Du möchtest die Tauchschule wechseln, obwohl deine Ausbildung noch läuft? Das ist grundsätzlich möglich, aber kein automatischer Umzug deines halben Kurses. Ausschlaggebend sind vollständige Nachweise, geltende Fristen und die Standards der Organisation, bei der du dein Brevet abschließen willst. Mit den richtigen Unterlagen, einer schriftlichen Prüfung durch die neue Schule und einem ehrlichen Skill-Check vermeidest du Überraschungen.
Diese Dokumente solltest du sichern

Wer die Tauchschule wechseln will, sichert sich vorher eine schriftliche Bestätigung der bisherigen Ausbildungsleistungen. Nur so kann die neue Tauchschule nachvollziehen, was du bereits gelernt hast und was noch fehlt. Bei PADI übernimmt das Referral- beziehungsweise Ausbildungsnachweis-Formular diese Funktion. Dort trägt dein bisheriger Instructor deinen Namen, seine eigenen Angaben sowie die abgeschlossenen Theorie-, Pool- und Freiwasserabschnitte ein. Absolvierst du gerade den Scuba Diver- oder Open Water Diver-Kurs, gehört zusätzlich eine Kopie deiner Erklärung zum Gesundheitszustand dazu. PADI gibt für das Open Water Referral eine Gültigkeit von bis zu zwölf Monaten an. Für die spätere Brevetierung brauchst du außerdem ein Passfoto. Bildest du dich nach i.a.c.-Standard aus, übernimmt die Training Record Card dieselbe Rolle als Ausbildungs- und Überweisungsnachweis. Dort verfallen die bestätigten Übungsteile, wenn der Tauchschein nicht innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen ist.
Neben diesem zentralen Dokument solltest du weitere Unterlagen mitnehmen: deine Erklärung zum Gesundheitszustand oder eine bestehende Tauchtauglichkeitsbescheinigung, dein Logbuch mit allen Ausbildungs- und Freiwassertauchgängen sowie bereits erworbene Brevets als Foto oder Kopie. Dazu kommen sämtliches Kursmaterial und Nachweise über absolvierte Spezialkurse.
Dabei gilt: Ein Logbuch zeigt, dass du getaucht bist, aber nicht automatisch, welche Fertigkeiten und Theorieinhalte du erfolgreich abgeschlossen hast. Ein Referral-Formular dokumentiert genau diese Kursabschnitte, sagt aber wenig über zusätzliche Taucherfahrung aus. Erst zusammen ergeben beide ein vollständiges Bild deines Ausbildungsstands.
Je vollständiger und aktueller deine Unterlagen sind, desto leichter fällt der neuen Tauchschule die Einschätzung. Eine automatische Anerkennung bedeutet das trotzdem nicht – geprüft wird immer individuell.
Internationale Normen als gemeinsame Basis

Was du beim Wechsel mitnehmen kannst, entscheidet sich nicht am Namen der Tauchschule, sondern an ihren Ausbildungsstandards. Es kommt darauf an, welche Theorieinhalte, Fertigkeiten, Freiwassertauchgänge und Prüfungsbestandteile du nachweisbar abgeschlossen hast. Die großen Organisationen richten ihre Stufen an internationalen Normen aus, etwa an ISO 24801 für Sporttaucher und ISO 24802 für Tauchlehrer. Diese Normen legen fest, welche Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten zu einer bestimmten Ausbildungsstufe gehören. Deshalb sind Brevets unterschiedlicher Organisationen oft vergleichbar, auch wenn sie unterschiedlich heißen.
Willst du die Tauchschule wechseln und bringst eine gleichwertige Vorbildung mit, ist ein kompletter Neuanfang deshalb selten nötig. Entspricht dein Stand einer anerkannten oder äquivalenten Stufe, baut die neue Schule meist darauf auf. Dein bisheriges Brevet wird dabei normalerweise nicht in ein fremdes Brevet umgeschrieben. Es dient stattdessen als Nachweis für deinen Ausbildungsstand und als Zugangsvoraussetzung für die Fortsetzung.
Auch eine noch nicht abgeschlossene Grundausbildung kann so behandelt werden. Manche Systeme sehen dafür eigene Überweisungsformulare vor, mit denen die bisherige Lehrkraft dokumentiert, was bereits erledigt wurde. Die aufnehmende Schule prüft dabei, ob deine Nachweise zu ihren eigenen Standards passen. Fehlen Übungen, Theorieeinheiten oder Tauchgänge, verlangt sie meist, diese nachzuholen, bevor du weitermachen oder die nächste Stufe beginnen darfst.
Dazu zählen vor allem Kursunterlagen, Logbuch, Nachweise über Theorie und Wissenstests, dokumentierte Pool- oder Freiwasserübungen sowie vorhandene Teilzertifizierungen. Je lückenloser diese Belege sind, desto eher lässt sich die Ausbildung ohne unnötige Wiederholungen fortsetzen.
Sicher die Tauchschule wechseln

