zwar keine Höhle im Sinne des Höhlentauchens, aber sie ist eine Überkopfumgebung, in der Anfänger mit ihren Flossen den Grund aufwirbeln und die Orientierung verlieren können.

Blick von oben über den Beckenrand in den dunkelblauen, tiefen Schacht mit hellen Lampen am Grund
Blick in den Schacht: Der Boden liegt 20 Meter tiefer. Eigene Aufnahme.

Wer rein darf: Brevet, Tauchtauglichkeit und eigener Computer

Das Dive4Life ist für brevetierte Taucher gebaut. Laut Preisliste kommen Gerätetaucher ab Open Water Diver und Freitaucher ab Freediver Level 1 ins Wasser. Die Hausordnung verlangt darüber hinaus:

  • ein gültiges Tauchtauglichkeitsattest oder ein Medical Statement. Wer im Fragebogen bestimmte Punkte mit Ja beantwortet, braucht zwingend eine ärztliche Bescheinigung. Die Untersuchung wird nach Angaben des Betreibers regelmäßig auch im Tauchcenter angeboten.
  • eine vollständige, gewartete Ausrüstung mit eigenem Tauchcomputer. Wer keinen besitzt, leiht einen für 7 Euro am Tag.
  • einen Buddy. Alleintauchen ist nicht gestattet.
  • die Tiefengrenzen des eigenen Ausbildungsstands. Die Hausordnung nennt dafür keine Meterzahlen, sondern verweist auf die Standards des jeweiligen Verbands — und die sind eindeutig.

Der letzte Punkt verdient einen zweiten Blick. Ein Open Water Diver ist bei SSI und PADI auf 18 Meter ausgebildet. Das Plateau auf 20 Metern liegt also jenseits dieser Grenze. Wer den ganzen Turm nutzen will, braucht eine Weiterbildung, die tiefer reicht — bei SSI den Advanced Open Water Diver mit dem Pflichtprogramm Deep Diving. Dass das Wasser warm und klar ist, ändert an der Physik nichts: Auf 20 Metern herrscht rund der dreifache Umgebungsdruck wie an der Oberfläche, und der Stickstoff geht genauso ins Gewebe wie im See.

Für Buddy-Tauchgänge ohne Guide nennt der Betreiber ein Mindestalter von 18 Jahren. Wer jünger ist, mindestens Open Water Diver und 15 Jahre alt, kann mit Guide tauchen, sofern er seine Ausrüstung selbst zusammenbauen kann. Die Tauchschule im Haus bildet nach den Standards von IAC und SSI aus.

Was ein Tauchtag kostet

TicketMontag bis FreitagWochenende und Feiertag
Tagesticket, 8 Stunden57 Euro76 Euro
4-Stunden-Ticket47 Euro64 Euro
Quick Dive, 2 Stunden38 Euro46 Euro
Frühstarter, 10 bis 15 Uhr44 Euro
Feierabendticket, 18 bis 22 Uhr43 Euro46 Euro

Wer früh bucht, zahlt je Ticket 5 Euro weniger. Im Eintritt enthalten sind Flaschen mit Luft und Blei — eine Füllung extra zu bezahlen gibt es hier also nicht. Nitrox kostet 2 Euro pro Tag, egal wie viele Flaschen; gefüllt wird über eine Membrananlage bis EAN36, Standardgemisch ist EAN32. Voraussetzung ist ein Nitrox-Brevet. Ab fünf Tickets gibt es 5 Prozent, ab zehn Tickets 10 Prozent Rabatt.

Leihausrüstung kostet komplett 36 Euro am Tag; einzeln liegen Atemregler, Anzug, Jacket und Computer bei je 7 Euro, Maske, Schnorchel und Flossen bei je 4 Euro. Der geführte Tauchgang „Plus“ für zwei bis vier Personen kostet 50 Euro pro Person, der VIP-Tauchgang eins zu eins 100 Euro — jeweils mit zwei Stunden Eintritt, aber ohne Ausrüstung.

