Divemaster werden: Voraussetzungen, Berechtigungen und Alltag

Divemasterin auf einem Tauchboot betreut Gäste und bereitet einen Tauchgang vor.
Divemaster verbinden Taucherfahrung mit Verantwortung für Gäste, Sicherheit und Organisation.

Der Divemaster auf einen Blick

  • Was er ist: die erste Stufe mit Verantwortung für andere Taucher, eingeordnet nach ISO 24801-3 („Dive Leader“). SSI Divemaster, PADI Divemaster, CMAS Drei-Sterne-Taucher und NAUI Divemaster stehen dort in derselben Zeile.
  • Was er darf: zertifizierte Taucher führen und als zertifizierter Assistent bei Einsteiger- und Specialty-Programmen mitarbeiten, für die er selbst zertifiziert ist.
  • Wo die Grenze verläuft: Bei Freiwasser-Ausbildungstauchgängen darf er auf Unterwasserausflügen nicht mehr als zwei Schüler gleichzeitig begleiten; eigenständig unterrichten darf er im Sporttauchen nicht.
  • SSI-Zulassung: 18 Jahre, 40 geloggte Freiwassertauchgänge mit mindestens 25 Stunden Tauchzeit, Diver Stress & Rescue sowie Deep Diving über 30 Meter, Navigation und Night & Limited Visibility — je als Specialty oder über mindestens fünf Erfahrungstauchgänge.
  • SSI-Abschluss: 60 Tauchgänge mit 40 Stunden oder mehr, Science-of-Diving-Final-Exam und Scuba Standards and Procedures Exam. Empfohlene Kursdauer 35 bis 45 Stunden, maximale Freiwassertiefe 40 Meter.
  • Die Kosten enden nicht mit dem Kurs: Der aktive Status verlangt jährlich Anbindung an ein aktives Training Center, eine bezahlte Jahresgebühr und — wo im Land erforderlich — eine Berufshaftpflicht mit SSI als mitversichert.

Der verbreitetste Irrtum über den Divemaster ist, dass er ein „kleiner Tauchlehrer“ sei. Ist er nicht. Er ist die Stufe, auf der zum ersten Mal Verantwortung für andere Menschen im Wasser übernommen wird — und ausdrücklich die Stufe, auf der noch nicht ausgebildet werden darf. Wer diesen Unterschied nicht kennt, kauft eine Erwartung, die die Karte nicht einlöst.

Die Standards sind an dieser Stelle ungewöhnlich präzise. Sie nennen nicht nur die nötigen Tauchgänge, sondern auch, was ein Divemaster mit aktivem Status im Wasser konkret tun darf — bis hinunter auf die Zahl der Schüler, die er auf einem Ausbildungstauchgang gleichzeitig begleiten darf.

Was ein Divemaster darf — und wo die Befugnis endet

Die SSI Scuba Training Standards fassen die Absicht des Programms in einem Satz: Kandidaten sollen zertifizierte Taucher begleiten und als zertifizierter Assistent bei allen Einsteiger-Sporttauchprogrammen und Specialty-Programmen fungieren können, für die sie zertifiziert sind. Der Nachsatz ist der entscheidende — assistiert werden darf nur bei Programmen, deren Taucherzertifizierung der Divemaster selbst besitzt. Wer kein Trockentauch-Brevet hat, assistiert auch nicht im Trockentauchkurs.

Im aktiven Status ergeben sich daraus vier Berechtigungen, die im Standard einzeln aufgeführt sind:

  • Als zertifizierter Assistent bei SSI Einsteiger-Sporttauchprogrammen und Sporttauchen-Specialty-Programmen fungieren, für die eine entsprechende Tauchzertifizierung vorliegt.
  • Bei Freiwasser-Ausbildungstauchgängen assistieren, indem sie auf Unterwasserausflügen nicht mehr als zwei Schüler gleichzeitig begleiten.
  • Sich für die Ausbildung zum Ecology Specialty Instructor anmelden.
  • Am Instructor Training Course teilnehmen.

Die Zwei-Schüler-Regel ist keine Empfehlung, sondern die harte Obergrenze — und sie greift erst ab einem bestimmten Zeitpunkt: Im Open-Water-Diver-Programm darf ein zertifizierter Assistent erst nach Abschluss des Freiwasser-Ausbildungstauchgangs 2 während des Exkursionsteils maximal zwei Schüler direkt beaufsichtigen. Vorher liegt die Aufsicht vollständig beim Open Water Instructor, der alle Freiwasser-Ausbildungstauchgänge direkt beaufsichtigen muss und diese Aufsicht nicht delegieren darf.

