Nitrox Kurs: Ablauf, Prüfung und der Nutzen, den er wirklich bringt

Taucher analysiert auf einem Tauchboot eine Nitrox-Flasche für den Nitrox Kurs.
Analyse, Planung und Tiefengrenzen machen Nitrox sicher nutzbar.

Der Nitrox Kurs auf einen Blick

  • Zwei Stufen: SSI zertifiziert Enriched Air Nitrox 32 und Enriched Air Nitrox 40 (ISO 11107). Die 32er-Karte berechtigt zu Gemischen bis einschließlich EAN32, die 40er bis EAN40.
  • Kein Tauchgang vorgeschrieben: Für EAN32 verlangt der SSI-Standard alle Theorielektionen und das bestandene Final Exam — sonst nichts. Bei EAN40 kommt eine praktische Anwendungslektion hinzu. Empfohlener Zeitaufwand: drei bis sechs Stunden.
  • Mindestalter 10 Jahre bei SSI, 12 Jahre bei PADI. Findet Ausbildung im Wasser statt, gilt bei SSI maximal 30 Meter, für 12- bis 14-Jährige 18 Meter, für 10- und 11-Jährige 12 Meter, im Pool 5 Meter.
  • Die Karte kommt nach dem Open Water Diver: Anmelden darf sich schon ein Referral Diver, und das Programm ist mit der Open-Water-Diver-Ausbildung kombinierbar — zertifiziert wird aber erst, wer Open Water Diver oder gleichwertig ist.
  • Harte Grenze ppO2 1,4 bar: Daraus folgen die maximalen Einsatztiefen 33 Meter für EAN32, 28 Meter für EAN36 und 25 Meter für EAN40 — jeweils abgerundet.
  • Der Gewinn liegt bei der Nullzeit, nicht beim Gas: In 18 Metern reicht ein 12-Liter-Gerät mit 200 bar rund 32 Minuten. Die Nullzeit liegt dort schon mit Luft bei 80 Minuten. Nitrox verlängert die Zahl, die ohnehin nicht limitiert.

Der Satz, mit dem Nitrox verkauft wird, lautet: länger tauchen. Er stimmt und führt trotzdem in die Irre. Nitrox verlängert die Nullzeit — also die Zeit, die das Dekompressionsmodell in einer bestimmten Tiefe zulässt. Es verlängert nicht den Gasvorrat. In den Tiefen, in denen der größte Teil des Sporttauchens stattfindet, ist aber nicht die Nullzeit die Grenze, sondern die Flasche.

Was ein Nitrox Kurs tatsächlich vermittelt, wie lange er dauert und was er am Ende erlaubt, steht in den Ausbildungsstandards — bei SSI auf zwei Seiten, ohne Marketingsprache und mit Zahlen, die sich nachprüfen lassen. Dieser Beitrag geht diese Seiten durch und rechnet danach vor, wie groß der Nutzen an einem konkreten Tauchprofil ausfällt.

Was im Enriched-Air-Kurs tatsächlich gemacht wird

Das SSI-Programm heißt Enriched Air Nitrox (EAN) 32 und 40 und führt zu zwei getrennten Zertifizierungen. Wer die 32er-Karte hat, darf Gemische bis einschließlich 32 Prozent Sauerstoff verwenden; die 40er-Karte, die nach ISO 11107 normiert ist, geht bis 40 Prozent. Für den empfohlenen Zeitaufwand nennt der Standard drei bis sechs Stunden — das ist der kürzeste Specialty-Kurs im gesamten SSI-Programm.

Die Voraussetzungen für den Abschluss sind der Punkt, an dem sich die meisten Erwartungen erledigen. Für EAN32 verlangt der Standard: alle Theorielektionen und Bewertungen aus dem Enriched-Air-Manual absolvieren, das Final Exam des Programms bestehen, und vor der Zertifizierung als Open Water Diver oder gleichwertig zertifiziert sein. Ein Ausbildungstauchgang steht dort nicht. Für EAN40 kommt genau ein Punkt hinzu: die praktische Anwendungslektion aus dem Manual. Auch das ist kein vorgeschriebener Freiwassertauchgang.

Der Standard führt Tiefengrenzen deshalb unter einem Vorbehalt: „Wenn die Ausbildung im Wasser stattfindet.“ Tut sie es, gelten maximal 30 Meter im Freiwasser, 18 Meter für 12- bis 14-Jährige, 12 Meter für 10- und 11-Jährige und 5 Meter im Pool oder begrenzten Freiwasser. Das Schüler-Instructor-Verhältnis liegt ab 15 Jahren bei 8:1 und lässt sich mit einem zertifizierten Assistenten auf 10:2, mit zwei auf 12:3 erhöhen; bei 12- bis 14-Jährigen sind es 6:1, bei 10- und 11-Jährigen 4:1.