So viel du an Theorie, Pool- und Freiwasseranteilen mitnehmen kannst – am Ende zählt nur eines: ob alle vorgeschriebenen Inhalte tatsächlich erfüllt sind. Ein Brevet wird nicht anteilig oder vorläufig ausgestellt. Es entsteht erst, wenn die aufnehmende Lehrkraft bestätigt, dass du sämtliche Anforderungen der Organisation erfüllst, die das Zertifikat ausstellt. Referral-Unterlagen, dein Logbuch oder eine digitale Ausbildungsakte dokumentieren zwar deinen Fortschritt. Sie ersetzen aber keine eigene Prüfung durch den neuen Instructor. Genau das ist der Kern der Sicherheitsbindung. Wer dich zertifiziert, übernimmt damit auch die Verantwortung dafür, dass du die Fertigkeiten sicher beherrschst. Das gilt unter den Bedingungen, die vor Ort tatsächlich herrschen.
Deshalb ist ein „Umschreiben“ eines fast fertigen Kurses nicht vorgesehen. Selbst wenn dir nur noch wenige Freiwassertauchgänge fehlen, kann die neue Schule einen Wissens- oder Skill-Check verlangen. Erst danach lässt sie dich ins Wasser. Das ist keine Schikane, sondern Konsequenz aus der Übernahme der fachlichen Verantwortung. Besonders deutlich wird das bei längeren Pausen. Selbst wenn eine Frist wie die zwölf Monate bei PADI-Referrals oder die sechs Monate bei SSI formal noch nicht abgelaufen ist, kann fehlende Praxis Folgen haben. Du musst Übungen dann wiederholen.
Für dich bedeutet das: Plane so, dass du die Tauchschule möglichst nahtlos wechselst und deine Ausbildung ohne Unterbrechung weiterläuft. Je kürzer die Pause, desto wahrscheinlicher wird alles bereits Erledigte tatsächlich angerechnet. Und desto schneller stehst du am Ende mit einem vollständigen, sicher erworbenen Brevet in der Hand.
So gelingt der Wechsel
Eine laufende Ausbildung lässt sich fortsetzen, wenn du die Tauchschule wechseln musst oder willst – doch übertragbar sind nur sauber dokumentierte und akzeptierte Leistungen. Hole deine Nachweise ein und frage die Zielschule vorab nach einer schriftlichen Einschätzung. Plane außerdem Zeit für Reviews, medizinische Unterlagen und mögliche Zusatzkosten ein. Ein sorgfältiger Wechsel schützt nicht nur dein Budget, sondern vor allem deine Sicherheit unter Wasser.
Quellen: PADI: Open Water Referral · SSI: Scuba Training Standards und Verfahren (nur nach Anmeldung bei MySSI einsehbar) · i.a.c.: Ausbildungsrichtlinien 2026
Siehe auch: EDA: Tauchausbildung im CMAS-System · Tauchen – Tipps für Anfänger: die zehn, die wirklich etwas ändern · Tauchmaske ausblasen

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