Wirtschaftlich relevant ist ein anderer Effekt: Ein Divemaster erhöht das zulässige Betreuungsverhältnis. Im Open-Water-Diver-Programm liegt es im begrenzten Freiwasser und im Freiwasser bei 8:1 für Schüler ab 15 Jahren, mit einem zertifizierten Assistenten bei 10:2, mit zwei Assistenten bei 12:3. Bei 10- bis 14-Jährigen sind es 4:1, 6:2 und 8:3 — nie mehr als zwei Schüler unter zwölf Jahren pro Instructor oder Assistent. Genau deshalb sind Divemaster in Tauchschulen gefragt: Sie machen größere Kursgruppen überhaupt erst standardkonform.

Zwei Berechtigungen fallen aus dem Assistenzrahmen heraus. Erstens wird ein Kandidat nach Abschluss des Programms zusätzlich als Snorkeling Instructor zertifiziert — automatisch, sobald der aktive Status steht. Damit darf er Snorkel-Diver-Programme eigenständig unterrichten, Anerkennungskarten ausstellen und Schnorchler bei Ausflügen im Freiwasser führen. Zweitens steht ihm der Weg zum Ecology Specialties Instructor offen: Über ein Specialty-Instructor-Seminar oder über Co-Teaching erworben, berechtigt diese Zertifizierung dazu, zehn Ecology-Programme von Coral Identification über Shark Ecology bis Sea Turtle Ecology selbst zu unterrichten. Der dritte Weg zum Specialty Instructor, der bestätigte Erfahrungsnachweis, ist für Divemaster ausdrücklich nicht verfügbar. Im Advanced-Open-Water-Diver-Programm darf ein Divemaster mit aktivem Status zudem alle Aktivitäten im Wasser bei Tauchgängen aus Ecology-Specialties, für die er zertifiziert ist, direkt beaufsichtigen.

Divemaster oder Dive Guide: der Unterschied, der ständig verwechselt wird

Seit der Zusammenführung beider Standards stehen Divemaster und Dive Guide bei SSI in einem gemeinsamen Programmkapitel — was zu der Annahme verführt, es sei dasselbe mit anderem Namen. Tatsächlich trennen die Karten drei Dinge: Alter, Erfahrung und vor allem das, was danach erlaubt ist.

Dive GuideDivemaster
Mindestalter15 Jahre18 Jahre
Tauchgänge zur Zulassung40 Freiwassertauchgänge, 25 Stunden40 Freiwassertauchgänge, 25 Stunden
Tauchgänge zum Abschluss50 Tauchgänge, mindestens 32 Stunden60 Tauchgänge, 40 Stunden oder mehr
PrüfungenFinal Exam des ProgrammsFinal Exam, Science of Diving Final Exam, Scuba Standards and Procedures Exam
Darf zertifizierte Taucher führenja, bei nicht-kommerziellen Sporttauchgängenja
Darf bei SSI-Programmen assistierenneinja, mit maximal zwei Schülern gleichzeitig
ISO-EinstufungkeineISO 24801-3 (Dive Leader)

Der Standard formuliert die Grenze unmissverständlich: Dive Guides dürfen keine SSI-Ausbildungsprogramme durchführen, unterrichten oder dabei assistieren. Ihre Berechtigung beschränkt sich darauf, zertifizierte Taucher bei nicht-kommerziellen Sporttauchgängen zu begleiten. Wer den Dive Guide löst, weil er zehn Tauchgänge weniger verlangt, hat am Ende eine Karte, die in einer Tauchschule nichts bewegt — dort wird die Assistenzberechtigung gebraucht, nicht die Führungsberechtigung. Umgekehrt ist der Dive Guide die passende Stufe für alle, die ohnehin nicht im Ausbildungsbetrieb arbeiten wollen: Vereinsgruppen, Reisegruppen, Guiding an der Basis — und drei Jahre früher zu haben.

Zulassung und Abschluss sind zwei verschiedene Hürden

Die häufigste Fehlplanung entsteht daraus, dass beide Zahlen durcheinandergeraten. Bei SSI beginnt das Programm mit 40 geloggten Freiwassertauchgängen und mindestens 25 Stunden Tauchzeit; erst zur Zertifizierung sind 60 Tauchgänge mit 40 Stunden oder mehr nachzuweisen. Die Differenz von 20 Tauchgängen und 15 Stunden ist Teil des Kurses, nicht seine Voraussetzung.