Bei PADI ist der Zuschnitt ähnlich, aber nicht identisch. Die Kursbeschreibung des Enriched Air Diver nennt ein Mindestalter von 12 Jahren, eine bestehende Taucherzertifizierung und für den praktischen Teil entweder zwei Enriched-Air-Ausbildungstauchgänge oder Vortauchgangs-Simulationen mit einem Enriched Air Specialty Instructor. Die Simulation ohne Wasser ist also auch dort ausdrücklich vorgesehen. Wer wissen will, was ein Kurs kostet, sollte deshalb zuerst fragen, ob überhaupt getaucht wird — der Preisunterschied zwischen einem reinen Theoriekurs und einem mit zwei Bootstauchgängen erklärt sich meist daraus und nicht aus der Ausbildungsqualität.

Ab zehn Jahren anmelden, aber die Karte kommt später

Das SSI-Mindestalter für Enriched Air Nitrox liegt bei zehn Jahren und damit auf derselben Höhe wie beim Open Water Diver. Das ist kein Versehen: Der Standard erlaubt ausdrücklich, Specialty-Programme rund ums Taucherwissen in Verbindung mit dem Open Water Diver Programm zu unterrichten. Wer die theoretischen und praktischen Anforderungen des Enriched-Air-Manuals erfüllt hat, darf Nitrox sogar schon während der Ausbildungstauchgänge des Open Water Diver Programms atmen — vorausgesetzt, der direkt beaufsichtigende Instructor ist ein Enriched Air Specialty Instructor im aktiven Status.

Die zweite Tür ist der Referral Diver: Wer Theorie und Poolausbildung des Open Water Diver Programms abgeschlossen hat, aber noch keinen Freiwassertauchgang, kann sich für Specialty-Programme anmelden und dort die gesamte Theorie absolvieren. Da der Nitrox-Kurs bei SSI ohne Wassereinheiten auskommt, lässt er sich damit vollständig vorziehen. Ausgestellt wird die Specialty-Karte trotzdem erst, wenn die Open-Water-Diver-Karte ausgestellt ist.

Wer bei der Zertifizierung jünger als 15 Jahre ist, erhält die Junior-Variante des Programms und taucht unter direkter Aufsicht eines SSI Professionals oder eines zertifizierten Erwachsenen. Und wer ohnehin den Advanced Open Water Diver plant: Enriched Air Nitrox steht auf der Liste der drei Wahltauchgänge, und zwar ohne den Zusatz, der bei anderen Programmen eine vorgeschaltete Poollektion verlangt.

Nitrox verlängert die Nullzeit, nicht den Gasvorrat

Der Nutzen von Nitrox lässt sich rechnen, und er fällt anders aus als erwartet. Die saubere Methode ist die äquivalente Lufttiefe: Ein Nitroxgemisch belastet den Körper mit so viel Stickstoff wie Luft in einer geringeren Tiefe, und für diese fiktive Tiefe schlägt man die Nullzeit einer Lufttabelle nach. Die folgende Rechnung benutzt die veröffentlichten Nullzeiten der NOAA-Lufttabelle und stellt ihnen gegenüber, wie lange das Gas in einem gewöhnlichen 12-Liter-Gerät reicht — 200 bar Füllung, 50 bar Reserve, ein Atemminutenvolumen von 20 Litern an der Oberfläche.

TiefeNullzeit mit LuftÄquivalente Lufttiefe mit EAN32Nullzeit auf dieser LufttiefeGas im 12-l-Gerät
12 m620 min8,9 mflacher als die Tabelle reichtrund 40 min
18 m80 min14,1 m200 minrund 32 min
24 m40 min19,3 m50 minrund 26 min
30 m25 min24,4 m40 minrund 22 min

Die Spalte ganz rechts ist die entscheidende. In 12, 18 und 24 Metern ist die Flasche leer, lange bevor die Nullzeit auch nur mit Luft erreicht wäre. Der Nitroxgewinn in diesen Tiefen ist rechnerisch gewaltig — aus 80 Minuten werden 200 — und praktisch gleich null, weil niemand 80 Minuten auf 18 Metern verbringt, der ein Zwölfliter auf dem Rücken hat. Erst bei 30 Metern rücken die beiden Zahlen zusammen: 25 Minuten Nullzeit gegen 22 Minuten Gas. Dort ist der Gewinn auf 40 Minuten real — aber er ist nur abrufbar, wenn mehr Gas mitgeht, also mit einem größeren Gerät, einem Doppelgerät oder einer Sidemount-Konfiguration.