Das Schnuppertauchen dauert zwei Stunden, führt maximal auf 7 Meter und kostet in der Gruppe bis sechs Personen 99 Euro pro Person, als VIP-Variante 198 Euro — Eintritt und komplette Leihausrüstung inklusive. Mindestalter ist 14 Jahre, in der VIP-Variante 10. Wer danach weitermachen will: Der Open Water Diver kostet im Haus 549 Euro, im Winter 489 Euro.

Beckenrand mit Liegestühlen, Gestell mit Tauchanzügen, Flaschenreihe und Spinden im Hintergrund
Spinde, Leihanzüge und Flaschen stehen auf derselben Ebene wie das Becken. Eigene Aufnahme.

20 Meter im Warmen sind trotzdem 20 Meter

Ein Indoorbecken nimmt alles weg, was draußen den Tauchgang schwierig macht: Kälte, Strömung, schlechte Sicht, Wellen am Einstieg. Was es nicht wegnimmt, sind Druck und Stickstoff. Gerade das Tagesticket verführt dazu, das zu vergessen. Acht Stunden Eintritt, gefüllte Flaschen ohne Aufpreis und ein Turm, in dem man nach jedem Tauchgang wieder bis 20 Meter kann — das sind die Bedingungen, unter denen man an einem Tag mehr Stickstoff sammelt als an manchem Urlaubstag am Riff.

Deshalb gelten hier dieselben Regeln wie im Freiwasser: Oberflächenpausen einhalten, den Tauchcomputer rechnen lassen, nicht mit einem Tieftauchgang in den Tag starten und mit einem zweiten auf 20 Meter weitermachen. Wer mehrere Tauchgänge plant, für den ist Nitrox für 2 Euro am Tag die sinnvollste Ausgabe des ganzen Besuchs — mit Nitrox-Brevet und korrekt analysierter Flasche.

Der Schacht hat noch eine zweite Eigenheit: Es gibt keinen schräg abfallenden Grund, an dem man sich beim Abtauchen orientiert. Wer den Druckausgleich spät macht oder beim Abstieg die Tarierung verliert, merkt das in einem senkrechten Turm schneller als an einem Riffhang. Langsam abtauchen, früh ausgleichen, das Jacket in kleinen Schritten füllen — und am Plateau auf 7 Metern ruhig anhalten, bevor es weitergeht.

Aus der Praxis: Wofür ich nach Siegburg fahre

Ich war mehrfach im Dive4Life tauchen und habe dabei auch im Hotel im Haus übernachtet. Als Tauchlehrer sehe ich die Anlage nicht als Ersatz für den See, sondern als Werkzeug, und zwar für drei Dinge, die draußen schlechter gehen.

Erstens: neue Ausrüstung. Wer einen neuen Trockentauchanzug, ein neues Jacket oder eine Sidemount-Konfiguration einstellen will, macht das besser bei klarer Sicht und 26 Grad als im Oktober im Baggersee. Blei, Trimm, Schlauchführung — alles lässt sich in Ruhe verändern und sofort wieder ausprobieren. Die richtige Bleimenge ist im Becken schnell gefunden — für Süßwasser. Im Meer kommt wegen des höheren Auftriebs Blei dazu.

Zweitens: Tarierung ohne Grund. Der Schacht ist der Teil, den ich am meisten schätze. Zwischen den Plateaus gibt es keinen Boden, an dem man sich abstützen kann, und genau das ist die Übung, die vielen Tauchern fehlt: auf einer Tiefe stehen bleiben, ohne mit den Flossen zu rudern, und kontrolliert die Tiefe wechseln. Wer das hier kann, kann es im Blauwasser auch.

Drittens: nach der Pause. Wer ein Jahr nicht getaucht hat, ist hier besser aufgehoben als beim ersten Tauchgang im Urlaub. Ein Refresher mit Maske fluten, Atemregler wiederfinden und Wechselatmung geht im warmen Wasser ohne Zeitdruck — und der Buddy-Check sitzt danach wieder, bevor es ernst wird.