Vor der Zulassung stehen außerdem inhaltliche Nachweise, die sich nicht durch Tauchgangszahlen ersetzen lassen:

  • Der Diver Stress & Rescue oder eine gleichwertige Zertifizierung einer von SSI anerkannten Organisation. Für dieses Programm selbst verlangt SSI Nachweise über Notfallsauerstoff, Erste Hilfe und HLW, die zum Zeitpunkt der Zertifizierung nicht älter als zwei Jahre sind.
  • Deep Diving tiefer als 30 Meter, Navigation und Night & Limited Visibility — je als Specialty-Zertifizierung oder über mindestens fünf Erfahrungstauchgänge. Bei der Erfahrungsvariante muss der Instructor überprüfen können, dass der Kandidat die im Specialty geforderten Fertigkeiten beherrscht.
  • Eine ärztliche Genehmigung zum Tauchen auf Basis einer tauchmedizinischen Untersuchung innerhalb eines Jahres vor Abschluss der Ausbildung. Sie gilt ein Jahr ab Unterschrift.

Zum Abschluss kommen neben den 60 Tauchgängen zwei schriftliche Prüfungen: das Science of Diving Final Exam zu Tauchphysik, Tauchphysiologie, Dekompressionstheorie, aquatischer Umwelt und Ausrüstung — und das Scuba Standards and Procedures Exam über die Ausbildungsstandards selbst. Das ist folgerichtig: Wer assistiert, muss die Tiefengrenzen und Betreuungsverhältnisse kennen, in denen er assistiert. Empfohlen sind 35 bis 45 Kursstunden, die maximale Freiwassertiefe beträgt 40 Meter, und ein Open Water Instructor mit aktivem Status muss sämtliche Aktivitäten in Theorie, Pool und Freiwasser direkt beaufsichtigen.

Bei PADI liegen die Schwellen an derselben Stelle, nur mit anderer Vorbrevet-Kette: Open Water Diver, Advanced Open Water Diver und Rescue Diver, Mindestalter 18 Jahre, ein CPR- und Erste-Hilfe-Nachweis aus den letzten 24 Monaten und eine Tauchtauglichkeit aus den letzten zwölf Monaten. Zum Kursbeginn sind 40 geloggte Tauchgänge nötig, zur Zertifizierung 60. Der praktische Unterschied liegt weniger in den Zahlen als in der Vorstufenlogik: SSI setzt neben Diver Stress & Rescue auf drei Erfahrungsbereiche, die auch ohne Specialty-Karte nachweisbar sind, PADI auf eine feste Brevetkette.

Ein Detail betrifft alle, die den Verband wechseln wollen: Beim Divemaster gibt es bei SSI kein Onboarding. Auf allen übrigen Professional-Stufen ist der Einstieg über die Äquivalenztabellen vorgesehen — Divemaster-Kandidaten anderer Organisationen müssen das gesamte SSI-Programm absolvieren.

Woraus die Kosten bestehen — und was jedes Jahr wiederkehrt

Kursgebühren liegen zwischen Vereinsbasis, heimischer Tauchschule und Internship im Ausland um ein Vielfaches auseinander — anders als bei den Kosten der Einsteigerkurse gibt es hier keine belastbare Spanne. Vergleichbar wird ein Angebot deshalb nur über seine Bestandteile, und welche das sind, legen die Standards fest.

  • Vorstufen: Diver Stress & Rescue ist Pflicht. Deep Diving, Navigation und Night & Limited Visibility kosten als Specialty-Kurse Geld — als Erfahrungstauchgänge nachgewiesen stattdessen Zeit.
  • Die Lücke im Logbuch: Wer mit exakt 40 Tauchgängen einsteigt, muss 20 weitere und 15 zusätzliche Stunden Tauchzeit unterbringen. Ob die im Kurspreis enthalten sind oder einzeln abgerechnet werden, ist der größte Preisunterschied zwischen zwei Angeboten.
  • Prüfungen und Material: Science of Diving ist ein eigenes Specialty-Programm mit eigenem Lernmaterial und eigener Prüfung; dazu kommt das Scuba Standards and Procedures Exam.
  • Tauchmedizin: die ärztliche Tauchtauglichkeit, für Professional-Kandidaten jährlich zu erneuern.
  • Ausrüstung: ein vollständiges Total Diving System plus Zugang zur Spezialausrüstung der jeweiligen Fertigkeiten — Tauchlampe, Kompass, Oberflächenmarkierungsboje. Leihausrüstung wird auf Professional-Ebene selten gestellt.