Wo Nitrox seinen Wert unbestritten hat, ist die Wiederholung. Weniger aufgenommener Stickstoff bedeutet weniger Reststickstoff nach dem Auftauchen, kürzere Oberflächenintervalle und beim zweiten und dritten Tauchgang eines Tages spürbar mehr Spielraum. Auf einem Safari-Tag mit vier Tauchgängen ist das der eigentliche Effekt — nicht die Grundzeit des ersten. Der zweite reale Nutzen ist der, den man nicht sieht: Wer Nitrox atmet und trotzdem nach den Grenzen für Luft plant, hat sich eine Sicherheitsreserve gekauft statt einer Verlängerung. Für wen sich welche Variante lohnt, hängt am Tauchprofil — nachrechnen lässt es sich mit dem Rechner für Luftverbrauch und Gasbedarf.

Die MOD ersetzt die Tiefengrenze, an die man gewöhnt ist

Wer mit Luft taucht, hat eine Tiefengrenze aus der Ausbildung im Kopf: 18 Meter nach dem Open Water Diver, 30 nach dem Advanced, 40 im Sporttauchen. Mit Nitrox kommt eine zweite Grenze dazu, die vom Gas abhängt und in der Regel früher greift. Die SSI-Standards setzen sie eindeutig: Wird Nitrox als Atemgas verwendet, darf der Sauerstoffpartialdruck ppO2 zu keinem Zeitpunkt des Tauchgangs 1,4 bar überschreiten. Der oft zitierte Wert 1,6 bar taucht in den Standards nur an einer einzigen Stelle auf — für die Dekompressionsphase in der SSI-Ausbildung Decompression Diving.

Gerechnet wird die maximale Einsatztiefe als MOD = (ppO2 ÷ Sauerstoffanteil − 1) × 10 Meter. Ergibt das eine Kommazahl, wird abgerundet. Das ist keine Geschmacksfrage: Die MOD ist eine Obergrenze, und wer sie aufrundet, verschiebt sie genau in den Bereich hinein, den sie ausschließen soll.

GemischRechnung bei 1,4 barMOD (abgerundet)Reicht für 30 m?
EAN28(1,4 ÷ 0,28 − 1) × 10 = 40,040 mja
EAN32(1,4 ÷ 0,32 − 1) × 10 = 33,7533 mja, mit 3 m Luft nach unten
EAN36(1,4 ÷ 0,36 − 1) × 10 = 28,8928 mnein
EAN40(1,4 ÷ 0,40 − 1) × 10 = 25,025 mnein

Damit ist die Reihenfolge in der Tauchgangsplanung umgedreht. Beim Tauchen mit Luft wird die Tiefe gewählt und danach die Zeit begrenzt. Mit Nitrox wird zuerst die Tiefe des Tauchplatzes betrachtet und daraus das Gemisch bestimmt — an einer 30-Meter-Wand ist EAN36 schlicht nicht zulässig, so verlockend die längere Nullzeit auch aussieht. Wer die Werte nicht im Kopf hat, findet sie im Nitrox-Rechner mit MOD, EAD und bestem Gemisch; für die Tauchtasche gibt es dieselben Zahlen als Nitrox-Tabelle zum Ausdrucken, von EAN21 bis EAN40 in Ein-Prozent-Schritten.

Wer das Gas prüft — und wer dafür geradesteht

Hier steht im SSI-Standard etwas, das viele Nitroxtaucher überrascht. Zur EAN32-Zertifizierung heißt es ausdrücklich: Das SSI Training Center, das das Atemgas des Tauchers bereitstellt, ist allein für die Gasanalyse verantwortlich. Und weiter, bei den Regeln nach der Zertifizierung: Zertifizierte Enriched Air Nitrox 32 Taucher müssen vor jedem Tauchgang den prozentualen Sauerstoffgehalt ihres Atemgases von einem Professional überprüfen lassen.

