Backkick

Taucher liegt waagerecht vor einer Felsspalte und weicht mit nach vorn gekippten Flossen rückwärts zurück.
Illustration, mit Google Gemini erzeugt.

Der Backkick ist ein Flossenschlag, mit dem sich ein Taucher rückwärts bewegt, ohne den Körper zu drehen und ohne die Hände zu benutzen. Er ist im Grunde ein umgekehrter Frogkick: Die Flossenblätter schaufeln das Wasser nach vorn. Unter den Antriebstechniken gilt er als die schwierigste — und als die ehrlichste Prüfung der Wasserlage.

Der Bewegungsablauf

Die Beschreibungen setzen an unterschiedlichen Stellen an. SSI beginnt in der Schwebe: waagerechte Lage, Beine geschlossen nach hinten gestreckt, Knie leicht gebeugt, dann die Füße entgegengesetzt zum Froschtritt nach vorn gedreht, sodass die Flossen Wasser nach vorn drücken. TDI beschreibt denselben Schlag von der Fußstellung her: Beine gestreckt nach hinten, Fersen zusammen, dann die Füße nach außen gebeugt, die Knie gespreizt und die Flossen zum Oberkörper hin gezogen. Alert Diver fasst beides zusammen und ergänzt den entscheidenden vierten Takt: Wie beim Frogkick folgt eine Gleitphase.

Die beiden Darstellungen der Fußstellung lesen sich verschieden, beschreiben aber dieselbe Bewegung aus zwei Blickrichtungen — die eine von der Drehung her, die andere vom Anziehen der Flossen. Wer sie nebeneinanderlegt, hat die beiden Punkte, an denen es im Wasser schiefgeht: der Winkel, in dem das Flossenblatt steht, und die Frage, woher die Drehung kommt.

Die zwei Varianten

Alert Diver unterscheidet sie nach dem Zweck:

  • Die vollständige Version mit gestreckten Unterschenkeln. Sie ist der Weg, rückwärts aus einer Sackgasse herauszukommen — in einer Nische im Wrack, in einer Engstelle beim Höhlentauchen.
  • Die modifizierte Version, die vor allem aus der Knöchelrotation kommt. Sie dient nicht der Strecke, sondern dem Abstand: Sie gleicht nach dieser Darstellung die „Magnetwirkung“ zwischen zwei Tauchern aus, hält den Abstand und stabilisiert das Team bei Stopps. Und sie stört die Wasserlage weniger als das Abstoßen an den Fäusten des Partners.

Wozu er gut ist

SSI nennt als Hauptnutzen, sich rückwärts bewegen zu können, ohne den Körper zu drehen: nah an Felsen und Korallen bleiben, eine Spalte untersuchen und danach kontrolliert zurückweichen. Der Beitrag warnt ausdrücklich davor, sich zum Wenden mit den Händen zu drehen — dabei verliert man die Kontrolle über die Ausrüstung und stößt gegen Korallen oder andere Taucher. Für angehende Tauchprofis nennt SSI einen zweiten Grund: Nur so behält man die Schüler im Blick, statt ihnen den Rücken zuzudrehen.

TDI beschreibt den Nutzen technischer: rückwärts fahren wie ein Auto, eine Vorwärtsbewegung abbremsen oder sich aus einer engen Stelle befreien, und das alles ohne Hände. Alert Diver formuliert als Grundsatz, dass die Hände überhaupt nicht zur Fortbewegung dienen sollen.

Keine der Quellen beschreibt den Backkick als Technik, um Strecke zu machen. Er ist eine Technik zum Positionieren — für Vortrieb bleiben Frogkick und Flutter Kick.

Warum er ohne Trimm nicht funktioniert

Alert Diver nennt ihn die schwierigste der Flossentechniken und begründet das nicht mit dem Bewegungsablauf, sondern mit der Voraussetzung: Probleme mit Tarierung oder Wasserlage treten bei dieser Technik deutlich zutage. Als typische Fehler werden der Anstellwinkel der Flosse und eine Rotation aus der Hüfte statt aus den Knöcheln genannt; gestreckte Arme und ein Blick nach vorn stabilisieren den Oberkörper. Empfohlen wird, die Bewegung in Teilschritte zu zerlegen und an Land zu üben.

SSI gibt zwei Übungsbedingungen vor: in einem begrenzten, ungefährlichen Gewässer üben und vorher neutral tariert sein. Der Eintrag Trimm gehört damit vor diesen hier — beim Backkick ist perfekter Trimm Voraussetzung, nicht Kür.