Zwei praktische Hinweise für die Anreise: Die Ausrüstung muss über eine Treppe getragen werden, ein Rollkoffer hilft also nur bis zur ersten Stufe. Und der Parkschein kommt mit der Buchungsbestätigung — wer spontan ohne Buchung anreist, fängt am Automaten an. Wer von weiter weg kommt, bucht das Hotel gleich mit: Aufstehen, frühstücken, ins Becken, ohne das Auto zu bewegen, ist für einen Trainingstag unschlagbar.

Blick von oben in das Becken, ein Taucher schwebt an der Kante zwischen Flachzone und tiefem Schacht
An der Kante zwischen Flachzone und Schacht beginnt die eigentliche Übung. Eigene Aufnahme.

Übernachten und Anfahrt

Das Dive4Life liegt an der Zeithstraße 110 in Siegburg. Mit der Bahn ist es über den ICE-Bahnhof Siegburg erreichbar, für Wohnmobile gibt es auf dem Parkplatz P3 drei Stellplätze. Geöffnet ist täglich von 10 bis 22 Uhr, der Shop bis 20 Uhr. Rund um Weihnachten und Neujahr gibt es Schließtage; vor einem Besuch in dieser Zeit lohnt der Blick auf die Seite des Betreibers.

Das Friendly Cityhotel Oktopus gehört zum selben Haus. Der Betreiber bietet Pakete aus Übernachtung und Tauchen an („Stay & Dive“), etwa ein Standard-Doppelzimmer mit Tauchen ab 185 Euro für eine Nacht. Die Zimmer sind schlicht und zweckmäßig — wer zum Tauchen kommt, braucht auch nicht mehr.

Hotelzimmer mit Doppelbett, Schreibtisch, Stehlampe und Fernseher
Zimmer im Hotel Oktopus, das zum selben Haus gehört. Eigene Aufnahme.

Häufige Fragen zum Dive4Life Siegburg

Wie tief ist das Dive4Life in Siegburg?
Der Betreiber nennt 20 Meter Tauchtiefe, bei der Eröffnung 2009 wurde die Wassersäule mit 20,5 Metern angegeben. Das Becken fasst 3 Millionen Liter Wasser bei 26 Grad und hat Plateaus auf 1, 3, 7 und 20 Metern.
Welches Brevet brauche ich für das Dive4Life?
Gerätetaucher brauchen mindestens den Open Water Diver, Freitaucher mindestens Level 1. Beachte die Tiefengrenze deines Brevets: Ein Open Water Diver ist bei SSI und PADI auf 18 Meter ausgebildet — für das Plateau auf 20 Metern brauchst du eine Weiterbildung. Dazu kommen ein Tauchtauglichkeitsattest oder die medizinische Selbsterklärung, ein eigener Tauchcomputer und ein Buddy.
Was kostet ein Tag im Dive4Life?
Das Tagesticket für acht Stunden kostet laut Preisliste 57 Euro von Montag bis Freitag und 76 Euro am Wochenende und an Feiertagen; bei früher Buchung jeweils 5 Euro weniger. Flaschen mit Luft und Blei sind inklusive, Nitrox kostet 2 Euro pro Tag. Komplette Leihausrüstung kostet 36 Euro am Tag.
Kann ich ohne Tauchschein im Dive4Life tauchen?
Ja, beim Schnuppertauchen. Es dauert zwei Stunden, geht bis maximal 7 Meter und kostet in der Gruppe 99 Euro pro Person einschließlich Eintritt und Ausrüstung. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren, in der VIP-Variante für 198 Euro bei 10 Jahren.
Kann ich alleine ins Dive4Life, wenn ich keinen Buddy habe?
Alleintauchen ist nicht erlaubt. Ohne eigenen Buddy buchst du einen geführten Tauchgang: in der Kleingruppe für 50 Euro pro Person oder eins zu eins für 100 Euro, jeweils mit zwei Stunden Eintritt, aber ohne Ausrüstung. Für geführte Tauchgänge brauchst du mindestens den Open Water Diver und musst 15 Jahre alt sein.

Siehe auch: Gasometer Duisburg · monte mare Rheinbach · Indoortauchen in Deutschland · Der Buddy-Check

Quellen und weiterführende Links

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*