Die 32er-Karte ist damit im SSI-System keine Analyseberechtigung, sondern eine Verwendungsberechtigung. Die eigenständige Handhabung des Analysators gehört zur EAN40-Stufe, die als einzige eine praktische Anwendungslektion verlangt. Wer den Kurs bucht, um an einer Basis selbst zum Analysator zu greifen und die Flasche freizugeben, bucht bei SSI also die falsche Stufe. Das ist auch der Grund, warum EAN40 in der SSI-Professional-Laufbahn Pflicht ist: Der Instructor Training Course setzt neben dem Divemaster ausdrücklich Enriched Air Nitrox 40 voraus.

Was ich im Kurs am häufigsten korrigiere

Ich unterrichte als SSI Open Water Scuba Instructor und CMAS-Ein-Stern-Tauchlehrer, und die Frage, mit der die meisten in den Nitrox Kurs kommen, ist: „Wie viel länger darf ich damit unten bleiben?“ Die Antwort, die niemand hören will, steht in der Tabelle weiter oben: In den Tiefen, in denen wir hier tauchen, gar nicht länger, weil die Flasche vorher leer ist. Wer damit rechnet, dass Nitrox aus einem 40-Minuten-Tauchgang einen 70-Minuten-Tauchgang macht, ist enttäuscht — und das liegt nicht am Gas, sondern an der Erwartung, die ihm verkauft wurde.

Der zweite Klassiker ist der Tauchcomputer. Das Gerät wird korrekt auf 32 Prozent gestellt, der Tauchgang läuft, das Gerät geht am Abend in die Tasche — und am nächsten Tag steht es immer noch auf 32, während in der Flasche Pressluft ist. Manche Computer setzen den Wert nach einigen Stunden selbsttätig auf 21 Prozent zurück, andere nicht. Beides führt in die Irre, wenn man sich auf die falsche Variante verlässt: Ein zurückgesprungener Computer plant den Nitroxtauchgang zu konservativ, ein stehengebliebener plant den Lufttauchgang zu großzügig. Die Einstellung wird deshalb vor jedem Tauchgang angesehen, nicht vor jedem Tauchtag.

Und dann die MOD. Ich habe im Kurs schon mehrfach erlebt, dass jemand 33,75 auf 34 gerundet hat, weil man das in der Schule so lernt. Bei einer Obergrenze rundet man nicht kaufmännisch. Wir schreiben die MOD auf den Flaschenanhänger, bevor wir ins Wasser gehen — zum gemessenen Wert, nicht zum bestellten —, und die geplante Maximaltiefe bleibt darunter, nicht darauf. Wer an einem Tag mehrere Gemische im Wasser hat, klebt sie beschriftet ab. Das ist keine Standardvorschrift, sondern die Gewohnheit, die verhindert, dass am Einstieg die falsche Flasche in den Gurt wandert.

Für wen der Kurs sich rechnet und für wen nicht

  • Lohnt sich klar: für alle, die mehrere Tauchgänge am Tag machen — Safari, Tauchbasenurlaub, Vereinswochenende mit drei Tauchgängen. Dort wirkt Nitrox über den Reststickstoff und das Oberflächenintervall, und dieser Effekt ist unabhängig davon, wie voll die Flasche ist.
  • Lohnt sich als Sicherheitsreserve: für alle, die im Bereich um 25 bis 30 Meter unterwegs sind und ihre Profile weiterhin nach den Luftgrenzen planen. Der Gewinn wird dann nicht in Minuten ausgezahlt, sondern in Abstand zur Nullzeit.
  • Lohnt sich kaum: für den gelegentlichen Einzeltauchgang auf 12 bis 18 Metern. Dort begrenzt der Gasvorrat, und die Nitroxfüllung kostet Aufpreis für einen Effekt, der nie zum Tragen kommt.
  • Lohnt sich nicht als Tiefenwerkzeug: Mit steigendem Sauerstoffanteil sinkt die MOD. EAN40 endet bei 25 Metern. Wer tiefer will, braucht die Ausbildung dafür — Deep Diving, nicht Nitrox.
  • Pflicht wird der Kurs später ohnehin: Wer die SSI-Professional-Laufbahn anstrebt, braucht Enriched Air Nitrox 40 für die Zulassung zum Instructor Training Course. Dann ist es günstiger, ihn früh und in Ruhe zu machen als kurz vor dem Anmeldeschluss.