Flossen

Alert Diver nennt Gewicht und Steifigkeit als die wichtigsten Auswahlkriterien für Flossen: Steifere Blätter liefern mehr Schub, belasten aber Muskeln und Gelenke stärker, biegsame mindern den Vortrieb. Zu schwere oder zu leichte Flossen beeinträchtigen die Wasserlage. Für Techniken dieser Art hält dieselbe Quelle Splitflossen für schlecht geeignet.

Die Verwandten

Der Backkick steht in einer Reihe von Techniken, die alle auf dieselbe Wasserlage aufbauen. Der Frogkick ist der Vortrieb, der Helicopter Turn — nach Alert Diver eine Drehung um 360 Grad um die Hochachse durch gegenläufige Knöchelrotation — die Drehung auf der Stelle, und die verkleinerten Varianten Modified Frog Kick und Shuffle Kick sind die Lösungen für enge Passagen. Wer in einer Überkopfumgebung unterwegs ist, braucht sie zusammen; über weichem Grund entscheidet dieselbe Technikfamilie darüber, ob hinter der Gruppe noch Sichtweite übrig ist.

Aus der Ausbildung

Als Tauchlehrer lasse ich den Backkick nie als Ganzes üben. Erst die Wasserlage, dann die Knöchelrotation ohne Vortriebsabsicht, dann ein einzelner Schlag mit Gleitphase — und erst wenn ein Schlag sauber ist, ein zweiter. Wer es als ganze Bewegung versucht, arbeitet aus der Hüfte, kippt nach oben und gibt auf. Zwei Beobachtungen aus dem Flachwasser: Fast jeder hält beim ersten Versuch unwillkürlich die Luft an, und fast jeder greift nach zwei Schlägen zu den Händen. Beides lässt sich leichter abstellen, wenn man vorher weiß, dass es kommt. Und man fühlt sich dabei albern — das gehört dazu und geht vorbei.

Quellen

Zur Quellenlage: Alle drei Quellen sind Praxisveröffentlichungen von Ausbildungsorganisationen; eine Norm, ein verbandsübergreifender Standard oder eine Messung zum Vortrieb dieser Technik liegt diesem Eintrag nicht zugrunde. Die Beschreibungen der Fußstellung bei SSI und TDI gehen im Wortlaut auseinander — der Eintrag führt beide. Einen Schwierigkeitsgrad benennt nur Alert Diver; zur Zahl der Schläge, zur erreichbaren Geschwindigkeit oder zum Gasverbrauch dieser Technik nennt keine der Quellen Werte.

Warum geht der Backkick nicht, obwohl der Frogkick sitzt?
Meist liegt es nicht am Schlag, sondern an der Wasserlage. Alert Diver nennt genau das als Grund, warum diese Technik als die schwierigste gilt: Probleme mit Tarierung und Trimm treten hier deutlich zutage, während der Frogkick sie noch verzeiht. Die beiden häufigsten Ausführungsfehler sind nach derselben Quelle der Anstellwinkel der Flosse und eine Rotation aus der Hüfte statt aus den Knöcheln.
Wozu brauche ich die Technik im Sporttauchen überhaupt?
Um zurückzuweichen, ohne sich zu drehen. SSI nennt als typischen Fall das Nahbeobachten von Felsen, Korallen und Spalten und warnt davor, sich mit den Händen zu wenden — dabei verliert man die Kontrolle über die Ausrüstung und stößt gegen Korallen oder andere Taucher. Alert Diver nennt zusätzlich das Halten des Abstands im Team, etwa bei einem Stopp.
Welche Flossen eignen sich dafür?
Alert Diver nennt Gewicht und Steifigkeit als die wichtigsten Kriterien: Steifere Blätter geben mehr Schub, belasten aber Muskeln und Gelenke stärker, biegsame mindern den Vortrieb; zu schwere oder zu leichte Flossen verderben die Wasserlage. Splitflossen hält dieselbe Quelle für viele dieser Techniken für schlecht geeignet. Eine bestimmte Bauform für den Backkick nennen die Quellen nicht.
Über Tauchbuddy 8 Artikel
Der Tauchbuddy erzählt in der Reihe „Mein erster …“, wie sich die ersten Nacht-, Wrack- und Trockentauchgänge anfühlen, und stellt die Fragen, die man sich als Taucher im ersten Jahr stellt.