Der Posten, den fast alle Kalkulationen unterschlagen, fällt erst nach der Zertifizierung an. Ein SSI Divemaster ist ein SSI Professional, und die Zertifizierung wird überhaupt nur ausgestellt, wenn die Anforderungen für den aktiven Status erfüllt sind. Sie kehren jährlich wieder und bestehen aus drei Teilen: Anbindung an ein aktives SSI Training Center, bestätigte SSI Professional Vereinbarung mit bezahlter Jahresgebühr sowie — wo das Land es verlangt, Deutschland ausdrücklich eingeschlossen — eine Berufshaftpflichtversicherung mit SSI als mitversichert, nachgewiesen beim SSI Service Center.

Fehlt die Anbindung oder die Versicherung, rutscht der Divemaster in den inaktiven Status: reduzierte Verlängerungsgebühr, weiterhin Zugriff auf die Schulungsunterlagen, aber keine Durchführung von SSI-Programmen mehr. Wer den Kurs im Urlaub macht und zu Hause keine Basis hat, an die er sich anbinden kann, bezahlt für eine Karte, die genau die Berechtigungen nicht trägt, wegen derer er sie erworben hat. Und die Rückkehr wird mit der Zeit teurer: Bis drei Jahre Inaktivität genügt der Online-Renewal-Prozess, danach kommen Reaktivierungsgebühr und Abschlussprüfung hinzu, ab fünf Jahren sind sämtliche Zertifizierungsvoraussetzungen erneut zu erfüllen.

Worauf es im Wasser wirklich ankommt

Ich bin SSI Open Water Scuba Instructor und arbeite in Kursen regelmäßig mit Divemastern zusammen. Die Standards sagen, wie viele Schüler jemand begleiten darf. Sie sagen nichts darüber, was einen guten Divemaster ausmacht — und das ist etwas anderes, als die meisten Kandidaten erwarten.

Das Erste ist, eine Gruppe zusammenzuhalten — nicht durch Ansagen, sondern durch Position. Wer sich so aufstellt, dass er alle im Blick hat und selbst von allen gesehen wird, muss deutlich seltener eingreifen. Der Anfängerfehler ist, vorneweg zu schwimmen und sich alle drei Minuten umzudrehen: Dann sind die beiden Langsamsten längst zwanzig Meter zurück, und der eine, dem es nicht gut geht, fällt am wenigsten auf.

Das Zweite ist, Probleme zu sehen, bevor es welche sind — eine Beobachtungsleistung, keine Rettungstechnik. Wer zu schnell atmet, hektisch tariert, an der Maske zupft oder den Blickkontakt verliert, meldet sich nicht, sondern wird still. Und der Luftvorrat der Gruppe kündigt Probleme oft zehn Minuten vorher an, wenn man ihn nicht erst abfragt, sobald die eigene Flasche halb leer ist.

Das Dritte ist die unbequemste Fertigkeit: den Tauchgang an der schwächsten Person auszurichten. Nicht am Durchschnitt der Gruppe, nicht am eigenen Plan, nicht am Wrack, das man den Gästen versprochen hat. Wer mehr Luft verbraucht, bestimmt das Ende des Tauchgangs; wer mit der Strömung nicht zurechtkommt, bestimmt den Platzwechsel. Das ist die Entscheidung, die im Nachhinein nie jemand lobt und die im Ernstfall den Unterschied macht.

Der häufigste Fehler, den ich sehe, ist zugleich der menschlichste: selbst tauchen zu wollen statt zu führen. Er zeigt sich nicht in Nachlässigkeit, sondern in Begeisterung — die Kamera, der Nudibranch in der Spalte, die zweite Runde um den Bogen, weil die Sicht heute so gut ist. In dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit beim Tauchplatz liegt und nicht bei den Leuten, ist die Rolle verlassen. Der Divemaster taucht nicht weniger — er taucht anders. Die eigenen Tauchgänge finden danach statt, mit dem Buddy, ohne Gruppe.

Für wen die Stufe der richtige Schritt ist

  • Wer in einer Tauchschule mitarbeiten will: Der Divemaster ist die Eintrittskarte — er erhöht das Betreuungsverhältnis, darf assistieren und bringt die Snorkeling-Instructor-Zertifizierung mit. Ohne Anbindung an ein aktives Training Center bleibt er wirkungslos.
  • Wer Gruppen führen, aber nicht ausbilden will: Für den ist der Dive Guide die günstigere Stufe — ab 15 Jahren, 50 Tauchgänge, ohne Assistenzberechtigung.
  • Wer Tauchlehrer werden will: Der Divemaster ist bei SSI Pflichtvorstufe für den Instructor Training Course — dort zusammen mit Enriched Air Nitrox 40.
  • Wer nur besser tauchen will: Die Anerkennungs- und Specialty-Stufen bis zum Master Diver bilden Taucherfahrung ab — ohne Verantwortung für Fremde und ohne jährliche Statuspflichten.