Häufige Fragen zum Nitrox Kurs

Wie lange dauert ein Nitrox Kurs?
Die SSI Scuba Training Standards nennen für Enriched Air Nitrox 32 und 40 drei bis sechs Stunden als empfohlenen Zeitaufwand. Damit ist es das kürzeste Specialty-Programm im SSI-Angebot. Wenn dein Kurs mit Tauchgängen angeboten wird, plan den Tauchtag zusätzlich ein — der Standard schreibt diese Tauchgänge nicht vor, das Training Center kann sie aber anbieten.
Muss ich für den Nitrox-Schein tauchen?
Bei SSI nicht. Für Enriched Air Nitrox 32 verlangen die Abschlussvoraussetzungen alle Theorielektionen, das bestandene Final Exam und die Zertifizierung als Open Water Diver oder gleichwertig vor der Ausstellung der Karte. Für Enriched Air Nitrox 40 kommt die praktische Anwendungslektion aus dem Manual hinzu, ebenfalls ohne vorgeschriebenen Freiwassertauchgang. PADI sieht für den Enriched Air Diver entweder zwei Enriched-Air-Ausbildungstauchgänge oder Vortauchgangs-Simulationen vor — auch dort ist die trockene Variante ausdrücklich zulässig.
Ab welchem Alter kann man den Nitrox Kurs machen?
Bei SSI ab 10 Jahren, bei PADI ab 12. Findet bei SSI Ausbildung im Wasser statt, gelten für 12- bis 14-Jährige maximal 18 Meter und für 10- und 11-Jährige maximal 12 Meter; im Pool oder begrenzten Freiwasser sind es 5 Meter. Wer bei der Zertifizierung jünger als 15 Jahre ist, erhält die Junior-Zertifizierung und taucht unter direkter Aufsicht eines Dive Professionals oder eines zertifizierten Erwachsenen. Die Specialty-Karte wird in jedem Fall erst nach der Open-Water-Diver-Karte ausgestellt.
Wie tief darf ich mit EAN32 tauchen?
33 Meter. Die SSI-Standards begrenzen den Sauerstoffpartialdruck auf 1,4 bar zu jedem Zeitpunkt des Tauchgangs. Die Rechnung lautet (1,4 ÷ 0,32 − 1) × 10 = 33,75 Meter, und bei einer Obergrenze wird abgerundet, nicht kaufmännisch gerundet. Für EAN36 sind es entsprechend 28 Meter, für EAN40 exakt 25 Meter. Beachte, dass parallel weiterhin die Tiefengrenze deiner Ausbildungsstufe gilt — die MOD hebt sie nicht auf, sie kommt hinzu.
Darf ich mein Gas nach dem Kurs selbst analysieren?
Mit der SSI-Zertifizierung Enriched Air Nitrox 32 nicht in eigener Verantwortung. Der Standard hält fest, dass das bereitstellende SSI Training Center allein für die Gasanalyse verantwortlich ist, und verlangt von zertifizierten EAN32-Tauchern, den prozentualen Sauerstoffgehalt vor jedem Tauchgang von einem Professional überprüfen zu lassen. Die eigenständige praktische Anwendung gehört zur Stufe Enriched Air Nitrox 40. Unabhängig davon gilt: Gerechnet und im Computer eingestellt wird immer der gemessene Wert, nie der bestellte.

Siehe auch: Tauchen mit Nitrox: Grundlagen und Anwendung · Vorteile des Tauchens mit Nitrox · Grundlagen der Tauchgangsplanung · SSI-Anerkennungsstufen bis zum Master Diver · Kursformate: eLearning, Blockkurs oder Abendkurs

Quellen und weiterführende Links

  • SSI: Scuba Training Standards und Verfahren 2026.2, deutsche Fassung vom 20.08.2026 – Programmabschnitt Enriched Air Nitrox (EAN) 32 und 40 (ISO 11107) mit Mindestalter, Dauer, Tiefengrenzen, Betreuungsverhältnissen, Abschlussvoraussetzungen, Gasanalyse und Anrechnung; allgemeiner Teil zum Atemgas mit der ppO2-Grenze von 1,4 bar; Zulassungsvoraussetzungen zum Instructor Training Course
  • NOAA No-Decompression Table (Luft) – die Nullzeiten, gegen die in diesem Beitrag gerechnet wird, von 40 bis 130 Fuß
  • PADI: Enriched Air Diver Course – Mindestalter 12 Jahre, bestehende Taucherzertifizierung, zwei Ausbildungstauchgänge oder Vortauchgangs-Simulationen
  • PADI: Minimum Ages for PADI Certification Courses – Mindestalter der PADI-Programme im Überblick
Über Der Tauchausbilder 34 Artikel
Schreibt über Ausbildung: Kursaufbau, Prüfungen, Übungen und das, was Tauchlehrer ihren Schülern gern früher gesagt hätten. Bildet nach SSI- und CMAS-Standards aus.

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