Frogkick

Taucher bewegt sich im Frogkick waagerecht dicht über einem sandigen Seegrund, ohne Sediment aufzuwirbeln.
Illustration, mit Google Gemini erzeugt.

Der Frogkick ist ein Flossenschlag, bei dem beide Beine gleichzeitig und symmetrisch arbeiten und der Schub waagerecht nach hinten geht. Fortgeschrittene Taucher nutzen ihn vor allem im Höhlen- und Wracktauchen, weil er über weichem Grund kaum Sediment aufwirbelt und lange Gleitphasen erlaubt.

Der Bewegungsablauf

Das Fachmagazin TAUCHEN beschreibt ihn in vier Abschnitten. Ausgangsposition: Oberkörper und Beine liegen bis zu den Kniegelenken in der Horizontalen, die Knie sind im rechten Winkel gebeugt. Dann werden die Beine nach außen rotiert, die Fußgelenke ebenfalls. Es folgt die Streckung der Beine — der Druck des Wassers liegt dabei auf der Unterseite der Flosse. Zum Schluss werden die Füße wieder nach innen rotiert, Unterschenkel und Fersen werden zusammengeführt.

Entscheidend ist, was in dieser Beschreibung nicht vorkommt: eine Bewegung nach unten. Der Vortrieb entsteht in der Streckphase, wenn die nach außen gedrehten Flossenblätter Wasser waagerecht nach hinten schieben. Danach folgt die Gleitphase — der Schlag ist nicht alternierend, sondern gleichförmig, und das bringt nach derselben Darstellung „Ruhe in die Fortbewegung“.

Warum nichts aufwirbelt

Beim gewohnten Kraulbeinschlag zeigt der Abstrom schräg nach unten. Über einem sandigen oder schlammigen Grund hebt das Sediment an, und die Sichtweite bricht hinter der Gruppe zusammen — der zweite und dritte Taucher zahlen dafür, was der erste verursacht. Der Frogkick richtet die Kraft des Flossenschlags nach hinten; richtig ausgeführt wird nach den einschlägigen Darstellungen sehr wenig Sediment aufgewirbelt, und ein Taucher kann sich dicht über dem Grund bewegen, ohne ihn aufzurühren.

Das ist der eigentliche Grund, warum die Technik aus dem Überkopfbereich ins offene Wasser gewandert ist: In der Höhle kostet eine Trübungsfahne den Rückweg, im Baggersee kostet sie den Tauchgang der Nachfolgenden.

Was er voraussetzt

Ohne saubere Wasserlage funktioniert er nicht. Der Trimm muss stimmen: Wer kopf- oder fußlastig im Wasser hängt, kann die Knie nicht im rechten Winkel halten, ohne abzusinken oder aufzusteigen, und dreht die Streckphase unwillkürlich nach unten. Beim Backkick ist diese Abhängigkeit noch deutlicher — dort gilt perfekter Trimm als Voraussetzung, nicht als Kür.

Wo er an Grenzen stößt

Der Frogkick ist technisch anspruchsvoll und belastet die Kniegelenke; TAUCHEN führt ihn deshalb als Technik für niedrige Geschwindigkeiten und wenig Strömung. Gegen eine kräftige Strömung ist der Kraulbeinschlag überlegen, weil er kraftvoll und kontinuierlich arbeitet statt in Schüben. Wer im Strömungstauchgang auf Prinzipientreue besteht, kommt langsamer voran und verbraucht mehr Gas — beides ist kein Gewinn.

Die Verwandten

  • Flutter Kick — leitet sich vom Kraulbeinschlag ab, ist deshalb einfach anzuwenden und eignet sich für schnellen Vortrieb und Strömung; er erzeugt Verwirbelungen nach unten.
  • Backkick — im Grunde ein umgekehrter Frogkick, eine der anspruchsvollsten Techniken überhaupt, und die einzige Möglichkeit, ohne Hände rückwärts aus einer Enge herauszukommen.
  • Helicopter Turn — eine Kombination aus Frogkick und Backkick, mit der sich ein Taucher auf der Stelle dreht, ohne die Hände zu benutzen.
  • Modified Frog Kick und Shuffle Kick — verkleinerte Varianten für enge Passagen, in denen der volle Bewegungsraum fehlt.

In der Ausbildung

Als Tauchlehrer lasse ich den Frogkick nicht im Freiwasser üben, sondern über hellem Sand in geringer Tiefe — dort sieht der Taucher selbst, ob hinter ihm eine Wolke steht. Das ist die ehrlichste Rückmeldung, die es für diese Technik gibt, und sie kommt ohne Video aus. Die zweite häufige Korrektur betrifft die Gleitphase: Anfänger schlagen zu schnell nach und geben den Gewinn wieder her.

Braucht man dafür besondere Flossen?
Hilfreich sind steife Flossen mit kräftigem Blatt, weil sie den kurzen Streckimpuls besser umsetzen als weiche Schnorchelflossen. Notwendig sind sie nicht — der Bewegungsablauf lässt sich auch mit gewöhnlichen Geräteflossen lernen, nur mit weniger Vortrieb je Schlag.
Warum tun mir dabei die Knie weh?
Die Außenrotation von Hüfte und Fußgelenk belastet die Kniegelenke; das ist ein bekannter Nachteil der Technik. Meist steckt eine zu große oder zu schnelle Bewegung dahinter. Ein kleinerer Schlag mit längerer Gleitphase entlastet und bringt oft sogar mehr Strecke.
Ist der Frogkick immer die bessere Wahl?
Nein. Über empfindlichem Grund, in Überkopfumgebungen und überall dort, wo Ruhe und Kontrolle zählen, ist er überlegen. In Strömung, bei hohem Tempo oder wenn es schnell gehen muss, ist der Kraulbeinschlag die bessere Technik. Beide zu beherrschen ist die eigentliche Antwort.

Quellen

Zur Quellenlage: Beide Hauptquellen sind Veröffentlichungen aus der Tauchpraxis — ein Fachmagazin und die Seite eines Ausbilders. Eine Verbandsnorm oder eine Messung zur Sedimentaufwirbelung liegt diesem Eintrag nicht zugrunde; die Aussage „wirbelt wenig auf“ ist eine übereinstimmende Praxisbeobachtung, keine quantifizierte Größe.

Über Tauchbuddy 8 Artikel
Der Tauchbuddy erzählt in der Reihe „Mein erster …“, wie sich die ersten Nacht-, Wrack- und Trockentauchgänge anfühlen, und stellt die Fragen, die man sich als Taucher im ersten Jahr stellt.