Häufige Fragen zum Divemaster

Darf ein Divemaster Tauchkurse geben?
Im Sporttauchen nicht. Ein Divemaster mit aktivem Status darf als zertifizierter Assistent bei Einsteiger- und Specialty-Programmen mitarbeiten, für die er selbst eine Tauchzertifizierung besitzt, und bei Freiwasser-Ausbildungstauchgängen höchstens zwei Schüler gleichzeitig begleiten. Zwei Ausnahmen: Nach dem Abschluss wird er zusätzlich als Snorkeling Instructor zertifiziert und darf Snorkel-Diver-Programme eigenständig unterrichten; und er kann sich zum Ecology Specialty Instructor ausbilden lassen — über Seminar oder Co-Teaching, denn der bestätigte Erfahrungsnachweis steht Divemastern nicht offen.
Wie viele Tauchgänge brauche ich für den Divemaster?
Bei SSI 40 geloggte Freiwassertauchgänge mit mindestens 25 Stunden Tauchzeit zum Kursbeginn und 60 Tauchgänge mit 40 oder mehr Stunden zur Zertifizierung; bei PADI 40 zum Kursbeginn und 60 zur Zertifizierung. Rechne die Differenz fest in deinen Zeitplan ein — sie muss während der Ausbildung getaucht werden und ist bei SSI zusätzlich an die Gesamttauchzeit gebunden.
Was ist der Unterschied zwischen Dive Guide und Divemaster?
Der Dive Guide beginnt mit 15 Jahren und schließt mit 50 Tauchgängen und 32 Stunden ab, der Divemaster beginnt mit 18 Jahren und schließt mit 60 Tauchgängen und 40 Stunden ab. Entscheidend ist die Berechtigung: Der Dive Guide darf zertifizierte Taucher bei nicht-kommerziellen Sporttauchgängen begleiten, aber keine SSI-Programme durchführen, unterrichten oder dabei assistieren. Nur der Divemaster darf assistieren, und nur er ist nach ISO 24801-3 eingestuft.
Was kostet ein Divemaster nach dem Kurs noch?
Bei SSI hängt der aktive Status an drei jährlich wiederkehrenden Bedingungen: Anbindung an ein aktives SSI Training Center, bestätigte SSI Professional Vereinbarung mit bezahlter Jahresgebühr und – wo das Land es verlangt, wie in Deutschland – eine Berufshaftpflichtversicherung mit SSI als mitversichert, nachgewiesen beim SSI Service Center. Dazu die tauchmedizinische Untersuchung, die ein Jahr gilt. Sonst greift der inaktive Status: reduzierte Gebühr, Zugriff auf die Unterlagen, aber keine Durchführung von SSI-Programmen.
Kann ich meinen Divemaster von einem anderen Verband auf SSI umschreiben lassen?
Nein. Für die übrigen Professional-Stufen sieht SSI ein Onboarding über die Äquivalenztabellen vor, für den Divemaster ausdrücklich nicht: Kandidaten anderer Ausbildungsorganisationen müssen das gesamte SSI-Divemaster-Programm absolvieren. Deine bestehende Karte steht zwar in derselben ISO-Zeile wie SSI Divemaster, PADI Divemaster, NAUI und SDI Divemaster sowie der CMAS Drei-Sterne-Taucher – für die Anerkennung als Taucher genügt das, für die Assistenzberechtigung in einem SSI Training Center nicht.

Siehe auch: Der Rescue-Diver-Kurs als Pflichtvorstufe · SSI-Anerkennungsstufen bis zum Master Diver · Die Tauchverbände im Vergleich · PADI oder SSI im Vergleich

Quellen und weiterführende Links

  • SSI: Scuba Training Standards und Verfahren 2026.2, deutsche Fassung vom 20.08.2026 – Programmstandard „Divemaster nach ISO 24801-3 | Dive Guide“: Voraussetzungen, Abschluss, Zertifizierung und Berechtigungen im aktiven Status; Einsatz zertifizierter Assistenten und Betreuungsverhältnisse; SSI Professional Status; Ecology Specialties Instructor; Snorkel Diver Instructor; Äquivalenztabelle Professional Programme
  • PADI: Divemaster Requirements – Mindestalter, Vorbrevets Open Water, Advanced Open Water und Rescue Diver, 40 Tauchgänge zum Kursbeginn und 60 zur Zertifizierung, Gültigkeit von Erste-Hilfe-Nachweis und Tauchtauglichkeit
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